Landrat muss Altkennzeichen-Votum abgeben

Wie entscheidet Kroder?

NÜRNBERGER LAND – 50 Landkreise in Bayern führen ihre „alten“ Kennzeichen wieder ein. Im Nürnberger Land hat sich die Mehrheit der Kreisräte Ende Februar gegen „HEB“ und „N“ ausgesprochen. Bis Dienstag, 30. April, muss nun Landrat Armin Kroder sein Votum beim bayerischen Wirtschaftsministerium abgeben.

„Wie sich der Landrat entscheidet und wann er das in den kommenden Tagen tut, dazu äußert er sich nicht“, sagte der Sprecher der Behörde, Rolf List. Sein „Ja“ oder „Nein“ in der Sache ist auschlaggebend, ob ehemalige Kennzeichen auf den Autos im Kreis prangen. Als Chef des staatlichen Landratsamtes – dem etwa das Gesundheitsamt, die Lebensmittelüberwachung und eben auch die Kfz-Zulassung unterstehen – entscheidet er als „verlängerter Arm aus München“ in dieser Angelegenheit alleine.

Den Kreistag hatte er vor zwei Monaten um ein „Meinungsvotum“ gebeten. Bindend war diese Empfehlung der Räte für ihn allerdings nicht. Dies ist nur bei Beschlüssen der Fall, die das Landratsamt als kommunale Behörde betreffen. Beispiele: Kreisstraßen, Schulentscheidungen, Hoch- und Tiefbau, etc..

Eine Prognose, wie sein Entschluss ausfallen wird und ob das Kennzeichen „HEB“ überraschenderweise nun doch kommt – das war aus dem Landratsamt zumindest gestern nicht zu erfahren. Vom Tisch ist auch die Option, das Thema nochmals in der Kreisausschuss-Sitzung am kommenden Montag zu verhandeln. „Es ist eine Landratsentscheidung“, so Sprecher List. Wie diese ausfällt, bleibt abzuwarten.

In anderen Landkreisen sind die Altkennzeichen schon beschlossene Sache: „PEG“ für Pegnitz (Landkreis Bayreuth) kann ebenso kommen wie „SUL“ für Sulzbach-Rosenberg (Landkreis Amberg-Sulzbach), „FEU“ für Feuchtwangen, „ROT“ für Rothenburg ob der Tauber (beide Landkreis Ansbach) oder „HIP“ für Hilpoltstein (Landkreis Roth). Die Wiedereinführung abgelehnt haben auch die Kreisräte im Landkreis Main-Spessart, im Berchtesgadener Land sowie im Landkreis Hof. Mit 50 Zustimmungen zu den Altkennzeichen liegt die Quote in Bayern deutlich höher als in anderen Bundesländern.

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