Strategietreffen der Trassengegner mit dem BN

Widerstand gegen überdimensionalen Netzausbau

Neben Prof. Dr. Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND (links), und Dr. Herbert Barthel, Referent für Energie und Klimaschutz, waren auch regionale Vertreter des BN anwesend. Trassengegner waren sowohl durch Mitglieder des Bundesverbandes Bürgerinitiativen gegen SuedLink als auch durch Mitglieder des Aktionsbündnisses gegen die Süd-Ost-Trasse vertreten. Aus der Region Nürnberger Land waren Mitglieder der BI Altdorf/Burgthann und der BI Leinburg dabei. | Foto: privat2016/07/strategietreffen_bn_bi1.jpg

ALTDORF/BURGTHANN/LEINBURG – „Der Widerstand gegen den überdimensionierten Netzausbau geht weiter!“ Darin sind sich Bund Naturschutz und Trassengegner einig. Sie fordern eine Diskussion um den Sinn und die Berechtigung für den Bau der Gleichstromtrassen. Scharfe Kritik wird deshalb an der Haltung der Bayerischen Landesregierung geübt, die diese Diskussion für beendet erklärt hat, ohne Belege für die Notwendigkeit der Leitungen geliefert zu haben. Damit erweist sie sich als bereitwilliger Erfüllungsgehilfe der Konzerne, die Interessen der Bürgerinnen und Bürger werden hintangestellt, die dezentrale Bürgerenergiewende wird verhindert.

Der Bund Naturschutz hatte zu dem  Strategietreffen nach Nürnberg eingeladen. Neben Prof. Dr. Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND und Dr. Herbert Barthel, Referent für Energie und Klimaschutz des BN in Bayern, waren auch regionale Vertreter des BN anwesend. Zusammen mit Mitgliedern des Bundesverbandes Bürgerinitiativen gegen SuedLink und Vertretern des Aktionsbündnisses gegen die Süd-Ost-Trasse ergab sich ein reger und konstruktiver Informationsaustausch in entspannter Atmosphäre.

Weiger stellte eine Grundsatzdiskussion zur Energie-Planung in den Raum, die man verstärkt in die Öffentlichkeit tragen müsse. Infrastrukturmaßnahmen wie der Netzausbau dürften nicht aufgrund massiver Gewinninteressen der Energiekonzerne geplant werden.

Hier fehle die notwendige transparente, staatliche Gesamtplanung. Der BUND positioniert sich deutschlandweit gegen den derzeitig geplanten Netzausbau, der das zentralistische System fördert und das Aus der dezentralen Energiewende bedeutet. Der politische Unwille der Bundesregierung zum Klimaschutz und zur Energiewende kommt bei der EEG-Novelle 2016 klar zum Ausdruck. Als keinesfalls unproblematisch darf die von Politik und Netzbetreibern angepriesene Erdverkabelung gesehen werden, von der immer noch viele die Vorstellung hätten, diese wäre wie das Verlegen einer Telefonleitung zu sehen, so der Hinweis der Trassengegner.

Finanziell Fass ohne Boden?

Deshalb müsse die Kostendiskussion in Zukunft noch mehr Berücksichtigung finden, denn der schwer kalkulierbare, hohe finanzielle Aufwand werde von den Verantwortlichen heruntergespielt. Die Kosten für die überhöhten Renditen treiben das Netzentgelt für die Stromkunden zusätzlich in die Höhe. BUND-Vorsitzender Weiger sieht die Gefahr, dass die HGÜ-Leitungen, wie der Berliner Flughafen, finanziell ein Fass ohne Boden werden.

Unter den Anwesenden bestand große Einigkeit, dass eine intensivere Zusammenarbeit zur Förderung einer dezentralen Energiewende stattfinden müsse, nur so könne man die für die Energiewende schädlichen Trassen nachhaltig verhindern. Dafür ist es unerlässlich, Bündnisse einzugehen, um gemeinsam den Druck auf die Verantwortlichen zu erhöhen und Gespräche einzufordern, die mehr sind als die derzeitigen TenneT-Veranstaltungen im Rahmen des sogenannten „Planungsbegleitenden Forums SuedOstLink“.

Diese verlaufen vollkommen intransparent, da die Teilnehmer nach einem nicht nachvollziehbaren System nur persönlich eingeladen werden. Die Treffen finden überwiegend unter Ausschluss von Öffentlichkeit und Presse statt. Das Versprechen der Landesregierung, beim „Neustart“ der Planungen für den SuedOstLink für mehr Transparenz zu sorgen, wird damit nicht erfüllt.
Der anschließende, gemeinsame Besuch der Teilnehmer des Strategietreffens auf dem Reichswaldfest sorgte für die notwendige Entspannung.

N-Land Der Bote
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