Nach Kernsanierung: Wiedereröffnung von „Haus 7“

Wichernhaus weiht Talentschmiede ein

Die „kleine Musikgruppe“ der Heilpädagogischen Tagesstätte als „fleißige Handwerker“. | Foto: Hornung2017/05/Altdorf-Wichernhaus-haus-7-c.jpg

ALTDORF – Gelbes Haus, Spastikerheim, Altdorfer Schandfleck, hässliches Entlein: Eher unschön bis politisch unkorrekt, die Namen, die „Haus 7“ der Rummelsberger Diakonie in der Professor-Franz-Becker-Straße in Altdorf in den letzten 50 Jahren verpasst bekam. Dank Kernsanierung wandelte es sich im vergangenen Jahr jedoch vom „hässlichen Entlein“ zum „soliden Schwan“. Mit zahlreichen Gästen weihten die Rummelsberger ihre neue Talentschmiede ein.

„Wir nennen es Talentschmiede“, sagte Volker Deeg, Mitglied der Geschäftsleitung des Wichernhauses, über das sanierte Haus, das eine Heilpädagogische Tagesstätte (HPT) und Förderstätte beherbergt. Das passe gut, befand die Stellvertretende Bezirkstags-Präsidentin Christa Naaß, denn hier gehe es nicht um Leistung, sondern darum eine klare Tagesstruktur zu schaffen, die Menschen ermögliche, ihre Begabungen und Talente zu entdecken.

Wir sind überzeugt: In jedem steckt ein Talent“, knüpfte Karl Schulz, Mitglied im Vorstand der Rummelsberger Diakonie, an. „Doch Talente müssen entdeckt und gefördert werden.“ Diese Arbeit habe in „Haus 7“ bereits begonnen. 44 Kinder und Jugendliche der Heilpädagogischen Tagesstätte und eine erste Gruppe mit Beschäftigten der Förderstätte nutzen die neuen Räume seit Ostern. 17 Mitarbeitende gewannen durch die Sanierung einen modernen Arbeitsplatz. Bis Anfang August sollen alle eingezogen sein. 3,4 Millionen Euro kostete der aus Eigenmitteln finanzierte Umbau.

Kein „hässliches Entlein“ mehr, sondern „solider Schwan“. | Foto: Hornung2017/05/Altdorf-Wichernhaus-haus-7.jpg

 

Dem Grußwort der Landtagspräsidentin schlossen sich der Stellvertretende Landrat und, als ehemaliger Bürgermeister von Schwarzenbruck, „quasi halber Rummelsberger“ Norbert Reh und Altdorfs Erster Bürgermeister Erich Odörfer an. „Inklusion ist vielerorts sicher noch immer eine Worthülse. In Altdorf wird sie gelebt,“ sagte Odörfer. Deeg dankte für das reibungslose Funktionieren dieses selbstverständlichen Miteinanders.

Der 10-jährige Adrian Rogulj aus Gruppe 13 des Wichernhauses und Mitarbeiterin Christa Loidl hatten den Umbau hautnah mitbekommen und gaben den Gästen einige Einblicke. Wichernhaus-Einrichtungsleiter Wilhelm Hammerschmidt dankte allen Abteilungen für ihre hervorragende Zusammenarbeit, der Immobilien- und Bauabteilung und allen Menschen, die im Haus leben und arbeiten, allen voran Katja Ros ( HPT), die „den Betrieb bei allem Chaos am Laufen gehalten“ habe. Ihr und und Stefan Troidl (Förderstätte) übergab Hammerschmidt die beiden Haus-Schlüssel, die er zuvor symbolisch von Karl Schulz überreicht bekommen hatte.

Instrumentelles und Gesang gab‘s von verschiedenen Musikgruppen, Blumen für Katja Ros, Bau-Kästen mit Holzklötzen für die mit dem Umbau betrauten Herren, eine Einladung zur anschließenden Besichtigung des Hauses ging an alle Gäste. Gekommen waren zur feierlichen Einweihung neben Wichernhaus-Mitarbeitenden, Rummelsbergern und den genannten Ehrengästen, VertreterInnen von beiden Altdorfer Kirchen, vom Stadtrat, vom Verlag Der Bote, sowie der Polizei und der Altdorfer Freiwilligenagentur.

N-Land Julia Hornung
Julia Hornung