500 Besucher kamen zum Tag der offenen Tür

Wichernhaus öffnet Türen

Bei der Foto-Aktion der Wichernhaus-Werkstätten konnten sich die Besucher des Tages der offenen Tür Fotos ausdrucken lassen. | Foto: Reinhold2017/05/Tag_offene_tuer_Wichernhaus2-kl_1.jpg

ALTDORF – Das Wichernhaus hatte am Sonntag seine Türen und Tore für Besucher von nah und fern geöffnet. Gemeinsam mit Bewohnern und Mitarbeitenden feierten die Gäste ein entspanntes Fest für die ganze Familie. Rund 500 Menschen informierten sich über die Angebote der Einrichtung der Rummelsberger Diakonie.

Die Türen am Wichernhaus sind unterschiedlich. Manche sind Tore aus massivem Holz und schauen aus, wie zur Gründung des Wichernhauses vor knapp 100 Jahren. Andere sind neu und mit moderner Technik versehen. Sie öffnen sich automatisch, wenn ein Besucher eintreten oder mit dem Rollstuhl reinfahren will. Am Sonntag standen den Besuchern alle Türen des Wichernhaus weit offen. Der Tag der offenen Tür findet alle drei Jahre im Wechsel mit den Wallenstein-Festspielen statt.

„Alles kostenlos“

Gabi Eberl und ihr Lebensgefährte Jürgen Eberl aus Freystadt bei Neumarkt, haben das Wichernhaus durch den Haupteingang betreten. Nach einem Rundgang durch die Einrichtung sitzen sie nun im historischen Innenhof und genießen Kaffee und Kuchen. „Unsere Enkel sind schon Kettcar gefahren, haben die Rollerbahn ausprobiert und beim Luftballon-Wettbewerb mitgemacht“, erzählt die 49-Jährige. Sie ist zum ersten Mal beim Tag der offenen Tür am Wichernhaus. „Das Angebot ist toll und alles ist kostenlos“, lobt sie.

Heiße Rhythmen: Beim Tag der offenen Tür am Wichernhaus trat am Sonntag die Sambagruppe Vincivi auf.2017/05/Tag_offene_tuer_Wichernhaus3-kl.jpg

 

Neben den Spielaktionen stellte das Wichernhaus den Besuchern seine Arbeit vor. In regelmäßig stattfindenden Führungen konnten die Besucher das Internat für Kinder und Jugendliche sowie die Klassenzimmer des Förderzentrums für Körperbehinderte am Wichernhaus besichtigen. Bei den Infoständen im historischen Hof und in den Außenbereichen waren alle Angebote der Rummelsberger Diakonie in Altdorf vertreten. Beliebt war die Fotoaktion der Wichernhaus Werkstätten. Besucher konnten sich dort ein Foto direkt ausdrucken lassen.

Auch eine Führung durch das komplett kernsanierte „Haus 7“ in der Professor-Franz-Becker-Straße stand auf dem Programm. Das Haus wurde am vergangenen Freitag offiziell eingeweiht. Seit Ende April sind dort die Heilpädagogische Tagesstätte und eine Gruppe der Förderstätte der Wichernhaus-Werkstätten untergebracht.

Daniel Wenske sitzt auf einer Bank und schaut den Menschen im historischen Hof zu. Das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung ist für ihn völlig normal. „In Altdorf wundert man sich nicht, wenn man einen Rollstuhlfahrer trifft.“ Der 36-Jährige findet es positiv, dass die Stadt bei Bauarbeiten auf Barrierefreiheit achtet. Die Arbeit des Wichernhauses und das Zusammenspiel mit der Stadt ist für ihn gelebte Inklusion. „Die Einrichtung ist in der Stadt präsent“, sagt der 36-Jährige.

Das hört Wilhelm Hammerschmidt, Leiter des Wichernhauses, gern. Wallensteinfestspiele, Liederabende, Infoabende und andere Events finden regelmäßig auf dem Gelände oder in den historischen Gebäudeteilen statt. Hammerschmidt betont: „Die Rummelsberger Diakonie bringt sich aktiv in das städtische Leben ein.“ Das war in den vergangenen Jahren so und wird auch künftig so bleiben. Sein Versprechen an die Altdorfer: „Im Wichernhaus gibt es immer eine offene Tür.“ Egal, ob historisch massiv oder neu mit moderner Technik.

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