Rückholaktion nach Unfall in den USA

Warten auf die Starterlaubnis

Einige Maschinen des Nürnberger Flugunternehmens FAI sind auf Ambulanzflüge spezialisiert und mit notwendigen Geräten zur Patientenüberwachung ausgestattet. | Foto: FAI2020/12/Altdorf-FAI-Ambulanzflug.jpg

ALTDORF – Das Nürnberger Flugunternehmen FAI will die in den USA verunglückte Katharina Preu nach Hause bringen. Kurz vor Weihnachten wurde die Altdorferin jedoch erneut notoperiert. Ein Termin für den Rücktransport ist nach wie vor offen.

Die Odyssee geht weiter: Eigentlich hatte sich die vor rund zwölf Wochen in den USA verunglückte Altdorferin Kathartina Preu auf dem Weg der Besserung befunden. Kurz vor Weihnachten meldete sich die Familie dann mit schlechten Neuigkeiten zu Wort.

„Leider gibt es diesmal keine guten Nachrichten. Unsere Katha hat schon wieder einiges durchgemacht. Am Sonntag wurde sie notoperiert. Sie liegt wieder auf der Intensivstation, ihr geht es schlecht, sie hat große Schmerzen. Wir hoffen und beten, dass es bald wieder mehr Richtung Besserung geht und ihr weitere Komplikationen erspart bleiben“, schrieb die Familie im Internet. Regelmäßig hält sie so Freunde, Bekannte und Unterstützer über den Gesundheitszustand der Altdorferin auf dem Laufenden.

Noch lässt Katharina Preus Gesundheitszustand einen Rückflug nicht zu.2020/12/Altdorf-Katharina-Preu-Update-1.jpg

Heute, zehn Tage nach dem letzten Online-Statement, geht es der 27-Jährigen allmählich wieder besser. „Es geht langsam wieder etwas Berg auf, die Entwicklung ist bis jetzt positiv“, sagt Bruder Julius am Telefon. Die Intensivstation konnte sie inzwischen wieder verlassen, schon bald sollen die Rehamaßnahmen fortgesetzt werden. Noch immer befindet sich Mutter Frederike Preu bei ihrer Tochter vor Ort in den USA. „Doch ihr Visum läuft im Januar vorerst aus“, sagt Juius Preu. Er überlegt, seine Mutter zumindest zwischenzeitlich vor Ort ablösen und seine Schwester unterstützen zu können.

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Nachsichtiger Arbeitgeber

Ihrer Arbeit der Physiotherapie im Wichernhaus konnte Frederike Preu in den vergangenen Wochen freilich nicht mehr nachgehen. „Aber ihr Arbeitgeber ist bis jetzt sehr verständnisvoll“, bedankt sich Julius bei der Rummelsberger Diakonie für die Geduld und die entgegengebrachte Unterstützung für seine Mutter. So verbrachte sie Weihnachten bei ihrer Tochter, den „Mini-Weihnachtsbaum“, den sie im Zimmer aufstellte, quittierte Katharina mit einem Lächeln, wie Julius sagt.

Gute Nachrichten gibt es derweil vom Unterfangen Rücktranpsort: Wie berichtet soll Preu per Ambulanzflug in die Heimat gebracht und hier anschließend weiter behandelt werden. Da sie über keine Krankenversicherung in Deutschland verfügt, belaufen sich die Kosten für einen Transport auf rund 70 000 Euro. Um die Summe stemmen zu können, wurde ein Crowdfunding-Projekt ins Leben gerufen – mit Erfolg. Rund 58 700 Euro sind bislang zusammen gekommen.

Unterstützung aus Nürnberg

Das Flugunternehmen, dass den Rücktransport aus den Vereinigten Staaten nun bewerkstelligen soll, kommt aus Nürnberg. „Wir stehen mit FAI aus Nürnberg in Kontakt“, bestätigt Julius Preu. Martin Muehlmeyer ist Vorstand des operativen Geschäfts von FAI. Auf Nachfrage bestätigt er: „Unser ursprüngliches Angebot war auf eine kleinere Maschine, einen Learjet 60, bezogen. Als Entgegenkommen haben wir der Familie Preu aber ein kostenloses Upgrade auf eine größere Maschine, die Challenger 604, angeboten.“


Der Vorteil: Während ein Learjet 60 auf der Strecke von Salt Lake City nach Nürnberg zwei bis drei Stops einlegen muss, muss die größere und schnellere Maschine (870 km/h) nur einmal zwischenlanden, was wiederum einen schnelleren Transport und weniger Strapazen für die Patientin bedeute. Das Unternehmen mit Sitz in Nürnberg bietet weltweit VIP- sowie Ambulanzflüge an. „Insgesamt sind wir mit 27 Maschinen weltweit unterwegs. Wir versuchen, jeden Rückflug auch mit einem Patienten zu belegen“, sagt Mühlmeyer und ergänzt: „Wir sind einmal pro Woche in den USA und sagen der Familie Preu immer Bescheid, wenn wir wieder vor Ort sind. Bislang hat ihr medizinischer Zustand einen Transport allerdings verhindert.“

Das soll sich schon bald ändern: „Wir hoffen sehr, dass wir Katharina Mitte, Ende Januar endlich nach Hause holen können. Dafür muss ihr Zustand aber auch stabil sein“, sagt Julius Preu, wohlwissend, dass weitere, gesundheitliche Rückschläge jederzeit möglich sind. Bereits vor einigen Wochen hatten die behandelnden Ärzte der Familie mitgeteilt, dass sie „sehr viel Zeit und Geduld“ brauchen würde und sich „nicht von den ständigen Höhen und Tiefen“ beunruhigen lassen solle. Leichter gesagt als getan. Doch die Zusage des Nürnberger Flugunternehmens ist ein weiterer Lichtblick für die Altdorfer Familie, ihre Katharina schon bald wieder in die Arme schließen zu können.

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