Stadtrat ruft zu Feuerwerk-Verzicht auf

Warten auf den Böllerschluss

Lärm, Gestank und jede Menge Feinstaub in der Luft: Gerne würde der Stadtrat privates Feuerwerk am Marktplatz untersagen. Am Ende aber bleibt es bei einem Appell. | Foto: David Freigner/stock.adobe.com2020/10/Altdorf-Feuerwerk-Silvester-Adobe-Stock-scaled.jpeg

ALTDORF – Die Grünen versuchen erneut, das Zünden von Feuerwerk auf dem Altdorfer Marktplatz an Silvester zu verbieten. Neben Brand-, Lärm- und Umweltschutz argumentieren sie diesmal auch mit der Corona-Pandemie.

Schon im vergangenen November hatten die Grünen mit einem Antrag versucht, das Böllern in der Innenstadt zu verbieten (wir berichteten). Und sie hatten schnell eine Mehrheit des Stadtrats auf ihrer Seite, darunter auch den damaligen Bürgermeister Erich Odörfer. Doch dann kam der Zeigefinger der Verwaltung: Es fehlt die rechtliche Grundlage für einen solchen Schritt, mahnte Geschäftsleiter Christof Rothkegel damals. Nun haben die Grünen erneut einen Antrag gestellt, um dem Feuerwerk die Zündschnur zu ziehen.

„Nicht zeitgemäß“

„In Zeiten von Fridays for future ist das einfach nicht mehr zeitgemäß“, meint Margit Kiessling (Grüne) und führt neben Umwelt- und Klimaschutz die Feinstaubbelastung, die Verletzungsgefahr, den Stress für Wild- und Haustiere sowie den Arbeitsaufwand für den Bauhof am Neujahrstag als naheliegende Argumente an. Ihr Fraktionskollege Eckart Paetzold geht ferner auf die Corona-Pandemie und die steigenden Infektionszahlen ein: „Der Marktplatz wird ein Anziehungspunkt für Böllerer sein“, prognostiziert er und sieht im Zusammenspiel mit Alkoholeinfluss eine Situation auf die Stadt zukommen, die sie nicht mehr kontrollieren kann. Aus Sicherheitsgründen müsse der Stadtrat reagieren, „sonst handeln wir grob fahrlässig“.

Dem widerspricht Thomas Kramer (CSU). Zum einen hält er weitere Einschränkungen für die Bevölkerung in der momentanen Situation nicht für angebracht. Zum anderen werde der Gaststätten- und Kneipenbetrieb ohnhein stark eingeschränkt und damit wenig Betrieb auf dem Marktplatz sein.

Rechtslage unverändert

Gegen ein Verbot spricht zudem nach wie vor die Rechtslage. Diese habe sich laut Rothkegel seit dem Beschluss im November 2019 nämlich nicht verändert. Feinstaub spiele demnach noch keine Rolle. Und aus Brandschutzgründen ließe sich das Zündeln höchstens in einzelnen Nebenstraßen verbieten, in denen beispielsweise besonders viele Fachwerkhäuser oder Holzvordächer zu finden sind. Deshalb rät er dem Stadtrat von einem Verbot ab und empfiehlt einen Appell.

Ich wünsche mir, dass wir nicht nur ein bisschen appellieren, sondern es verurteilen. Und zwar sehr deutlich“, sagt Christian Lamprecht (FDP), der sich in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend als strikter Feuerwerksgegner outet. Am Ende aber bleibt es bei einem – nahezu einstimmigen – Appell des Stadtrates an die Altdorfer Bürger, auf das Abbrennen von Feuerwerk zu verzichten. Ein Verbot ist damit für den bevorstehenden Jahreswechsel vom Tisch, nicht aber für die kommenden Jahre. Weiterhin vorstellen kann sich die Stadt nämlich eine Lasershow auf dem Marktplatz. Bei den dann zu erwartenden Besucherzahlen wäre privates Feuerwerk in der Innenstadt schon aus Sicherheitsgründen tabu. Corona-bedingt kommt eine solche Veranstaltung in diesem Jahr laut Bürgermeister Martin Tabor (SPD) allerdings noch nicht in Frage.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren