Brainstorming im Stadtentwicklungsausschuss

Viel Grün für Altdorf Nord

Das rot umrandete Gebiet am Ernhofer Weg soll als erster Bauabschnitt beplant werden. Weitere Flächen weiter östlich bis zur Riedener Straße sind ebenfalls Bestandteile von Altdorf Nord. | Foto: Google Maps2020/11/Altdorf-Altdorf-Nord-Bauabschnitt1.jpg

ALTDROF – Beim Brainstorming für die Planung des ersten
Abschnitts von Altdorf Nord ähneln sich die Vorstellungen der Fraktionen in vielen Punkten.

Nachdem Fachbüros für die Bebauung beziehungsweise Entwässerung und Verkehr ein paar Alternativen zu dem ersten zu realisierenden Bauabschnitt des großen insgesamt 20 Hektar umfassenden Gebiets erläutert hatten, gab es ein paar Fragen an die Experten und vor allem eigene Vorstellungen der Fraktionen zu hören. Diese sollten den Planern als Anregungen dienen, denn bereits im Dezember sollen sie dem Gremium einen ersten Vorentwurf präsentieren. Zu Beginn der Ideensammlung erläuterten Bürgermeister Martin Tabor und Bauamtsleiter Bernhard Dotzer, dass es auch darum gehe, möglichst Provisorien bei der Erschließung zu vermeiden, die nach Jahren wieder zurückgebaut werden müssten.

Eckdaten zum Gebiet
Die Grenzen des Gebiets umriss Sophia Lobinger vom Stadtplanungsbüro Grosser-Seeger & Partner. Der Bereich, der zuerst ins Auge gefasst werden soll, liegt nordwestlich des Bahnhofs am Ernhofer Weg mit einem Zugang über die Äußere Hersbrucker Straße. Im Norden wird das Gebiet einmal durch die vorgesehene Umgehungsstraße begrenzt. Es neigt sich leicht nach Norden mit einer Senke in der Mitte, so dass an ein Regenrückhaltebecken gedacht ist. Vorteil des Abschnitts ist seine Nähe zur Innenstadt und zum Bahnhof, daher werden auch Rad- und Fußwege eine Rolle spielen, ebenso der Lärmschutz.

Möglichkeiten der Entwässerung
Ein Vertreter des Ingenieurbüros Christofori und Partner stellte Möglichkeiten der Entwässerung vor, bei der das natürliche Geländegefälle Richtung Ziegelhütte berücksichtigt werden soll. Das Regenwasser könne also nach Norden abgeleitet werden, das Schmutzwasser eventuell mit einer Pumpenanlage Richtung Süden, wo ein Anschluss ist. Auch an eine Abflussmöglichkeit für Starkregen-
ereignisse
müsse man denken.

Viele Überschneidungen
Das Sammeln von Ideen für die Planung des ersten Abschnitts in den einzelnen Fraktionen hat zu ziemlich vielen Überschneidungen im Ergebnis geführt, wenn auch mit unterschiedlicher Gewichtung. Thomas Dietz, Fraktionssprecher von FW/UNA, legte Wert auf Geschoss- und günstigen Wohnbau in der Bahnhofsgegend und an der Äußeren Hersbrucker Straße. Seine Fraktion könne sich auch das geplante Haus für Kinder in dieser Gegend vorstellen, weil es sich dort natürlich am schnellsten realisieren lasse und bald gebraucht werde.


Sakrosankter Grünzug
Ernst Bergmann (SPD), stimmte für seine Fraktion dem Bau von Geschosswohnungen zu. Ein besonderes Anliegen seiner Partei ist die Energetik, die im Auge behalten werden solle, sowie unbedingt die Erhaltung des Grünzugs, der sei „sakrosankt“. Generell legte er den Schwerpunkt auf Ökologie und Freizeitgestaltung, wofür er einen gut überlegten Grünordnungsplan forderte. Der sollte dann Pflanzgebiete, Begrünungen enthalten, Schottergärten aber verbieten.

Straßen nicht zu breit planen
Der Fraktionsvorsitzende der CSU, Thomas Kramer, nannte ebenfalls den Grünstreifen sehr wichtig und schloss sich der Forderung nach Geschosswohnungsbau an. Ferner schlug er vor, dass man einerseits dafür sorgen solle, dass nicht alle Straßen zugeparkt werden könnten, was man über die Breite steuern könnte, andererseits dürfe es aber nicht passieren, dass die Zufahrten zu schmal für Einsatzfahrzeuge werden. Auch der CSU sei der Erhalt von viel Grün wichtig.

Autos aus Wohngebiet verbannen
Eckart Paetzold (Grüne) regte einmal mehr an, Autos aus diesem Wohngebiet zu verbannen, die Nähe zur S-Bahn mache dies möglich. „Die Straßen wären dann Spielstraßen.“ Und sein Fraktionschef Hans-Dieter Pletz ergänzte, dass auch seiner Partei Geschossbau wichtig sei, man aber vor allem Wert auf eine klimapositive Bilanz lege. Viel Grün sollte eine Rolle spielen und man möge den Menschen eine Möglichkeit zum Verweilen geben.


Klimaneutral planen

Christian Lamprecht von FDP/Team Altdorf durfte sich ebenfalls äußern: „Mein Anspruch lautet, dass Baugebiete grundsätzlich klimaneutral geplant werden sollen.“ Hier brach er unter anderem eine Lanze für Dachbegrünungen, die nicht nur gut für das Klima seien, sondern auch sozialer und im Hinblick auf die CO2-Bepreisung ein wichtiger finanzieller Aspekt. Ein Blockheizkraftwerk und Lade-Möglichkeiten für Elektro-Fahrzeuge sollten selbstverständlich sein.


Stadtwerke einbeziehen
Fast alle Vorschläge und Anregungen habe man bereits selber schon in Erwägung gezogen, bestätigten die Planer vom Büro Grosser-Seeger, und habe sie zum Teil schon in die Planung einfließen lassen. Als weiteren Denkanstoß zum Thema Energetik nannten sie die Einbeziehung der Stadtwerke. Bernhard Dotzer informierte, dass man das bereits in die Wege geleitet und dort offene Türen eingerannt habe. Und ein letztes Problem des Abends sprach er an: Da die Flächen in privater Hand sind, müsse man davon ausgehen, dass etwa 40 Prozent später gar nicht bebaut werden würden. Hier sollte man das Thema Bauverpflichtung doch noch einmal ganz intensiv prüfen

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