Sicherheit geht vor – auch im Freibad und am Baggersee

Vernunft walten lassen

Das herrliche Naturbad Weißenbrunn kann man auch ohne Eintritt besuchen. Dafür gibt es hier nur an den Wochenenden eine Aufsicht durch die Wasserwacht. Badegäste plantschen hier auf eigene Verantwortung. Foto: Kaufmann2014/07/naturbadweissenbrunn.jpg

FEUCHT/ALTDORF/WEISSENBRUNN – Hitzewelle ohne Ende: Was ist schöner, als sich am Wochenende oder nach Feierabend in die kühlen Fluten eines Baggersees oder Freibads zu stürzen? Leider ist das Erfrischungsvergnügen nicht ganz ohne Risiko. Gerade in den letzten Tagen wurden im Freistaat und in der Region immer mehr Badeunfälle registriert, manche mit tödlichem Ausgang. Woran liegt das und worauf sollte man beim nasskalten Spaß unbedingt achten?

Raimund Vollbrecht, Geschäftsführer der Feuchter Gemeindewerke und damit zuständig auch für das Freibad Feuchtasia, macht in erster Linie die Hitze verantwortlich, hält aber auch mit Kritik nicht hinter den Berg: „Die Leute sollten natürlich ihren gesunden Menschenverstand einschalten“, fordert er und meint damit, dass man sich nicht ohne Abfrischung oder stark alkoholisiert in Baggerseen oder Weiher stürzen sollte. Eine Tendenz, die ihm Sorgen bereitet, ist auch die statistisch bewiesene Tatsache, dass immer mehr Kinder nicht richtig schwimmen können, was natürlich ein hohes Gefahrenpotenzial darstellt. Hier seien die Eltern gefordert, die sich nicht darauf verlassen dürfen, dass die Kinder diese Sportart in der Schule lernen. „Da darf man dann eben die Kosten für professionellen Schwimmunterricht nicht scheuen“, legt der Geschäftsführer nahe.

Kosten darf man auch nicht scheuen, wenn man sich im Freibad Feuchtasia amüsieren will. Hier muss ein Eintrittsgeld entrichtet werden, das aber gleichzeitig die Garantie ist, dass nicht nur die Einrichtung in sauberem und funktionalem Zustand ist, sondern auch, dass rund um die Uhr Sicherheitspersonal vorhanden ist, das alles tut, um Unfälle zu verhindern. Das sind zum einen die Fachangestellten für Bäderbetriebe, die eine Ausbildung hinter sich haben und genau wissen, worauf zu achten ist. Außerdem werden die an den Wochenenden auch noch von den Ehrenamtlichen der Wasserwacht unterstützt. Dieser Tatsache ist es wohl zu verdanken, dass es seit langem keine schweren Unfälle mehr im Feuchtasia gegeben hat. Verschiedene Vorkehrungen sorgen zudem dafür, dass „Ausrutscher“, im wahrsten Sinn des Wortes, glimpflich abgehen. So gibt es unter dem Sprungturm einen besonderen Fallschutz aus Gummigranulat, der auch zum Einsatz kam, als ein sechsjähriger Junge vor einiger Zeit vom Turm stürzte und sich „nur“ den Arm brach. Vollbrecht ist überzeugt, dass die Sache ohne den speziellen Schutz dramatischer ausgegangen wäre.

Ähnlich sieht das auch Kollege Werner Reichelt in Altdorf, der Geschäftsführer des dortigen Freibads. Wer den Eintritt entrichtet, hat Anspruch auf das ganze „Standardprogramm“, sollte es einen Unfall geben. Die Vorfälle in wilden Bade- oder Baggerseen führt auch er auf Selbstüberschätzung und unvernünftiges Verhalten zurück.

„Diese Unfälle ereignen sich immer situationsbezogen“, weiß er aus Erfahrung und bestätigt, dass auch im Altdorfer Schwimmbad seit sehr langer Zeit nichts mehr passiert ist. Wie in Feucht hat man dort ausgebildete Bademeister und am Wochenende zusätzlich Mitglieder der Wasserwacht. Wer sich das Eintrittsgeld sparen möchte oder aus anderen Gründen lieber in freier Wildbahn schwimmt, der sollte die üblichen Regeln beachten, mit denen man das Gefahrenpotenzial schon deutlich einschränken kann.

Für das wunderschöne Naturbad in Weißenbrunn gibt es unter der Woche keine Aufsicht. „Wer hier badet, tut das auf eigene Verantwortung“, heißt es im Rathaus der Gemeinde Leinburg. Dafür zahlt man aber auch keinen Eintritt. Am Wochenende, wenn die Liegewiesen voller sind als werktags, steht aber auch dort die ehrenamtliche Wasserwacht auf dem Gelände bereit und hält die Augen zur Sicherheit der Badegäste offen.

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