Immer weniger Freiwillige

Verkehrshelfer dringend gesucht

Verkehrshelfer und ehemaliger Polizist Günther Lugert am Zebrastreifen an der Lederersmühle mit Kindern aus der Grundschule Altdorf. | Foto: Jasinta Then2019/09/Altdorf-Verkehrshelfer-gesucht.jpg

Kinder können die Geschwindigkeit von Fahrzeugen nicht richtig einschätzen. Vor 50 Jahren wurden deshalb die ersten Verkehrshelfer in Bayern tätig, damals gab es noch keine Probleme, freiwillige Helfer zu finden. In Altdorf ist das heute anders.

„Fühlen sich oft nicht angesprochen“

Prinzipiell übernehmen zwar oft Eltern oder Großeltern diese Aufgabe, wenn sie selbst ein Kind oder Enkelkind in der Schule haben. Schwierig ist es aber, Menschen zu finden, die nicht direkt betroffen sind. „Sie fühlen sich oft nicht angesprochen“, so Günther Lugert. Die Schüler sollen ja alleine und sicher zu Fuß in die Schule gelangen.

Viele Eltern befürchten aber, dass der Schulweg für ihr Kind zu gefährlich ist und fahren es lieber selbst, so die Schulleiterin der Grundschule Altdorf, Carola Stöhr. Die Sicherheit auf dem Schulweg gewährleisten aber die ehrenamtlichen Verkehrshelfer. Allerdings gibt es in Altdorf nicht genügend Freiwillige. Von Jahr zu Jahr sind weniger Leute bereit, sich als Schülerlotsen zu engagieren. Was also tun?

In Röthenbach bei Sankt Wolfgang (Landkreis Roth) hat beispielsweise die Gemeinde Wendelstein Verkehrshelfer eingestellt, die für ihre Tätigkeit bezahlt werden. In Feucht dagegen gibt es seit Jahren vorbildlich viele Verkehrshelfer, circa 75 sind es derzeit, im Gegensatz zu Altdorf und den dortigen Außenorten, wo insgesamt nur rund 20 Helfer im Einsatz sind. In Feucht hat eine ehemalige Mutter die Organisation in die Hand genommen und koordiniert seitdem erfolgreich die Arbeit der Schulweghelfer.

In Altdorf werden Helfer gesucht für die Standpunkte Rascher Straße/ Übergang zum Kindergarten St. Joseph und für den Zebrastreifen an der Lederersmühle bei der Stadtbibliothek. Gerade im Winter ist die Anwesenheit der Verkehrshelfer hier besonders wichtig, da es erst spät hell wird und die Sicht witterungsbedingt viel schlechter ist als im Sommer. Im Detail geht es um die Zeit zwischen 7.20 und 7.50 Uhr an Schultagen für das gesamte Schuljahr.

Interessenten können sich melden

Für den Übergang an der Lederersmühle wird jeweils eine Person für jeden zweiten Montag und jeden zweiten Freitag gesucht. Für die Rascher Straße werden noch für dienstags, mittwochs und donnerstags ehrenamtliche Helfer benötigt. Interessenten können sich an die Polizei Altdorf, die Stadt Altdorf oder die Grundschule Altdorf wenden.

Obwohl es in Altdorf an Verkehrshelfern mangelt, gab es im vergangenen Schuljahr glücklicherweise keine Schulwegunfälle mit Fußgängern und Autos. Damit das auch so bleibt, braucht die Stadt dringend zusätzliche Schulweghelfer.

Jasinta Then

N-Land Der Bote
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