Stadtrat für Tempolimit

Tempo 30 für Grünsberg?

Ortsdurchfahrt von Grünsberg ist eine Kreisstraße. Zum wiederholten Mal gibt es nun auf Initiative der Altdorfer SPD den Versuch, hier Tempo 30 zu etablieren. | Foto: Alex Blinten2021/03/Gruensberg-Tempolimit.jpg

ALTDORF. Altdorfer wollen Landratsamt überzeugen, dass
die Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Kreisstraße dringend notwendig ist. Der Stadtrat folgt einem Antrag der SPD. Einigkeit gibt es auch bei Querungshilfen für Eismannsberg und Unterrieden.

Für die Kreisstraße in Grünsberg hat es in der Vergangenheit schon mehrfach Vorstöße gegeben, hier Tempo 30 einzuführen. Bisher waren alle erfolglos. Nun also ein weiterer Antrag, der in diese Richtung zielt. Jetzt fordert die Altdorfer SPD die Stadtverwaltung auf, mit der zuständigen Straßenverkehrsbehörde erneut Gespräche zu führen.

Die SPD weist darauf hin, dass es in Grünsberg zwei Bushaltestellen gibt, an denen auch Schulbusse halten. Hier müsse die Sicherheit der Schulkinder und anderer Busfahrgäste gewährleistet sein.

„Wir wissen, dass Tempo 30 in Grünsberg schwierig ist“, sagt SPD-Fraktionschef Ernst Bergmann. „Aber wir wollen das einfach nochmal versuchen und der Verwaltung jetzt den Auftrag erteilen, mit dem Votum des Stadtrats und einer Stellungnahme des Behindertenbeauftragten, das ganze noch einmal vorzutragen.“
Gäbe es in Grünsberg an der Kreisstraße ein Altenheim, eine Schule oder einen Kindergarten, dann wäre die Einführung einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 kein Problem mehr, weil es seit geraumer Zeit eine entsprechende Rechtsänderung in der Straßenverkehrsordnung gibt.

Es gibt die oben genannten Einrichtungen aber nicht, lediglich zwei Bushaltestellen. Trotzdem sei es den Versuch wert, noch einmal beim Landratsamt zu intervenieren, sagt Thomas Dietz (FW/UNA). Den Grünsbergern jedenfalls käme man mit dem Tempolimit entgegen. Es gibt ohnehin im Gebiet der Stadt Altdorf keinen einzigen Ortsteil mehr, aus dem nicht der Wunsch nach Tempo 30 kommt. Darauf weist Bürgermeister Martin Tabor hin, der sich völlig sicher ist, dass bei den Straßenverkehrsbehörden in den kommenden Jahren ein Umdenken einsetzt, das viel öfter Tempo 30 ermöglichen wird.

Margit Kiessling (Grüne) verweist wieder auf den ersten Unfall, der geschehen müsse: „Dann werden die Verantwortlichen sich fragen, warum sie nicht gehandelt haben.“ Auf das Umdenken bei Straßenverkehrsbehörden zu warten, reicht Eckart Paetzold (Grüne) nicht. Er bittet Tabor darum, beim Städtetag eine Initiative für Tempo 30 an Kreisstraßen einzubringen.

Ärger um Querungshilfen

Einig sind sich am Ende alle, einfach nochmal anzuklopfen in Sachen Grünsberger Ortsdurchfahrt. „Steter Tropfen höhlt den Stein“, sagt CSU-Fraktionschef Thomas Kramer. Ob der stete Tropfen auch bei der Altdorfer Forderung nach Querungshilfen in Eismannsberg und Unterrieden den Stein höhlt, bleibt abzuwarten. Hier lehnt das Landratsamt den Bau der Geschwindigkeitsbremser rigoros ab – mit Hinweis auf eventuell entstehende Gefahrenquellen. Bauamtsleiter Bernhard Dotzer nennt die Haltung der Laufer Behörde „sehr unbefriedigend“, man komme in der Angelegenheit einfach nicht weiter.

Sein Tipp: Vielleicht sollten die Altdorfer den Landtagsabgeordneten Norbert Dünkel einschalten. „Das ist erschreckend, dass die zuständige Behörde nicht einmal zu einem Ortstermin bereit ist“, sagt Thomas Dietz (FW/UNA), „der Termin ist unbedingt nötig.“ Was Querungshilfen anbetrifft, waren Altdorfer Wünsche in der Vergangenheit ja an anderen Orten erfolgreich. Darauf weist Horst Topp (Grüne) hin.

Er erinnert an Schleifmühle und Ludersheim. Deshalb sein Appell: für Eismannsberg und Unterrieden unbedingt dran bleiben. Ernst Bergmann schlägt schließlich vor, der Stadtrat solle doch einen Beschluss fassen, dass man die ablehnende Haltung des Landratsamts nicht akzeptiert. Außerdem sollte Altdorf sich direkt an den Landrat wenden. Dem folgt der Stadtrat dann ohne Gegenstimme.

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