Geglückte Inklusionsveranstaltung im Freibad

Sport, Spaß und Sponsoren

Samstag, Punkt 12 Uhr mittags: Hier wurde angeschwommen mit Alexander Gallitz (Mitte), Alexandra Wenk und Gallitz-Sohn Paul Reither. | Foto: Gisa Spandler2019/09/Altdorf-Schwimmen1.jpg

Altdorf. Die Stiftung „Deutschland Schwimmt“ will Kindern mit Handicap Sicherheit im Wasser vermitteln. Bei einer zweitägigen inklusiven Veranstaltung werden zwei Rekorde gebrochen und die Öffentlichkeit auf unterhaltsame Weise informiert.

Inklusionsförderung durch Schwimmen? Genau das ist das Konzept des Gründers und Vorsitzenden der Stiftung „Deutschland Schwimmt“, Alexander Gallitz. Mit  einem besonderen Event hat er am Wochenende auf ein besonderes Projekt aufmerksam gemacht und resümiert zusammen mit vielen Teilnehmern und Besuchern: „Experiment geglückt, Rekorde aufgestellt, Wiederholung nicht ausgeschlossen.“
Der ehemalige Leistungsschwimmer hat Anfang 2017 die Stiftung „Deutschland Schwimmt“ ins Leben gerufen, um die Qualität der Schwimmfähigkeit bei Kindern, insbesondere bei solchen mit Behinderung, zu verbessern. Um diesem Ziel ein Stück näher zu kommen, hat er zusammen mit vielen Partnern am Wochenende eine große inklusive Aktion im Altdorfer Freibad auf die Beine gestellt, wertvolle Gelder für Projekte generiert und das inklusive Bewusstsein in der Bevölkerung gestärkt. Das Ziel seiner Stiftung ist, möglichst viele Schwimmlehrer mit einer Sonder-Qualifikation auszustatten, die gehandicapten Kindern und Jugendlichen sicheres Schwimmen beibringen.

24-Stunden-Inklusionsschwimmen
Die Veranstaltung startete mit dem 24-Stunden-Inklusionsschwimmen, bei dem von Samstag, 12 Uhr, bis Sonntag, 12 Uhr, alle, die 50 Meter durchhielten, teilnehmen konnten.  272 Kilometer und 900 Meter sind in den 24 Stunden geschwommen worden, verkündete Gallitz am Ende.
Weiteres Highlight am Sonntag war die Inklusionsstaffel 100 mal 100 Meter am Sonntagvormittag, bei der Schwimmer mit und Schwimmer ohne Handicap jeweils 100 Meter schwammen und so einen neuen Weltrekord aufstellen wollten. Auch das gelang, dokumentiert unter anderem von einem Team des Bayerischen Rundfunks, das die Sportler auf Schritt und Tritt verfolgte.
Zu Beginn hatte Gallitz den vielen Helfern und uneigennützigen Teams, die das Event zu einem runden machten gedankt, insbesondere Bademeister Jan Wieland, Geschäftsführer der Stadtwerke Altdorf, Florian Müller, der Wasserwacht, den vielen Sponsoren, darunter auch der Bote, sowie anwesenden Kreis- und Stadträten, von denen einige wie Dr. Bernd Eckstein und Eckart Paetzold auch ins Wasser stiegen, Bürgermeistern der Nachbarkommunen sowie dem Ehrengast Alexandra Wenk.

Olympia-Teilnehmerin
Als zweimalige Olympia-Teilnehmerin und Europameisterin war es ihr eine Ehre, das Anschwimmen mit zu übernehmen, und ein Herzensanliegen, sich zu engagieren, sei es doch enorm wichtig, Kindern mit und ohne Behinderung, aber auch Erwachsenen sicheres Schwimmen beizubringen. Bürgermeister Erich Odörfer stellte die Veranstaltung unter das passende Motto „Dabeisein ist alles“, weil es an diesem Wochenende nicht um Schnelligkeit und Siegen gehe, sondern um gelebte Teilhabe. Saskia Fuhrmann, Stellvertreterin im Vorstand der Bayerischen Was-
serwacht, betonte den Wert solcher Veranstaltungen, weil aktuell das Schwimmen „den Bach runtergeht“. Sehr angetan von der Initiative zeigte sich auch Angelika Feisthammel, Behindertenbeauftragte des Landkreises und Vorsitzende des Behindertenrats des Bezirks Mittelfranken. Nicht nur, dass hier vieles getan werde, dass Behinderte das sichere Schwimmen lernen, sondern auch das Bestreben, gehandicapte Menschen zu Schwimmlehrern auszubilden, hält sie für „eine tolle Sache“.

Arschbomben als Highlight
Optisches Highlight am Samstag war ohne Frage die „Altdorfer Arschbomben-Weltmeisterschaft“, bei der es wie bei vielen anderen Wettbewerben Preise für die Gewinner gab. Bombige, graziöse, artistische, gewagte und übermütige Sprünge ins 23 Grad warme Nass der sieben Furchtlosen begeisterten die Menge, so dass es am Ende schwer war, Anika, Felix und Sophie als Sieger auszumachen.  

Besondere Leistungen
Zur Siegerehrung kamen Landrat Armin Kroder und Harald Walter, der Präsident des Bayerischen Schwimmverbands, die sich freuten, die Urkunden für besondere Leistungen vergeben zu können, obwohl sie beide betonten, dass an einem solchen Wochenende alle Teilnehmer Sieger seien.
Besonders gratuliert wurden Frank Horras, der die Marathon-Distanz von 42 000 Metern durchhielt, sowie Lena Welsch in der Disziplin Inklusion weiblich, die es auf 8300 Meter brachte, und Anika Jacksteit in der Wertung weiblich gesamt, die 11 000 Meter durchhielt.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler