Sophienquelle: über 20000 Euro Schaden

„Dort unten gibt es Spuren“: Rotraud von Stromer-Baumbauer entdeckte auf den Überresten der barocken Sandsteinquader Stiefelspuren. Foto: Blinten2011/03/sophienquelle1.jpg

GRÜNSBERG – Rotraud von Stromer-Baumbauer ist ratlos. Was kann sie nur tun, um weitere Zerstörungen an der Sophienquelle im Wald bei Schloss Grünsberg zu verhindern? Erneut haben sich Unbekannte an dem Kulturdenkmal ausgetobt und höheren Schaden angerichtet als jemals zuvor. Von mindestens 20.000 Euro spricht die Schlossherrin und Vorsitzende der Stromerschen Kultur-, Denkmal- und Naturstiftung, die den kulturgeschichtlich wertvollen Besitz der Familie Stromer auf Schloss Grünsberg erhält.

Irgendwann um den 10. Februar herum, zeitlich ganz genau eingrenzen lässt sich die Tat wohl nicht, hat sich ein Unbekannter daran gemacht, große quaderförmige Brüstungssteine auf der linken Seite der Quell-Mauer herauszubrechen. Anschließend warf der Täter die Sandsteine in die Quellfassung, wo sie zerbrachen.
Bemerkt wurde der Vandalismus von Mitgliedern des Fischereivereins Altdorf, die sich sofort mit Rotraud von Stromer-Baumbauer in Verbindung setzten. Die wiederum  zeigte die Angelegenheit bei der Altdorfer Polizei an.

Immer wieder Zerstörungen

Dort befasst man sich nicht zum ersten Mal mit Zerstörungen an der Sophienquelle. Bereits in den achtziger und neunziger Jahren  registrierte die Familie Stromer immer wieder Vandalismus an  ihrem Besitz, der seit Gründung der Kultur-Stiftung im Jahr 1999 ins Eigentum der Allgemeinheit übergegangen ist. Kleinere und größere Beschädigungen am Quell-Bauwerk wechselten einander ab, allerdings gab es noch nie derart gravierende Zerstörungen wie jetzt.

Zugänglich ist die Sophienquelle für jedermann, sie liegt an einem öffentlichen Wanderweg. „Der Vandale hat nicht nur die Stiftung schwer geschädigt, sondern alle Menschen, die an der Sophienquelle ihre Freude haben“, sagt Rotraud Stromer-Baumbauer. Ihre Urgroßtante ließ das Quell-Bauwerk vor 150 Jahren restaurieren. Es erinnert an deren Urgroßmutter Sophia-Maria Nützel-Paumgartner-Haller.

Platte zerschlagen

Bis vor fünf Jahren wies eine Sandsteinplatte mit einer Inschrift auf die Geschichte der Quelle hin. Diese war in die Mauer des Quell-Bauwerks eingelassen. 2006 stieß dann ein Unbekannter ebenfalls einen Brüstungsstein von oben hinab in die Quellfassung. Kaum war der Fall bei der Polizei angezeigt, machte sich vermutlich derselbe Täter erneut an der Sophienquelle zu schaffen und brach die Sandsteinplatte mit der Inschrift zur Historie des Quellbauwerks aus der Wand, zertrümmerte den Stein und ließ etwa ein Drittel der Platte mitgehen. Heute klafft in der Wand, wo seinerzeit die Inschrift angebracht war, nur noch ein Loch.

Wie geht es jetzt weiter? Die Stromersche Kulturstiftung wird nach der Generalsanierung der Burg Grünsberg das für die Reparaturen an der Sophienquelle notwendige Geld vorläufig nicht aufbringen können. „Wir sind jetzt auf Spenden angewiesen“, sagt Rotraud von Stromer-Baumbauer mit einer gehörigen Portion Wut auf den unbekannten Täter, der sich immer wieder an dem wertvollen Kulturdenkmal austobt. Sie hat eine Belohnung in Höhe von 500 Euro für Hinweise ausgesetzt, die auf die Spur des unbekannten Vandalen führen.

Die Sophienquelle bei Grünsberg ist die größte gefasste barocke Quellanlage nördlich der Alpen. Angelegt wurde sie nach italienischem Vorbild 1724–26 von Johann Paul Paumgartner zu Ehren seiner Gemahlin Sophie Nützel von Sündersbühl. 

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