Kritik der Schulleitungen

Riesenproblem mit Buslinien

Die türkischen Otokar-Busse fielen nach Angaben der Hersbrucker Firma Meidenbauer gleich zu Beginn der Linien-Umstellung mit Maschinenschaden aus. Die Beschaffung von Ersatzfahrzeugen, in denen dann die Routengeräte teilweise nicht funktionierten, trug erheblich zu den Problemen der ersten Tage nach der Umstellung bei. | Foto: Hornung2016/12/Altdorf-Busse.jpg

ALTDORF/BURGTHANN – An den Schulen im südlichen Landkreis brodelt es. Seit der Übernahme des Schulbusverkehrs durch die Firma Meidenbauer kommen Schülerinnen und Schüler, die morgens mit dem Bus in die Schule fahren müssen, ständig zu spät. Ferien-Hausaufgabe für die Fahrer: Strecken abfahren.

„So kann das nicht weitergehen“, ärgert sich Regina Fleischer, Leiterin des Altdorfer Leibniz-Gymnasiums. „Wir haben hier ein Riesenproblem seit die Firma Merz nicht mehr fährt.“ Am Altdorfer Gymnasium war man eigentlich davon ausgegangen, dass der Übergang von Merz auf Meidenbauer reibungslos klappt. Vertreter der Firma hatten sich in der Schule vorgestellt und einen guten Eindruck hinterlassen.

Oberrieden ist nicht Oberferrieden

Dass jetzt aber die Fahrer absolut ortsunkundig sind und mit den Kindern in der Gegend herumfahren, dass in einem Fall Oberferrieden mit Oberrieden verwechselt wurde, ist für Fleischer nicht nachvollziehbar. „Die Strecken hätten doch vorher abgefahren werden müssen.“

Außerdem: Kinder berichteten, dass es zu wenig Platz in den Bussen gebe. Alles in allem ist der Schülerbusverkehr seit der Umstellung ein großes Durcheinander. Gut nur, dass es am kommenden Freitag in die Weihnachtsferien geht. Dann kann Meidenbauer an den Problemen arbeiten, so Fleischer.

An der Mittelschule in Altdorf gab es am vergangenen Montag und Dienstag ebenfalls Probleme, viele Jungen und Mädchen kamen zu spät. Allerdings waren die Bus fahrenden Kinder an den folgenden Tagen pünktlich.

Busse sind zu voll

Anders an der Mittelschule in Burgthann, wo es durchgehend Schwierigkeiten gab, so Sabine Gauer, Mitglied der Schulleitung. Kinder erzählen, dass die Busse viel zu voll sind. Wer kann, fährt jetzt mit der S-Bahn, so etwa die Jungen und Mädchen aus Ezelsdorf, die nun am Haltepunkt Oberferrieden einsteigen.

Verschiedene Anschlüsse klappen allerdings auch nicht, so fährt etwa der am Bahnhof Burgthann wartende Anschlussbus in Richtung Unterferrieden und Lindelburg weg, wenn der von der Mittelschule kommende Bus hier zu spät kommt. Kinder aus dem Burgthanner Unterdorf, die bislang mit Schulbussen mitfahren konnten, müssen jetzt zu Fuß gehen.

Hausaufgabe für die Fahrer

„Die ortsunkundigen Fahrer sollten die Strecken unbedingt in den Ferien abfahren“, fasst Gauer zusammen.

Manfred Kugler, Geschäftsführer von Regiobus Meidenbauer, hat jedenfalls versprochen, dass seine Fahrer nachgeschult werden. Die Firma wollte ursprünglich Fahrer von Merz übernehmen, die die Gegend wie ihre Westentasche kennen. Weil Meidenbauer aber schlechter zahlt als das Gnadenberger Unternehmen Merz, nahm kein einziger Merz-Chauffeur das Angebot an.

Meidenbauer dagegen schlug Merz‘ Offerte aus, die Haltestellen mit den bestehenden Schildern zu übernehmen und kündigte seinerzeit an, alles selbst neu zu gestalten. Geklappt hat das bislang noch nicht, soll aber auch nachgearbeitet werden.

Landratsamt plante zwei Jahre lang

In den sozialen Medien tauschen sich derweil Eltern darüber aus, wo Kinder wie lange warten mussten, dass Busse verspätet oder gar nicht kamen.

Dass es Anlaufschwierigkeiten bei der Umstellung von Buslinien geben kann, ist selbstverständlich, dass die Probleme aber so massiv sind, deutet nach Überzeugung vieler Eltern darauf hin, dass die Vorbereitung auf die Umstellung auch durch das zuständige Landratsamt mangelhaft war. Dabei lief die Neuplanung der Linien zusammen mit externen Verkehrsplanern über zwei Jahre.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten