Investition um Service, Beratung und Atmosphäre zu verbessern

Richtfest für Multibaustelle der Raiffeisenbank

Richtfest für den Erweiterungsbau der Raiffeisenbank Altdorf-Feucht am Unteren Markt in Altdorf. Die Vorstände Manfred Göhring und Walter Engelhardt sowie Geschäftsstellenleiter Gerhard Bogner mussten zum Hammer greifen und in luftiger Höhe die letzten Nägel in den Dachstuhl schlagen. Den Wettbewerb gewann eindeutig Gerhard Bogner2012/07/raibari3_New_1342192502.jpg

ALTDORF – Von einer „Multibaustelle“ sprach der Vorstandsvorsitzende Manfred Göhring beim Richtfest für die Geschäftsstelle Altdorf am Unteren Markt. „Es entsteht ein Neubau, gleichzeitig Anbau, es erfolgt ein Ausbau, eine Erweiterung, Renovierung und Modernisierung.“ Mit dieser erheblichen Investition in Altdorf stelle man ein weiteres Mal unter Beweis, dass man eine Bank zum Anfassen sei. Die von Friedrich Wilhelm Raiffeisen formulierte Philosophie „Was dem einzelnen nicht möglich, das vermögen viele“ lasse sich auch auf dieses Bauwerk übertragen. Auch da könne ein einzelnes Gewerk wenig ausrichten, aber wenn alle ineinander greifen, dann entstehe etwas Brauchbares, was viele Generationen überdauere.

Man sei stolz darauf, ein solches Projekt realisieren zu können, sagte er mit einem Blick auf die Bankenlandschaft allgemein, denn die Raiffeisenbanken wären einfach anders.Als Stichworte nannte er Mitgliederförderung, ganzheitliche Beratung, solide Geschäftspolitik, Kreditwachstum, nachhaltiges Wirtschaften, Gesetzestreue und Eigenverantwortung.

Deswegen habe man auch in Zeiten von Staats- und Bankenkrisen die finanzielle Kraft und die Substanz zu investieren, um Service, Beratung und Atmosphäre für die Kunden zu verbessern.

Der Bau gehe gut voran und so dürfe man sich heute gemeinsam über den Fortschritt und das Richtfest freuen.

Und so wie man als Bank für die Region stehe und Traditionen lebe, so wolle man auch die Traditionen am Bau pflegen und den Richtspruch hören.

Bevor den Zimmermann Hubert Eckstein in luftiger Höhe hielt und dabei Bauherrschaft, Architekten und Handwerker hoch leben ließ, bat Architekt Werner Fischer die Vorstände Manfred Göhring und Walter Engelhardt sowie Geschäftstellenleiter Gerhard Bogner aufs Gerüst, um die letzten Nägel in den Dachstuhl einzuschlagen.

Wieder sicheren Boden unter den Füßen ließ Vorstand Walter Engelhardt die Baugeschichte Revue passieren. Ausgangspunkt der Überlegungen war das künftige Raumkonzept für die Geschäftsstelle, nachdem man zwei angemietete Gebäude nutzte.

Als sich die Verhandlungen mit dem Eigentümer des Gebäudes Unterer Markt 12 schwierig gestalteten überlegte man neue Varianten, die einen Anbau an das historische Gebäude beinhalteten. 2008 entschied man sich dann zum Kauf des historischen Gebäudes von den Eigentümern Rupprecht, um sich nach Ablauf des Mietvertrages im Dezember 2013 aus dem Unteren Markt 12 zurückzuziehen und stattdessen einenAnbau zu erstellen.

Mit dem Kauf des Baudenkmals hatte man den Denkmalschutz im Boot, der durch eine dendrochronologische Altersbestimmung herausfand, dass das Holz für das Dachgebälk im Winter 1553/54 geschlagen wurde, nachdem Markgraf Albrecht Alcibiades Altdorf weitgehend zerstört hatte und neu aufgebaut werden musste.

Und dieser Dachstuhl, der zwar der Renaissance zugeordnet wird, aber auch spätmittelalterliche Konstruktionsmerkmale aufweist, hat es den Denkmalschützern angetan. „Für uns als Bauherrn in finanzieller, für die Architekten in planerischer und die Baufirmen in handwerklicher Hinsicht eine große Herausforderung“, betonte Engelhardt. Man sei sich aber sicher, dass gerade dieser Dachstuhl das künftige Bild und den Eindruck des Gebäudes wesentlich präge und dass sich diese Investition lohnen werde.

Aus der Geschichte des Hauses geht weiter hervor, dass es unterschiedlich genutzt wurde und sich z.B. Mitte des 19. Jahrhunderts hier die Gastwirtschaft „Zum weißen Schwan“ befand.

Im August 2011 erfolgte der Abbruch des Rückgebäudes und die Entkernung des zweiten Obergschoßes, im März 2012 war dann mit dem Spatenstich offizieller Baubeginn. Sein besonderes Lob und der Dank galten dem Architekturbüro Fischer Planen und Bauen Feucht, den Fachbüros und vor allem den Handwerkern (Baufirma Brunner, Feucht, Zimmerei Eckstein), die auch unvorhersehbare Themen meisterten und professionell lösten. „Wir wissen unser Vorhaben bei ihnen in guten Händen und sind überzeugt, dass wir die Baumaßnahme termingerecht abschließen können“, sagte Engelhardt.

Architekt Werner Fischer dankte der Raiffeisenbank für das entgegengebrachte Vertrauen und streifte ebenfalls kurz die Herausforderungen durch den Denkmalschutz. Man sei gemeinsam auf einem guten Weg.

Er und Architekt Michael Zaschka, der für das Vorhaben zuständig ist, bestätigten den Fachplanern und den Handwerkern gute Arbeit. Zaschka vergaß aber auch nicht die eigene Mannschaft im Büro, die durch das Vorhaben ebenfalls gefordert war.

Es handle sich hier um ein hoch komplexes Bauwerk, dessen Herausforderung darin liege, dass man ein über 500 Jahre altes Gebäude und einen Neubau mit einander verbinden muss. Sogar zu den Altdorfer Gewölbekellern, die rund fünfeinhalb Meter tiefer liegen, bleibt ein Zugang. Das Highlight des Baus aber befinde sich mit dem Veranstaltungsraum mit allen technischen Rafinessen im Dachgeschoß.

Einem alten Brauch folgend erhielten die Bauherren dann Schaufel und Besen überreicht, denn nach dem Richtfest sind sie für die Sauberkeit auf der Baustelle zuständig.

LORENZ MÄRTL

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