Ukrainerin bekommt doppelte Staatsbürgerschaft

Reisepass für Olga Geißler

Das sind die alten Dokumente, jetzt bekommt Olga Geißler einen neuen deutschen Pass. Foto: Kappes2014/06/ukrainerin.jpg

NÜRNBERGER LAND – Im April haben wir über das Schicksal von Olga Geißler berichtet. Drei Jahre lang kämpfte die aus der Ukraine stammende Frau um die Einbürgerung in Deutschland. Jetzt kam für die Frau, deren Namen wir in unserem ersten Beitrag in „Tatjana Schmidt“ geändert hatten, eine erlösende Nachricht aus dem Innenministerium: Dem deutschen Pass steht nichts mehr im Weg.

Die 32-Jährige Ukrainerin lebt seit elf Jahren in Deutschland, hat hier studiert und arbeitet als Psychotherapeutin. Ihr ukrainischer Reisepass war seit 2011 abgelaufen, einen deutschen Pass konnte sie nicht bekommen, weil sie keine deutsche Staatsbürgerin ist. Und ihren Lebensgefährten konnte sie nicht heiraten, weil dazu das ukrainische Pass-Dokument fehlt.

Als die Therapeutin den Wunsch nach einer Ausbürgerung in der Ukraine und einer Einbürgerung in Deutschland beim Ausländeramt in Lauf äußerte, schlug ihr die für sie zuständige Mitarbeiterin vor, Olga Geißler könne Urlaub nehmen, in die Ukraine reisen, und sich dort ausbürgern lassen. Für die Rückreise nach Deutschland solle sie sich einen neuen ukrainischen Pass ausstellen lassen. Geißler befürchtete, dass man sie ausbürgern könnte und sie dann möglicherweise ohne Reisedokumente dastehen würde. Außerdem: Wohin sollte sie sich wenden? Sollte sie ins Rathaus ihres Geburtsorts Charkow gehen? Oder nach Kiew? Die politische Lage im April war noch hochexplosiv. Die 32-Jährige wandte sich in ihrer Verzweiflung seinerzeit direkt an Innenminister Joachim Herrmann. Der hat ihr jetzt nach eingehender Prüfung des Falls geantwortet und hat gute Nachrichten: Olga Geißler bekommt die deutsche Staatsbürgerschaft – auch ohne Ausbürgerung in der Ukraine.

„Unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls ist Ihnen die Entlassung aus der ukrainischen Staatsangehörigkeit unter zumutbaren Bedingungen nicht mehr möglich“, teilt ihr Herrmann mit. Deshalb stimmt das Innenministerium der Einbürgerung zu.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten