Landschaftsformation bei Altdorf ausgezeichnet

Ein Preis für einzigartige Dünen

Roland Eichhorn (2.v.r.) übergab die Auszeichnungen an Bernd Hölzl (Landratsamt Nürnberger Land, links), Karlheinz Schuster (Fränkischer Albverein, 2.v.l.) und Roland Blank (Forstbetrieb Nürnberg, rechts). | Foto: Blinten2016/07/Duenen.jpg

ALTDORF – Durchschnittstemperaturen von maximal 15 Grad Celsius im Sommer, peitschender Wind, eine baumlose Steppe und Sand so weit das Auge reicht – so muss man sich die Landschaft im südlichen Nürnberger Land am Ende der letzten großen Eiszeit vorstellen. Relikte aus dieser unwirtlichen Epoche sind die mächtigen Sanddünen zwischen Altdorf und Leinburg. Sie sind jetzt Repräsentanten für das Gestein des Jahres 2016.

Roland Eichhorn leitet den Geologischen Dienst am Landesamt für Umwelt. Er bezeichnet die mächtigen Sande bei Altdorf als „beeindruckende Symbole des Klimawandels“. Als solche hat eine Jury die geologischen Raritäten nun ausgezeichnet, die Urkunden dazu überreichte Eichhorn an Roland Blank von den Staatsforsten, Bernd Hölzl vom Landratsamt Nürnberger Land und Karlheinz Schuster vom Fränkischen Albverein. „Die Prämierung würdigt die gemeinsame Initiative, Groß und Klein über einen idyllischen Dünen-Wanderweg eine weitgehend unbekannte Naturgeschichte Bayerns näherzubringen“, so Eichhorn. 86 Kilometer lang ist der Dünenweg, der in Kooperation von Staatsforsten, Landratsamt und Albverein entstand.

40 Meter starke Sandschichten

Die gewaltigen Sanddünen, vor 10.000 Jahren aufgetürmt von tobenden Stürmen, wurden in den folgenden Jahrtausenden, als die Temperaturen kontinuierlich anstiegen, von Vegetation bedeckt. Dass heute Dünen freigelegt sind und an manchen Stellen im Reichswald die bis zu 40 Meter mächtigen Sandschichten frei liegen, hängt mit dem hiesigen Sandabbau zusammen. Auf den abgebauten Flächen entwickelte sich in der Folge eine einzigartige Fauna und Flora.

Auf den Flächen ist der Ziegenmelker heimisch und die Blauflügelige Ödlandschrecke, auf den Sandflächen wächst das seltene Silbergras. Der Forstbetrieb sorgt dafür, dass die Sand-Areale nicht zuwachsen und die Biotope erhalten bleiben. Diese liegen innerhalb des Naturschutzgebiets Flechten-Kiefern-Wälder, mit über 800 Hektar das zweitgrößte zusammenhängende Naturschutzgebiet Bayerns.

Eine geologische und ökologische Besonderheit also, mit der der Landkreis auf Tourismusmessen wirbt. Wenn Bernd Hölzl Messebesucher fragt, ob sie denn wissen, dass es in Franken Dünen gibt, dann hat der deren ungeteilte Aufmerksamkeit. Über 40.000 Broschüren über die Landschaft im südlichen Nürnberger Land hat er mit seinen Kollegen bereits an Messeständen verteilt. Das Interesse ist groß.

Der Fränkische Albverein sorgt mit seinen vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern dafür, dass der Dünenweg und der Sand-Rad-Weg immer gut markiert sind. Den Dank dafür nahm Karlheinz Schuster als Vizepräsident des Albvereins von Roland Eichhorn entgegen.

Schutz des Trinkwassers

Eichhorn erinnerte auch daran, dass der Flusssand in der Region um Nürnberg seit Jahrhunderten ein beehrter Baustoff ist. Als „Sandbüchse des Reiches“ wurde die Noris deshalb in der Vergangenheit bezeichnet. Die Nachfrage nach dem Qualitäts-Sand ist groß und wächst von Jahr zu Jahr, der Sandabbau in den Kieferwäldern zwischen Altdorf und Leinburg ist aber für immer eingestellt, obwohl noch riesige Mengen Sand in dem Gebiet lagern. Weil die Stadt Nürnberg aus dem Bereich des Naturschutzgebiets ihr Trinkwasser gewinnt, verzichtet man zum Schutz des Grundwassern auf ein Abbagern der Sande.

Wer sich das Gebiet erwandern will, kann vom Parkplatz in Röthenbach bei Altdorf dem Fränkischen Dünenweg entlang der Röthenbachklamm folgen. Man gelangt schließlich zum Geotop Sanddünen, dort ist eine Infotafel aufgestellt. Die Weglänge beträgt 2,9 Kilometer, die Gehzeit 40 Minuten. Das Geotop ist auch gut mit dem Fahrrad über Forstwege erreichbar, z.B. von Ungelstetten oder Fuchsmühle aus.

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N-Land Alex Blinten
Alex Blinten