Windkraft bei Eismannsberg

Planer empfehlen den Bau von zwei Windrädern

So oder so ähnlich könnte es auf der Hochfläche nördlich von Eismannsberg aussehen, wenn hier zu den bestehenden Anlagen auf Offenhausener Gebiet noch zwei zusätzliche auf Eismannsberger Seite hinzukommen. Einheitlich müssen die Anlagen sein, schlugen die Planer vor. Foto: Fotolia2013/12/windkraft.jpg

ALTDORF — Mit dem Bebauungsplan für die Windenergieanlagen auf der Konzentrationsfläche bei Eismannsberg geht es voran. Zwischenzeitlich liegen Vorschläge für den Anlagen-Standort in dem Gebiet, für die Anzahl der Anlagen und für deren Größe auf dem Tisch.

Guido Bauernschmitt vom Planungsbüro Team 4 stellte die Vorschläge im Bauauschuss des Stadtrats vor. Der musste darüber zwar keine Entscheidung fällen, ist aber nun vorinformiert, so dass auf der nächsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses entschieden werden kann.

Die Pläne für die Konzentrationsfläche bei Eismannsberg sind bereits weit gediehen. Im Bebauungsplan können nun die exakten Standorte für Windräder festgelegt werden, außerdem kann darin bestimmt werden, wie hoch diese sein werden, welchen Rotordurchmesser sie haben sollen und welcher Anlagen-Typ gebaut werden darf.

185 Meter Gesamthöhe

Team 4 hat für die Altdorfer Stadträte verschiedene Entscheidungs-Alternativen vorbereitet und im Bauausschuss Planbeispiele vorgestellt: Für die nach Rotordurchmesser unterschiedlichen Anlagentypen zeigten die Planer auf, wieviele Windräder eines jeweiligen Typs auf der Fläche aufgestellt werden können. Sie empfehlen den Bau von nicht mehr als zwei Windrädern mit einem Rotordurchmesser von 101 Metern und einer Gesamthöhe von 185 Metern. Solche Windräder stehen bereits in der benachbarten Gemarkung Offenhausen. „Aus städtebaulicher und auch aus landschaftlicher Sicht sollte ein möglichst einheitliches Erscheinungsbild der Anlagen angestrebt werden“, so Bauernschmitt dazu.

Möglich wäre auf der Konzentrationsfläche auch das größte Windrad, das derzeit gebaut wird, ein knapp 200 Meter hoher Riese mit einem Rotordurchmesser von 141 Metern. Davon rät Team 4 aber aus Gründen der Einheitlichkeit ab.

Christa Wild, Stadträtin und Eismannsberger Ortssprecherin, trug im Bauausschuss noch einmal den Wunsch vieler Bürger aus ihrem Ort vor, nicht mehr als zwei Anlagen in dem Gebiet zu bauen. Dem kommen die Planer mit ihren Empfehlungen entgegen. Würde man mehr Anlagen aufstellen, so hätte die Wind-Ernte Einfluss auf die benachbarten Windräder auf Offenhausener Gebiet, deren Ertrag dann geschmälert würde.

Als die Konzentrationsfläche für Windenergie seinerzeit im Flächennutzungsplan aus dem Landschaftsschutz herausgenommen werden musste, weil man einen Bebauungsplan für das Gebiet aufstellen wollte, hatten viele Stadträte Bauchschmerzen. Im Kreistag stimmten die Grünen seinerzeit gegen diese Herausnahme aus dem Landschaftsschutz und wandten sich auch gegen die Aufstellung eines Bebauungsplans. Für die SPD sieht sich jetzt Ernst Bergmann bestätigt, dass aber genau dieser Weg der einzig richtige sei. Bürgermeister Erich Odörfer betonte in diesem Zusammenhang, dass man auch auf Offenhausener Gebiet die Planungen mit einem Bebauungsplan für Windenergieanlagen begann. Er äußerte sich zufrieden damit, dass jetzt Vorschläge für Windkraftanlagen vorliegen. Darüber wird der Stadtentwicklungsausschuss im Januar entscheiden.

Ob dann jedoch jemals Windräder bei Eismannberg gebaut werden dürfen, ist derzeit noch völlig offen. Wie berichtet, werden in Bayern nach einem entsprechenden Kabinettbeschluss derzeit keine Anlagen mehr genehmigt, die Regionalpläne liegen auf Eis. Die Staatsregierung plant einen größeren Mindestabstand der Anlagen zur Wohnbebauung. Der soll mindestens zehnmal so groß sein, wie die Höhe des Windrads. Auf Nachfrage bestätigte Bauernschmitt im Bauausschuss, dass mit dieser Maßgabe kein einziges Windrad in der Konzentrationsfläche aufgestellt werden könnte.

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