Buslinien-Chaos rund um Altdorf

Neuer Fahrplan soll es richten

Beim Start der Linien am 2. Dezember waren alle noch guter Dinge. Danach gab es lange Gesichter. | Foto: Hornung2016/12/Altdorf-Busse-Nahverkehr1.jpg

ALTDORF/BURGTHANN – Eine gute und eine schlechte Nachricht in Sachen Buslinien-Tohuwabohu: Es wird langsam besser – soweit zunächst das Positive. Allerdings gibt es erst ab 9. Januar kommenden Jahres verlässliche Fahrpläne. Die Planer beim Landratsamt arbeiten zusammen mit dem Koordinator des VGN mit Hochdruck an der Erstellung neuer Pläne.

Wie kann es sein, dass nach zweijähriger Vorlaufzeit jetzt nichts klappt? Hat dieser Zeitrahmen etwa nicht ausgereicht? Landrat Kroders Sprecher Dr. Rolf List  verteidigt seine Kollegen in der Laufer Behörde. Auf dem Papier sei nach dem Ausscheiden des Unternehmens Merz und der Übernahme durch das Hersbrucker Busunternehmen Meidenbauer alles in Ordnung gewesen.

Im Realitätsbetrieb freilich stellte sich dann heraus: Hier funktioniert einiges nicht. Aus Sicht des Landratsamts ist dafür auch Merz verantwortlich. „Deren Busse sind zum Teil Strecken gefahren, die dem Landratsamt so nicht bekannt waren“, sagt List. Außerdem habe es Merz versäumt, darauf hinzuweisen, dass einige Fahrpläne nicht mehr existieren.

Eine ganze Kette von Problemen

Dann gab es das Problem mit dem Routenplanungssystem, das laut List erst ganz kurzfristig, nämlich am Tag der Übernahme durch Meidenbauer, zum Einsatz kommen konnte und dann nicht funktionierte. Und zu guter letzt hätten es auch einige Gemeinden versäumt, das Landratsamt über Haltestellen vor Ort zu informieren. „Da gab es eine ganze Kette von Problemen, die zu diesem Durcheinander führten.“

Derzeit arbeiten Lists Kollegen im Landratsamt jedenfalls intensiv mit dem Planer des VGN zusammen, um vor allem für die Linien 550, 554 und 555 verlässliche Fahrpläne zu erstellen. Zeitliche Verschiebungen sollen dafür sorgen, dass künftig Verspätungen ausgeschlossen werden können. Der VGN veröffentlicht den aktuellen Stand der Planung kontinuierlich auf seiner Web-Seite www.vgn.de unter Fahrplanauskunft.

Kugler weist Vorwürfe zurück

Manfred Kugler, Geschäftsführer von Meidenbauer betont, dass man dabei ist, alle aufgetretenen Mängel zu beseitigen. Den Vorwurf, dass seine Busse mitunter viel zu voll seien, weist Kugler zurück. Bis zu 80 Personen bzw. bis zu 92 Kinder dürfen laut Gesetzgeber in den Niederflurbussen transportiert werden, sagt Kugler. Dass sei unter Umständen dann wirklich voll, sei aber erlaubt. Der Meidenbauer-Geschäftsführer weist auch zurück, dass er schlechter bezahlt als die Vorgängerfirma Merz: „Wir bezahlen übertariflich.“

Meidenbauer fährt auch Busverkehre in Hersbruck und in Lauf, auch in Lauf gab es Anfangsschwierigkeiten, die aber nach kurzer Zeit behoben werden konnten. Für die Rufbusse arbeitet Meidenbauer mit dem Arbeiter-Samariter-Bund als Subunternehmer auf allen Linien von 550 bis 557 zusammen. Wer einen Bus anfordern will, muss das 60 Minuten vor Abfahrtszeit tun. Anrufen können Fahrgäste unter 09123-9905771.

Alles in allem werden die Anfangsprobleme langsam abgebaut, sagt Landratsamts-Pressesprecher List. Wobei die Betonung auf langsam liegt. Gestern blieb erneut eine Gruppe von Kindern an einer Bushaltestelle in Grub stehen, weil der Fahrer offenbar einen anderen Halt angefahren hatte.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten