Kuhstall blieb von Flammen verschont

Nach dem Brand: Tiere bleiben auf dem Hof

Glück im Unglück - so sieht Helmut Hupfer das. Der Stall ist nach dem Feuer weitgehend unversehrt, die 80 Rinder blieben bei der Evakuierung am Samstag alle unverletzt. Foto: Blinten2019/02/Raschbach-Hupfer.jpg

RASCHBACH – Glück im Unglück für die Raschbacher Familie Hupfer, auf deren Hof es am Samstagmittag brannte: Ihr Kuhstall blieb von den Flammen weitgehend verschont.

Wie berichtet sind beim Feuer auf dem Hof in Raschbach ein Schlepper und mehrere landwirtschaftliche Maschinen zerstört worden. Außerdem gingen große Mengen gelagerten Strohs in Flammen auf, das der Landwirt im vergangenen Herbst eingekauft hatte.

Die gepressten Strohballen lagerten unmittelbar neben dem Kuhstall, so dass der sich entwickelnde Qualm direkt in die Stallungen ziehen konnte. Für die 80 Rinder bestand deshalb akute Lebensgefahr. Anwohner und Feuerwehrleute trieben darauf hin die Tiere ins Freie. Bei der Aktion zogen sich sieben Helfer leichte Rauchvergiftungen zu, die noch vor Ort behandelt wurden. Helmut Hupfer hat im Nachhinein großes Lob für die vielen Helfer: „Die haben angepackt, das ging dann alles ganz schnell.“

Beim Einsatz in Raschbach am Samstag waren Feuerwehrkräfte aus dem gesamten Nürnberger Land im Einsatz. Foto: Feuerwehr2019/02/Raschbach2.jpg

Warum der Schlepper plötzlich Feuer fing, ist noch nicht geklärt. Helmut Hupfers Bruder Hermann war zum Mittagessen gegangen, als das Feuer plötzlich ausbrach. Dabei sei der Traktor gerade überholt worden und habe neue Bereifung bekommen, erzählt Helmut Hupfer.

Diesel und Reifengummi sorgten dafür, dass die Flammen meterhoch schlugen und das Feuer dann auf das gelagerte Stroh übergriff. Die zwischenzeitlich eingetroffene Feuerwehr sicherte den Kuhstall ab und verhinderte, dass die Flammen auf das Gebäude übersprangen. Außerdem breiteten die Feuerwehrleute das gelagerte Stroh, das Feuer gefangen hatte, auf einem Nachbargrundstück aus, wo es kontrolliert abbrennen konnte, und halfen, die Tiere aus dem Stall zu treiben.

Heilfroh sei man, dass kein einziges Rind bei der Aktion verletzt wurde, sagt Helmut Hupfer. Am Abend, als der Stall rauchfrei war, konnten die Tiere wieder zurück ins Warme. Wegen der derzeit eingerichteten Blauzungen-Sperrzonen hätten die Hupfers ein unlösbares Problem gehabt, wenn ihr Stall abgebrannt wäre. „Dann hätten wir mit unseren Tieren ja nirgendwo hingekonnt“, erklärt Helmut Hupfer. Es sei denn, das Landratsamt hätte eine Sondergenehmigung erteilt.

Neben der örtlichen Feuerwehr waren Einsatzkräfte aus Altdorf und allen Ortsteilen sowie aus mehreren anderen Kommunen aus dem gesamten Nürnberger Land im Einsatz. Die Aufräumarbeiten dauern an. Weil sich im gelagerten Stroh Glutnester bildeten, mussten die Feuerwehren über längere Zeiträume Brandwachen stellen.

Weil der Kuhstall weitgehend unversehrt blieb, können die Hupfers ihre Tiere weiterhin auf dem eigenen Hof unterbringen. Bei dem Feuer entstand nach ersten Schätzungen ein Sachschaden in Höhe von 250.000 Euro.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten