Theaterprojekt soll Kinder vor Missbrauch schützen

Mut zum Neinsagen

Die Schauspieler Sandra Pagany und Michael Gleich führten das Stück „Mein Körper ist mein Freund“ am Sonderpädagogischen Förderzentrum in Altdorf auf | Foto: privat2018/03/altdorf-praeventionsprojekt.jpg

ALTDORF – Kinder und Jugendliche vor Missbrauch schützen. Das ist eines der wichtigsten Anliegen, das Eltern und Lehrkräfte haben. Aus diesem Grund war das Theater Eukitea aus Diedorf bei Augsburg im Sonderpädagogischen Förderzentrum (SFZ) der Rummelsberger Diakonie zu Gast.

Die Schauspieler führten vor den Kindern der ersten bis vierten Klasse und den beiden Kooperationsklassen der Grundschulen Altdorf und Burgthann das Theaterstück „Mein Körper ist mein Freund“ auf. Auf spielerische, kindgerechte Art sensibilisiert das Präventionsprojekt Schüler, aber auch Lehrkräfte und Eltern für das Thema Grenzüberschreitungen und sexuelle Gewalt. „Uns ist es wichtig, die Kinder zu stärken und dazu zu ermutigen, Nein zu sagen“, sagt Schulleiterin Katja Schweiger.

Klasse als geschützter Raum

Die Hauptfiguren des Stücks sind die Kinder Sven (Michael Gleich) und Lea (Sandra Pagany). Die beiden Freunde erzählen sich, was sie erlebt und geträumt haben und vertrauen sich Geheimnisse an. Sie spielen Erlebnisse nach, bei denen sie Angst hatten und Grenzüberschreitungen durch Erwachsene erlebt haben. Die Botschaft der kurzen Szenen an die Kinder ist klar: Traut euch, nein zu sagen, sprecht mit jemandem, dem ihr vertraut, wenn ihr etwas Komisches erlebt habt.

Sozialpädagogin Christine Klein vom Institut Fenestra sprach nach der Vorführung mit den Schülern über das Stück und beantwortete Fragen. Das Institut Fenestra ist Kooperationspartner des Theaters Eukitea und widmet sich der praxisorientierten Forschung für Prävention vor sexueller Gewalt. Auch im geschützten Raum der jeweiligen Klassen sprachen die Lehrkräfte mit den Jungen und Mädchen noch einmal über die Geschichte von Sven und Lea.

„Prävention ist wichtig“

Bevor die Kinder das Theaterstück sahen, hatten die Eltern und Lehrkräfte am Vorabend die Möglichkeit dazu. Denn nicht nur die Kinder sollen für das Thema sensibilisiert werden, sondern auch ihre Bezugspersonen. Nach dem Theaterstück bot Schulleiterin Schweiger den Eltern die Gelegenheit, sich mit den Schauspielern und Christine Klein über ihre Erfahrungen und Eindrücke zum Thema Grenzerfahrungen auszutauschen.

Die Projektverantwortlichen boten ergänzend Informationen über sexuelle Gewalt. „Prävention ist ganz wichtig“, sagt Schweiger. Deswegen werde am Förderzentrum in den nächsten Monaten ein Schutzkonzept erarbeitet. Dass sie wie bereits im vergangenen Jahr das Theater-Präventionsprojekt ans Förderzentrum geholt hat, sieht sie dafür als wichtigen Schritt. In diesem Jahr wurde es ermöglicht durch die Unterstützung der Evangelischen Schulstiftung in Bayern und der Regierung von Mittelfranken.

Andrea Wismath

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