Montessori-FOS neu in Lauf

Eröffnung der neuen FOS in Lauf.2008/09/20080915_montefosschuelert_shirt_k_big.jpg

LAUF (fi) — Die Stadt Lauf, der Landkreis Nürnberger Land, haben eine vollkommen neue Schulgattung: Heute nehmen die beiden Züge der 11. Klasse der Montessori-Fachoberschule (FOS) ihren Betrieb auf. Schon gestern wurde die private Schule, die in zwei Jahren zum Fachabitur führt, mit einer Feierstunde und vielen Gästen in der Aula der Laufer Montessorischule eröffnet. Damit ist die Schullandschaft in Lauf und im Kreis nicht nur um eine wichtige und bislang fehlende Schulgattung reicher geworden, wie sich die Festredner einig waren, sondern die FOS stärkt mit ihrem alternativen Weg zur Hochschulreife auch den mittleren Bildungsaubschluss über Realschule oder Hauptschule (M-Zweig). Geplant ist der Komplettausbau der Schule (und die Fertigstellung eines eigenen Schulgebäudes gleich nebenan) schon in vier Jahren. Dann sollen bis zu maximal 100 Fachoberschüler in vier bzw fünf Klassen (vielleicht mit FOS-13) unterrichtet werden.

Wie die Montessori Grundschule mit ihren bislang acht Klassen und fast 200 Grundschülern und die Hauptschule mit ihren 160 Schülern an der Daschstraße in Lauf, wird auch die Monte-FOS eine private, allerdings staatlich geförderte, Schule sein. Mit einem Schulgeld von 195 Euro im Monat. Dies allerdings war bei der Feierstunde kein Thema. Im Gegenteil, Politiker wie Eltern und Ehrengäste freuten sich über die neue Einrichtung in der Kreisstadt. Denn selbstverständlich steht die Monte-FOS allen Schülern (nicht nur der Monteschule) mit dem mittleren Bildungsabschluss offen.

Und so kommen die ersten 21 Fachoberschüler der Fachrichtungen Wirtschaft und Soziales in Lauf dann auch aus dem ganzen Nürnberger Land und aus Nürnberg. Und von allen Schularten. Vom M-Zweig der Hauptschulen in Röthenbach, Lauf oder Altdorf zum Beispiel, von den Realschulen in Lauf, Feucht oder in Röthenbach und aus den 10. und 11. Klassen der Gymnasien.

Begrüßt worden waren die Ehrengäste, Schüler und Eltern zur Eröffnungsfeie von Monte-Schulleiterin Elisabeth Wolfermann. Unter den Gästen unter anderem die beiden Landtagsabgeordneten Eckstein und Beyer, die Bezirksräte Dünkel und Hähnlein, Landrat Kroder und 3. Bürgermeister Schweikert sowie vom staatlichen Schulamt Schulrat Jenchen und der von der privaten Laufer FOS-Initiative sichtlich beeindruckte Ministerialbeauftragte Hansjörg Bosch. Dieser lobte dabei nicht nur den Unternehmergeist der Montessorivereinigung, sondern brach auch eine Lanze für die Montessori-Pädagogik, die längst neurowissenschaftlich untermauert sei und selbstverständlich auch die Grundlage in der FOS bildet. Maria Montessoris Idee, dass die beste Methode doch die sei, die das Maximum an Interesse bei Schülern hervorrufe, sei ein hervorragender Leitsatz auch für die FOS.

Schulvereins-Vorsitzender Bernd Wachter konnte dieses Konzept nur unterstreichen und erläuterte, dass es natürlich auch in der Monte-FOS keinen Frontalunterricht gebe, dass die Klasse aus 20 Jugendlichen bestehen und dass stets zwei Lehrkräfte „die Schüler begleiten“. Lob und Dank gingen dann an die Stadt Lauf und den Landkreis, wo alle Fraktionen von Anfang an voll hinter dem Laufer Schulkonzept standen, sowie an Sponsoren aus der Wirtschaft, die die Schule finanziell, ideel und mit Praktikumsplätzen unterstützen.

Ganz vorne hier dabei die Raiffeisen Spar+Kreditbank Lauf, für die Vorstandssprecher Merkl als Intitialförderung 10000 Euro überreichte und zwei Praktikumsplätze zusagte.

Geld für die Monte-FOS kommt aber auch vom Landkreis. Drei Jahre lang unterstützt der Kreis mit jeweils 80000 Euro die Schule, wie Landrat Kroder betonte. Die FOS ergänze vortrefflich das sowieso schon gute Bildungsangebot im Landkreis und die Montessori-Vereinigung biete nun Eltern und Kindern Pädagogik von der Kinderkrippe bis zur Hochschulreife. Ganz handfest, neben der ideellen Unterstützung, fördert auch die Stadt Lauf die neue Schule, wie 3. Bürgermeister Schweikert sagte. Mit dem direkt an die Grundschule angrenzenden Baugrundstück für die neue FOS nämlich. „Nicht zuletzt dank der Fachoberschule wird Lauf mehr und mehr die Bildungsstadt im Nürnberger Land.”

Ein Schule braucht natürlich auch eine Schulleitung. Die erfahrene FOS-Lehrerin Sybille Stoltz-Heinz aus Altdorf, die zuletzt in Nürnberg unterrichtete, konnte dafür gewonnen werden. In einer ebenso mitreißenden wie fachlich fundierten kurzen Rede, warb die Mutter dreier Töchter für das Montessori-Prinzip grundsätzlich und die FOS im Speziellen. Weil die Schüler nie abgefragt werden, können sie ruhig pünktlich kommen, meinte sie, was bei dem ungewöhnlichen Schulbeginn um 10 Uhr wohl den Jugendlichen sowieso entgegenkommt. Sie sollen Verantwortung für das übernehmen, was sie tun, erläutert Stoltz-Heinz, aber eben auch für das, was sie nicht tun.

Achtsamkeit, Respekt, Wertschätzung und Liebe seien die Grundsätze, nach denen sie die Schule leiten und für die sie die Schüler gewinnen möchte. Und für eine offene Fehlerkultur und vor allem dafür, dass niemals jemand dem anderen gleichgültig sein dürfe…

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