23. Senioren-Infotag im Altdorfer Kulturtreff

Mit 90 Jahren ist noch nicht Schluss

Harald Leykauf vom Roten Kreuz erklärt Bürgermeister Erchich Odörfer, Landrat Armin Kroder und Kulturamtsleiter Stefan Gubitz eine Smartwatch. | Foto: Magdalena Gray2019/10/Altdorf-Seniorentag-2019-odi.jpg

ALTDORF – Mit 90 lernen, wie man eine Ente knusprig kriegt, dass das eigene Alter auf Französisch quatre-vingt-dix-neuf heißt oder wie man den perfekten Lotussitz hinbekommt – geht alles. Das zeigt der 23. Altdorfer Senioren-Infotag.

Ausstellerin Carolin Mayer erzählt etwa von einem Kunden, der sie mit weit über 80 gebeten habe: „Geh, bringen Sie mir doch bitte bei, wie man kocht. Ich hab es nie gelernt.“ Gesagt, getan. „Und das Endergebnis war schließlich eine Ente aus dem Ofen. Er war sehr stolz“, erinnert sich Mayer lächelnd. Sie liebt ihren Beruf. Es gehe darum, älteren Menschen mehr Halt im Alltag zu geben, sodass sie noch nicht ins betreute Wohnen ziehen müssen und gleichzeitig Familienmitglieder zu entlasten. „Wir sind moderne Gesellschafterinnen. Es macht Riesenspaß“, erklärt sie.

Mayer und ihre Kollegin Irene Skutschik sind zum ersten Mal als Aussteller beim Altdorfer Senioren-Infotag dabei. Wie viele Aussteller, so ist auch der Ort des Geschehens neu: Die Bücherregale der Stadtbibliothek haben in den lichten Räumen des Altdorfer Kulturtreffs zwölf Info-Ständen Platz gemacht. Der Kulturtreff sei hervorragend gelegen und bestens für die Veranstaltung geeignet, sagt Bürgermeister Erich Odörfer bei der Eröffnung.

Lebenslanges lernen hilft

Mit dabei sind unter anderem der Seniorenbeirat Altdorf, die Caritas, das Bayerische Rote Kreuz, der Sozialverband VdK, der Verein Leben in Verantwortung, die Wallenstein Apotheke, die Zentrale Diakonie-Station sowie das Diakoneo und der Seniorenhof Altdorf. Auch die Polizei ist mit einem Stand vertreten und informiert die Anwesenden über Gefahren an der Haustür, dem Telefon und im Internet.

Beim Stand der Vhs Schwarzachtal präsentiert Leiterin Ulrike Scheske das Angebot ihrer Schule. „Lebenslanges Lernen ist das beste was man machen kann, um sich fit zu halten“, erklärt sie. Die meisten Senioren interessierten sich für Kurse im Gesundheitsbereich, aber auch Sprachen und Kulturgeschichte seien sehr beliebt.

Durch den Emoji-Dschungel

In Vorträgen verschiedener Gastredner erfahren die Besucher wissenswertes über Gesundheit, Vorsorge und Kulturelles für Senioren. Wolfgang Rösch vom Caritas-Krankenpflegeverein führt als jovialer Moderator durch den Tag. Gut besucht sind die Workshops im Medienraum zum Thema Whatsapp. „Das interessiert mich natürlich, so kann ich viel enger mit meinen Enkeln in Kontakt bleiben“, sagt eine ältere Dame in modischer Strickjacke und weißen Löckchen und wendet sich konzentriert ihrem Smartphone zu.

Zwar seien zur Eröffnung des diesjährigen Seniorentages wohl wegen des schönen Wetters nicht so viele Gäste erschienen, doch solle der Erfolg der Veranstaltung nicht an der Zahl der Besucher gemessen werden, sondern an der Qualität der Kontakte, erklärt Landrat und Bezirkspräsident Armin Kroder. Er lobt die Altdorfer Traditionsveranstaltung, die heuer zum 23. Mal stattfindet. Es sei wichtig, alle Bevölkerungsgruppen in den Blick zu nehmen, auch ältere Menschen.

Alle Bevölkerungsgruppen im Blick

Am Ende gehe es bei guter Einbindung von Senioren auch um einen selbst, erklärte Kroder. „Ruck Zuck gehört man zu den Älteren. Und dann möchte ich nicht in einer Gesellschaft leben, die sagt ‚Sein Problem, soll er sich doch selbst drum kümmern‘“. Die prosperierende Kleinstadt sei diesbezüglich vorbildlich. „Altdorf gibt richtig Gas“, sagt Kroder anerkennend.

N-Land Magdalena Gray
Magdalena Gray