Knapper Wohnraum in Altdorf und Schwarzenbruck

Mehr Mietshäuser im Ortsinneren

So soll sich das viergeschossige Gebäude zwischen Johann-Degelmann- und Dürrenhembacher Straße von der Seite präsentieren, die dem Plärrer abgewandt ist. | Foto: SBR Schwarzenbruck Immobilien2019/07/Schwarzenbruck-Suedansicht.jpg

SCHWARZENBRUCK/ALTDORF.  Während der Altdorfer Bauausschuss dem Antrag für ein Mietshaus mit neun Wohnungen in der Türkeistraße ohne Widerspruch zustimmt, gibt es in Schwarzenbruck Vorbehalte gegen ein Bauvorhaben in der Johann-Degelmann-Straße. Hier sollen auf vier Geschossen elf Wohnungen entstehen.

Beide Bauvorhaben sind im Ortsinneren, in Altdorf ein Anlass für die Stadträte, die Pläne ausdrücklich zu loben. „Das ist die Zukunft“, betonte SPD-Fraktionssprecher Martin Tabor. Statt immer neue Baugebiete auszuweisen, das ist die Überzeugung vieler Bürgervertreter, sollten zuerst innerörtliche Baulücken geschlossen werden. In der Türkeistraße in Altdorf soll auch eine Tiefgarage mit Stellplätzen für das neue Mehrfamilienhaus entstehen.

Weil Nachbarn nun Sorge haben, dass ihre Gebäude durch den Bau Schäden davon tragen könnten, werden vor Beginn der Baumaßnahme die Zustände der Nachbar-Häuser dokumentiert. Für eventuelle spätere Schäden muss der Bauherr des Mietshauses aufkommen. Alles in allem ist der Altdorfer Bauausschuss aber mit den Plänen für das Mehrfamilienhaus einverstanden.

Uneinigkeit in Schwarzenbruck

Uneinigkeit dagegen gibt es in Schwarzenbruck bei einem Bauvorhaben zwischen Johann-Degelmann- und Dürrenhembacher Straße. In einem viergeschossigen Bau sollen hier elf Wohnungen entstehen, dazu eine Tiefgarage mit zehn Stellplätzen und weitere oberirdische Parkplätze, die zum Teil von der Johann-Degelmann-Straße, zum anderen Teil von der Dürrenhembacher Straße angefahren werden können.

„Wir haben ja die Innenverdichtung in unserem Leitbild festgelegt“, machte Bürgermeister Bernd Ernstberger klar, als er das Bauvorhaben erläuterte. Wie in Altdorf entsteht hier ein großes Mehrfamilienhaus innerorts.

Grünes Licht von BN und Städteplaner

Ernstberger sieht bei seiner Zustimmung zum viergeschossigen Bauvorhaben auch den Bund Naturschutz (BN) auf seiner Seite. Mindestens genauso wichtig wie die Zustimmung des BN ist für Ernstberger aber die Einschätzung der Städteplaner vom Planungsbüro P 4 und von Kreisbaumeisterin Alexandra Reinhardt. Die signalisieren, dass das Bauvorhaben so wie es geplant ist, in die Umgebung passt.

Uschi Beck von den Schwarzenbrucker Grünen sieht das ganz anders.  Vier Geschosse sind aus ihrer Sicht zu hoch, das Gebäude zu wuchtig. Bedenken gegen vier Geschosse äußerte auch Erwin Haubner (Freie Wähler). Er lehnt das Gebäude nicht rundweg ab, sondern kann es sich durchaus dreigeschossig vorstellen, verweist aber auf höheres Verkehrsaufkommen und auf mögliche Parkprobleme.

„Nicht alles zerreden“

Ernstberger warnte davor, alles zu zerreden. „Wenn es um Wohnbebauung geht, haben wir keine großen Möglichkeiten.“ Außerdem: „Wenn Fachleute zustimmen, warum sollten wir das ablehnen?“

Uli Vetter (SPD) hatte wohl wie der Bürgermeister den Eindruck, dass die Kritiker des Bauvorhabens die Pläne zerreden wollten. Und Hans-Peter Walter (CSU) konnte nur den Kopf schütteln über die Positionen der Kritiker: „Es kommt mir so vor, als sollte das ganze mit aller Gewalt madig gemacht werden.“

Am Ende gab es im Bauausschuss eine knappe Mehrheit für den viergeschossigen Bau.

Weiteres Mehrfamilienhaus genehmigt

Ohne längere Diskussion verständigte sich der Schwarzenbrucker Bauausschuss auf die Zustimmung zu einem weiteren Mehrfamilienhaus in der Lachäckerstraße. Hier können nun 585 Quadratmeter Wohnfläche entstehen, insgesamt neun Wohnungen, zwei davon barrierefrei.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten