Unfallstatistik 2018

Mehr Fahrzeuge, weniger Unfälle

Die Unfälle sind im letzten Jahr deutlich zurückgegangen. | Foto: Blinten2019/04/Schwarzenbruck-Unfall.jpg

ALTDORF – Die Unfallstatistik der Polizei verzeichnet für 2018 keine Verkehrstoten. Doch es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht ein Autofahrer Unfallflucht begeht.

137.000 Fahrzeuge waren 2018 im Landkreis zugelassen: 2000 mehr als im Jahr zuvor. Dennoch sind weniger Unfälle passiert. Im Bereich der Polizeiinspektion (PI) Altdorf waren es 1169 Unfälle. Das entspricht einem Rückgang von rund 8,4 Prozent. Zu Tode gekommen ist auf den Straßen im südlichen Nürnberger Land im vergangenen Jahr niemand.

Auf hohem Niveau bewegen sich nach wie vor die Wildunfälle. An jedem vierten Unfall im Bereich der PI ist ein Tier beteiligt, in den allermeisten Fällen Rehe. Sie machen knapp 83 Prozent der Wildunfälle aus.

Leicht zurückgegangen, aber immer noch sehr häufig, sind Unfallfluchten. „Das Anzeigeverhalten ist relativ hoch. Vor zehn Jahren haben Autofahrer eher mal über eine kleine Delle hinweggesehen“, meint Polizeihauptkommissar Matthias Link angesichts von 237 Fahrerfluchten in 2018.

Gute Aufklärungsquote

Das Auto als des Deutschen liebstes Kind gehört zwar zum Teil der Wahrheit. Die häufigere Nutzung von Firmenwagen und eine Anzeige als Bedingung des Vollkasko-Versicherers beeinflussten das Verhalten allerdings genauso. Die Aufklärungsquote von 35 Prozent beschreibt Link als „guten Wert“ und nennt die Mithilfe der Bevölkerung als entscheidenden Faktor.

Kein Unfall durch Raser

Wie bei den meisten Unfalltypen ist auch die Zahl der Geschwindigkeitsunfälle zurückgegangen: von 64 auf 46. Ein Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit war allerdings bei keinem Unfall die Ursache. Link spricht vielmehr von nicht angepasster Geschwindigkeit: nicht angepasst an eine nasse oder glatte Fahrbahn oder nicht angepasst an die eigenen Fähigkeiten.

Annähernd konstant ist die Zahl der Radunfälle. 59 waren es 2017, 60 nun in 2018. An zwölf Unfällen war ein Pedelec, also ein Rad mit E-Motor, beteiligt. Daraus zu schließen, dass Senioren nicht mit ihren neuen Rädern umgehen können, hält Polizei-Chef Mihatsch allerdings für falsch. Schließlich seien auch immer mehr junge Menschen mit E-Mountainbikes auf den Straßen unterwegs. Zwei von drei Radunfällen verursachte übrigens der Radfahrer selbst.

N-Land Christian Geist
Christian Geist