Denkmal soll dauerhaft auf Friedhof bleiben

Mahnmal: Stadt und Kirche einig

Das Ehrenmal auf dem kirchlichen Friedhof in Altdorf gehört der Stadt, steht aber auf kirchlichem Grund. Darüber gibt es einen Vertrag, der nun um fünf Jahre verlängert wird. In dieser Zeit soll sich eine gemischte Gruppe aus städtischen und kirchlichen Vertretern Gedanken über eine eventuelle Umgestaltung machen. | Foto: Foto: Blinten2016/01/Denkmal-Friedhof.jpg

ALTDORF – Nachdem die evangelische Kirchengemeinde Ende vergangenen Jahres den Vertrag mit der Stadt für das Ehrenmal auf dem kirchlichen Friedhof gekündigt hatte, gab es erhebliche Missverständnisse. Bürgermeister Erich Odörfer und etliche Stadträte gingen seinerzeit davon aus, dass die Kirche das Denkmal für gefallene Soldaten und Kriegsopfer nicht mehr an seinem derzeitigen Standort haben wollte, deshalb hatte sich Hauptamtsleiter Peter Schlerf schon auf die Suche nach Alternativstandorten gemacht. Bei der Kirchengemeinde freilich wies man dann schnell darauf hin, dass das Mahnmal keineswegs vom Friedhof verschwinden sollte (wir berichteten).

Jetzt liegt der Stadt ein weiteres Schreiben von Pfarrerin Kronenberg vor, in dem diese darum bittet, das Kündigungsschreiben vom vergangenen November als gegenstandlos zu betrachten. Vielmehr bittet die Kirchengemeinde nun darum, den Vertrag mit der Stadt für das Ehrenmal auf dem Friedhof um weitere fünf Jahre zu verlängern. Es existiert ein Vertrag zwischen Kirche und Stadt, weil das in städtischem Eigentum befindliche Denkmal auf kirchlichem Grund, nämlich dem Friedhof aufgestellt wurde. Der Vertag hat eine Laufzeit über 50 Jahre und läuft demnächst aus.

Nun bittet die Kirchengemeinde um eine Verlängerung für die nächsten fünf Jahre. In dieser Zeit solle ein gemischte Arbeitsgruppe mit Vertretern von Stadt und Kirche sich Gedanken über eine Umgestaltung des Denkmals machen. Die Kirche stellt dafür auch einen finanziellen Beitrag in Aussicht.

Im Altdorfer Bauausschuss kam die Nachricht aus dem Pfarramt gut an. „Prima, dass wir wieder vernünftig miteinander reden“, stellte Dr. Johann Pöllot (CSU) fest, warnte aber davor, das bestehende Denkmal zu verändern. Möglich wäre aus Pöllots Sicht allerdings eine Veränderung im direkten Umfeld, hier könnte eventuell ein weiterer Gedenkstein oder eine Stele aufgestellt werden.

Eckart Paetzold (Grüne) sieht das anders. Er kann sich durchaus ein Mahnmal „in einer anderen Form“ vorstellen: „Als Denkmal für Opfer von Krieg, Vertreibung und Terror.“

Michael Gleis (SPD) dankte der Kirchengemeinde für die Klarstellung und dafür, dass man jetzt gemeinsam Zeit hat, sich über eine eventuelle Umgestaltung Gedanken zu machen.

Auch Rudi Lodes (SPD) ist mit dem Schreiben von Pfarrerin Kronenberg zufrieden. Lodes hatte sich schon sehr früh geäußert, dass es nicht angehe, das Denkmal vom Friedhof zu beseitigen.

Er ist froh, dass es jetzt zu einer guten Vereinbarung mit der Kirche kommen kann. So auch Margit Kiessling (Grüne): Es sei wichtig, dass das Mahnmal weiterhin Ort für die Feiern am Volkstrauertag auf dem Friedhof sein könne.

Andreas Kasperowitsch (SPD) erklärte das Kündigungsschreiben des Kirchenvorstands vom vergangenen Jahr und daraus resultierenden Missverständnisse als „kommunikative Verwirrung“. Die auch ihren Ursprung darin hatte, dass das Kündigungsschreiben seinerzeit nicht direkt auf Bürgermeister Odörfers Schreibtisch landete. „Weil es nicht an mich addressiert war“, so der Rathauschef, der wie Kasperowitsch und dessen Vorredner jetzt eine gute Lösung sieht.

Bevor man sich darauf verständigte, dem Wunsch der Kirche nach Vertragsverlängerung nachzukommen, mahnte auch Cordula Breitenfellner (FW/UNA) davor, das bestehende Denkmal zu verändern: Das Mahnmal bedeute manchen alten Altdorfern sehr viel.

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