Bedarfsplanung für Altdorfer Feuerwehren

Lücken im Sicherheitsnetz

Es fehlt an Atemschutzgeräteträgern in der Stadt Altdorf wie auch in den Außenorten, stellt das vom Planungsbüro dittlmann erstellte Gutachten zum Feuerwehrbedarf fest. Foto: privat2019/07/Altdorf-Feuerwehr-Atemschutz.jpg

ALTDORF. Über 400 Seiten umfasst der Feuerwehrbedarfsplan, den das Fachbüro Dittlmann für die Stadt Altdorf entworfen hat, darin enthalten auch Aussagen über mögliche Standorte für ein neues Feuerwehrhaus der Altdorfer Wehr. Planer Andreas Dittlmann macht in seiner Studie auch auf Sicherheitslücken im bestehenden Feuerwehrkonzept aufmerksam.

In Rasch etwa gibt es mit 23 Feuerwehrleuten zu wenige Kräfte, hier wird die Mindestzahl von 27 Kameraden ebenso wenig erreicht wie in Pühlheim oder in Grünsberg. Im gesamten Stadtgebiet fehlt es auch an Atemschutzgeräteträgern. Vor allem tagsüber müssten mehr dieser Spezialisten für Einsätze zur Verfügung stehen.
Regelmäßige Feuerschauen, in deren Rahmen mögliche Risiken in Krankenhäusern, Altenheimen, Kindergärten, Schulen und weiteren öffentlichen Gebäuden eingeschätzt werden, sollte die Stadt Altdorf unbedingt durchführen lassen, betont der Fachplaner und bedauert, dass er für die Erstellung seines Bedarfsplans auf keine Protokolle solcher Feuerschauen in Altdorf zurückgreifen konnte. Die Untersuchungen müssen nicht durch Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamts, sie können auch von externen Büros durchgeführt werden.
Wie reagiert die Wehr, wenn auf der A 3 ein schwerer Verkehrsunfall passiert und gleichzeitig am Altdorfer Markt ein Feuer ausbricht? Dittlmann hat in seiner Studie Risikopotentiale für den Altdorfer Bereich benannt: Während das Stadtgebiet mit den großen Verkehrsachsen A 3 und A 6 hohes Risikopotential besitzt, ist das Risiko in den Außenorten gering. Allerdings: Wenn oben in Eismannsberg ein Verkehrsunfall passiert, hat die Feuerwehr keine Rettungsschere, um Verletzte aus einem Autowrack befreien u können. Die örtliche Wehr muss warten, bis sie aus der Nachbarschaft Verstärkung bekommt. Dabei wird die zulässige Hilfsfrist deutlich überschritten. Dittlmann empfiehlt deshalb die Anschaffung eines hydraulischen Rettungshilfesatzes für die Eismannsberger Wehr. Für Feuerwehren gibt es einzuhaltende Hilfsfristen. „Um dieses Thema dreht sich alles“, betont Dittlmann. Zehn Minuten nach Alarmierung muss etwa das erste Einsatzfahrzeug am Unglücksort sein. Problem in Altdorf dabei: In großen Bereichen ist innerhalb von zehn Minuten kein Atemschutz verfügbar. Eine ganze Serie von Empfehlungen hat Dittlmann für die Altdorfer parat, wenn es um die Fahrzeugbeschaffung geht. Bis 2048 muss die Stadt, wenn sie diesen Empfehlungen folgt, rund drei Millionen in neue Fahrzeuge investieren, etwa 115 000 Euro jährlich. Hinzu kommen Baumaßnahmen an Feuerwehrhäusern, für die der Planer keine konkrete Koten nannte.

Neue Unterbringung der Wehren

Optimaler Standort für ein neues Altdorfer Feuerwehrhaus ist nach Aussage des Passauer Fachmanns das Areal an der S-Bahn-Station Altdorf West. Das Grundstück ist im Eigentum der Stadt. Es bietet genügend Platz – auch für eine gemeinsame Unterbringung der Wehren Altdorf, Ludersheim und Röthenbach, die Dittlmann vorschlägt. Sollte sich das nicht realisieren lassen, schlägt der Planer alternativ die Zusammenlegung der Ludersheimer mit der Röthenbacher Wehr vor. Wenn der Standort an der S-Bahn nicht für den Bau eines Feuerwehrhauses genutzt werden kann, kommt für den Planer ein weiteres Grundstück am Kreisverkehr Äußere Hersbrucker Straße in Frage. Auch die Feuerwehren in Rieden und Pühlheim brauchen neue Gerätehäuser. Hier schlägt der Planer vor, die Wehren ebenfalls gemeinsam unterzubringen. Andreas Dittlmann hat dem Altdorfer Stadtrat sein Konzept in gestraffter Form vorgestellt. Er wird die Details jetzt mit der Altdorfer Wehr und den Wehren der Außenorte besprechen. Dann wird man gemeinsam Vorschläge in den Bedarfsplan einarbeiten und das Ergebnis dem Stadtrat zur Beratung und Beschlussfassung vorlegen.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten