Bayernwerk AG saniert 110-kV-Leitung zwischen Ludersheim und Neumarkt

Leitungskapazität wird erhöht

Durch Ezelsdorf verläuft eine von Ludersheim kommende 220-kV-Leitung, die auf 380 kV aufgerüstet wird. Die Trasse soll dann, so TenneT-Pressesprecher Markus Lieberknecht um den Ort herum geführt werden. Foto: Blinten2016/02/Stromleitung-ezelsdorf.jpg

ALTDORF – Die Bayernwerk AG ertüchtigt auf 22 Kilometern ihre 110-kV-Leitung zwischen Ludersheim und Neumarkt. Auf dem Streckenabschnitt werden 14 alte Masten ausgetauscht, 30 weitere werden saniert. Die Arbeiten stehen in keinem Zusammenhang mit den geplanten Maßnahmen des Netzbetreibers TenneT, der in naher Zukunft hiesige 220-kV-Leitungen auf 380 kV hochrüsten und die Gleichstromtrasse Süd-Ost bauen will.

Die Bayernwerk AG erneuert die Leitungskabel ihrer 110-kV-Trasse, so dass künftig eine höhere Übertragungsleistung möglich ist, so Maximilian Zängl, Pressesprecher des Regensburger Unternehmens. Die Arbeiten an der Trasse Ludersheim-Neumarkt sind Teil eines langfristigen Programms zur Ertüchtigung des Stromnetzes der Bayernwerk AG. Hinzu kam, dass im Raum Neumarkt der Einspeiseanteil dezentral erzeugten Stroms besonders hoch ist. Deshalb musste das Bayernwerk Leitungen mit höherer Transportkapazität bauen.

Höhere Masten

Die neuen Masten werden standortgleich verbaut und sind rund drei Meter höher als die Vorgänger. Auch die 30 Masten, die auf der Trasse bleiben, werden um drei bis vier Meter erhöht. Grund ist unter anderem die bessere Unterfahrbarkeit durch landwirtschaftliche Fahrzeuge. Bis zum Herbst dieses Jahres, so Zängl, sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, für die die Bayernwerk AG zwei Millionen Euro investiert.

Die Arbeiten stehen in keinem Zusammenhang mit der vom Netzbetreiber TenneT geplanten Hochrüstung von 220-kV-Leitungen von Ludersheim in Richtung Süden. Tennet-Pressesprecher Markus Lieberknecht betont, dass der genaue Verlauf der hochgerüsteten Leitungstrasse noch gar nicht feststeht. So wird man die Leitungen etwa über Siedlungen wie in Winkelhaid oder Ezelsdorf aus den Ortschaften herausnehmen.

Am kommenden Freitag, 19 Uhr, findet im Altdorfer Sportpark eine Informationsveranstaltung mit Vertretern von TenneT statt, zu der die Leinburger Bürgerinitiative gegen Stromtrassen einlädt.

Die Veranstaltung führen die Leinburger gemeinsam mit den Bürgerinitiativen aus Hormersdorf, Altdorf/Burgthann sowie der angrenzenden Oberpfalz durch, deshalb findet sie in Altdorf statt.

Treffen in Nürnberg

Im Vorfeld treffen sich die Veranstalter in Nürnberg mit dem Leiter des Bürgerdialogs Stromnetz, Dr. Peter Ahmels.

Am 29. Februar hat Wirtschaftsministerin Ilse Aigner alle Teilnehmer des jetzt ein Jahr zurückliegenden Energiedialogs ins Wirtschaftsministerium nach München eingeladen. Der Zeitpunkt für die Info-Veranstaltung in Altdorf hätte also, laut Hubert Galozy, Sprecher der Leinburger BI, nicht günstiger sein können. „Wir halten zusammen, es geht uns nicht um Sankt Florian, wie vielen Politikern, die die Trassen nicht vor ihrer Haustür, aber gerne woanders haben möchten“, so Galozy. Für eine dezentrale Energiewende und die Versorgungssicherheit in Bayern brauche es die neuen HGÜ-Trassen jedenfalls nicht.

Diesen Standpunkt der Bürgerinitiativen teilt man bei der Bundesnetzagentur nicht.

 

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten