Realschüler gestalten eigene Radiosendung

Kleine Journalisten ganz groß

Die Schülerinnen (v.l.n.r.) Emily Wagner, Lea Rothenhöfer und Carolina Lübber übernehmen in der Buchhandlung Kuhn die Regie und interviewen Karl-Heinz Kuhn.2015/02/KJR.jpg

FEUCHT – Jede Woche treffen sich Realschüler der 6. bis 9. Jahrgangstufe aus Feucht in der Schulradio Arbeitsgemeinschaft (AG). Ihr Ziel ist es, am Ende des Schuljahres zwei komplette Radiosendungen ausstrahlen zu können.

„Es ist cool, seine eigene Stimme als Radiobeitrag zu hören“, sagt Emily Werner. Sie macht beim Schülerradio „Treppenhaus Süd“ der Realschule Feucht mit. Diese AG gibt es schon seit dem Schuljahr 2011/2012. Emily und ihre Mitschüler belegen sie freiwillig und sind sehr begeistert. Die Jungen und Mädchen machen pro Schuljahr zwei Sendungen. Über welches Thema sie berichten wollen, legen allein sie fest. Konsumverhalten, Drogen, Tiere, all diese Begriffe standen zur Wahl. Doch entschieden haben sich die Schüler für das Thema Medien, das sie in ganzer Bandbreite untersuchen. Sie waren bisher schon beim Kino Cinecittà in Nürnberg, besuchten einen IT-Spezialisten in Altdorf und waren auch beim Boten in Feucht. Dieses Mal waren die Buchhandlung Kuhn und der Telecom Partner Shop in Feucht an der Reihe.

Gut gelaunt lief die kleine, schnatternde Gruppe zu ihrem ersten Einsatzort, dem Telecom Partner Shop. „Mir gefällt die Herausforderung und die Verantwortung, die wir haben“, erzählte Emily Werner auf dem Weg. Angekommen, übernahm eine Gruppe von drei Jungen die Regie. Ausgerüstet mit Mikrofon, Kopfhörern und Aufnahmegerät zeigten sie sich sehr professionell. Interviewpartner war Julian Vogl, der gerade eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann macht. Er erzählte von seiner Ausbildung, seinem Beruf und gab den Jugendlichen Tipps für die Handynutzung. Die Nervosität und Aufregung war den Dreien kaum anzumerken.

Nachdem der eine Teil der Schüler seine Aufgabe gemeistert hatte, war eine Gruppe von drei Mädchen an der Reihe. Mit selbst ausgedachten Fragen wie: „Herr Kuhn, wie viele Bücher haben sie in Ihrem Laden?“ und „Wie teuer ist Ihr teuerstes Buch?“ oder „Wie viele Bücher haben Sie in Ihrem Leben schon gelesen?“, löcherten sie den Geschäftsführer der Buchhandlung, Karl-Heinz Kuhn.

Nach den Interviews geht nun die Arbeit weiter: An Laptops, die der Kreisjugendring (KJR) zur Verfügung stellt, schneiden und bearbeiten die Schüler ihr Material. Die erste Sendung soll vor den Pfingstferien durch die Lautsprecher des Schulhauses zu hören sein. Die zweite gegen Ende des Schuljahres, kurz vor den Sommerferien. Die Sendung an sich besteht aus den Interviews in den Geschäften, verschiedenen Musiktiteln, Moderation, Jingles und Lehrerinterviews. Ungefähr 30 Minuten reine Sendezeit wollen die rund 20 Schüler auf die Beine stellen.

Begleitet werden sie von den Lehrerinnen Maria Bauernfeind und Dagmar Riehl sowie dem Kreisjugendringmitarbeiter Fabian Müller. Unterstützt vom KJR, der das gesamte Equipment wie Aufnahmegeräte, Laptops, Schneideprogramme oder Mischpult für die Treffen zur Verfügung stellt, werden die jungen Menschen mit neuen Herausforderungen konfrontiert und lernen neben technischen Grundkenntnissen, sich durch das Medium Radio frei und kreativ auszudrücken. Zu jedem Außentermin fahren die Beteiligten mit dem Radiomobil-Bus, der für die Schüler und Ausrüstung genügend Platz hat. Gefördert wird das Projekt „Radiomobil“ mit dem Kinder- und Jugendprogramm der Bayerischen Staatsregierung. Zudem hilft die Bayerische Landeszentrale für neue Medien bei der Finanzierung. Wichtige pädagogische Ziele des Projektes sind: Das Selbstbewusstsein und die Kommunikationsfähigkeit zu stärken sowie den jungen Menschen journalistische Grundkenntnisse und einen souveränen Umgang mit Medien zu zeigen. Außerdem sollen sich die Teilnehmer kritisch mit ihrer eigenen Lebenswelt auseinandersetzen. „Es macht mir einfach Spaß, weil es die Kinder so begeistert“, erklärt Lehrerin Riehl.

Jeanette Deppé

N-Land Der Bote
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