Klares Votum für Hallenbad und Mittelschule

ALTDORF – Drei einstimmige Stadtratsbeschlüsse von weitreichender Bedeutung für die Schulstadt Altdorf: ja zu Hallenbad, zur Mittelschule (gemeinsam mit Feucht, Schwarzenbruck und Winkelhaid) und zur Einführung einer gebundenen Ganztagesklasse an der Grundschule Altdorf mit Beginn des neuen Schuljahres.
Bürgermeister Erich Odörfer informierte das Gremium über die am Nachmittag stattgefundene Sitzung des Hauptschulverbandes, in der dieser wie erwartet den Ausstieg als Partner für den Bau des Bades beschlossen hatte. Die Baukosten und den Unterhalt werden nun der Landkreis Nürnberger Land und die Stadt Altdorf schultern.

Bekanntlich hätte der Beschluss zum Hallenbad bereits in der letzten Stadtratssitzung gefasst werden sollen, aber widersprüchliche Aussagen zu den benötigten Schwimmstunden hatten für Irritationen gesorgt, die aber in einem Gespräch mit den Schulleitungen beseitigt werden konnten.

Derzeit sieht der Bedarf so aus, dass die Grundschule zehn, die Hauptschule vier und das Leibniz-Gymnasium 22 Einheiten benötigt. „Was den schulischen Bedarf betrifft ist das Hallenbad ausgelastet“, betonte Bürgermeister Odörfer. Wegen der Nutzung muss dann nach dem Bau noch eine gesonderte Vereinbarung getroffen werden. Dabei geht es um die Kosten, die für die Schwimmbadnutzung auf die einzelnen Partner zukommen. In erster Linie, so der Bürgermeister werde es sich um ein Schulbad handeln, das aber auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehe.

Thomas Dietz (FW/UNA) bedauerte die Tatsache, dass die Hauptschule derzeit nur einen Bedarf von vier Schwimmklassen gemeldet habe und gab der Hoffnung Ausdruck, das sich das bessern möchte, wenn die Mittelschule komme. Er bat erneut darum, abzuklären, ob auch nach dem Ausstieg des Hauptschulverbandes die Zuschüsse wie zugesagt fließen. Er bat den Bürgermeister, bei den nun bevorstehenden Verhandlungen mit dem Landkreis auf eine Optimierung der Planung im Hinblick auf die Energieversorgung Wert zu legen. Konkret nannte er neben der Wärmeversorgung durch das Hackschnitzelheizwerk eine Photovoltaikanlage auf dem Dach.

„Nach kaum 40jähriger Diskussion um ein Hallenbad können wir zustimmen“, kündigte für die CSU-Fraktion Dr. Johann Peter Pöllot an. Das sei man den Kindern und den Mitstreitern im Hallenbadverein schuldig. Mit dem Landkreis habe man einen starken Partner an der Seite. Alleine könnte die Stadt Altdorf ein solches Projekt nicht schultern.

Margit Kießling (Grüne) machte deutlich, dass sie zu keinem Zeitpunkt daran gezweifelt habe, dass  die unendliche Geschichte Bad ein gutes Ende hat. „Wir stimmen gerne mit ja.“

Zustimmung signalisierte für die SPD deren Fraktionsvorsitzender Ernst Bergmann, nachdem sich die schulische Nutzung wie angedacht darstelle. Er machte deutlich, dass man das Bad in erster Linie als schulische Einrichtung sehe. Dass auch die Bevölkerung davon partizipieren könne sehe man als eine angenehme Begleiterscheinung. Auch er zeigte sich überzeugt, dass man das Projekt mit dem starken Partner Landkreis an der Seite schultern könne.

Ein klares Signal gegenüber dem Landkreis sei  ein einstimmiger Beschluss, betonte  Dr. Bernd Eckstein, der zugleich den Ausstieg des Hauptschulverbandes bedauerte. Dass von der Hauptschule selbst so wenig Schwimmstunden gemeldet wurden sah er als falsches Signal, was Horst Topp (Grüne) damit relativierte, dass sich in der Praxis vieles  von selbst regle. „Wenn wir ein Hallenbad haben, dann haben wir auch eine Nutzung.“

Beim Thema Mittelschule will sich die Stadt Altdorf nicht unter Druck setzen lassen und wohl auch nicht die anderen Gemeinden im Landkreis, wie Bürgermeister Erich Odörfer aus einer Zusammenkunft der Landkreisbürgermeister berichtete. Zwar sei der Landkreis Nürnberger Land Pilotlandkreis für das Projekt Mittelschule, aber angesichts der Tatsache, dass es noch keinerlei gesetzliche Festlegungen gebe und keiner genau wisse, was eigentlich komme, gehe es den Bürgermeistern, die sich bis Ende April entscheiden sollten zu schnell.

Es zeichnet sich ab, dass es mit dem Beginn des Schuljahres im Landkreis lediglich zwei Kommunen geben wird, die mit der Mittelschule starten: Röthenbach/Pegnitz und Burgthann. Letztere bleiben im Verbund mit der oberpfälzischen Nachbarkommune Postbauer-Heng. Odörfer informierte den Stadtrat darüber, dass er sich mit den Kollegen aus Feucht, Winkelhaid und Schwarzenbruck einig sei, nicht schon im Herbst zu starten. „Das geht uns alles viel zu schnell.“ Man wolle sich Zeit lassen, diese weitreichende Entscheidung zu beraten. Einig sei man sich im Kreis der Kollegen allerdings darüber – und das würden auch die Schulleiter unterstützen – dass man einen Verbund eingehen will. Wenn im August im Landtag das Gesetz verabschiedet werde, dann sehe man klarer. Gedacht sei an einen Start der Mittelschule mit Beginn des Schuljahres 2011/12. Odörfer: „Ich will eine Mittelschule, aber keine, die mit heißer Nadel gestrickt ist.“

Er habe sich nicht in der Lage gesehen, bis zum 30. April die geforderten notwendigen Beschlüsse auf den Weg zu bringen. Pilotprojekt hin, Pilotprojekt her, da sei noch vieles unklar.

Das man sich bei einer so weitreichenden Entscheidung Zeit lassen und mit allen Beteiligten eindringlich diskutieren müsse, bekräftigte Horst Topp (Grüne). Schließlich wolle man gemeinsam einen gute Lösung erreichen. „Um das Beste für die Kinder herauszuholen brauchen wir Zeit und vor allem die Schulen müssen zusammen arbeiten.“

Dass es auch hier um einen wichtigen Beschluss für den Schulstandort Altdorf gehe, unterstrich Ernst Bergmann (SPD). Deswegen dürfe man nicht in Hektik verfallen. Derzeit sei die Verunsicherung noch groß, was kommen soll und deswegen brauche man Zeit, alle offenen Fragen in Ruhe zu klären.

Ins gleiche Horn stieß auch der CSU-Fraktionsvorsitzende Dr. Pöllot. Ziel müsse es sein, dass für die Kinder etwas Gutes heraus komme. Und das müsse ohne Hektik gehen,  weil man viele Partner unter einen Hut bringen müsse. Was den Standort betreffe habe man gute Trümpfe in der Hand. Das sah auch Thomas Dietz so. Die Hauptschule sei saniert, der Hallenbadbau stehe an und die Mittelschule sei für Altdorf deshalb wichtig, nachdem eine Realschule fehle. 

Weitere Forderungen wollte Bürgermeister Odörfer beschlussmäßig nicht festlegen lassen. Hier müssten sich die Partner verständigen, denn es dürfe am Ende keine Gewinner und Verlierer, sondern ein Ergebnis geben, mit dem alle leben können.
Eckhard Pätzold bemängelte den fehlenden Wissensstand in weiten Bereichen der Bevölkerung und forderte Aufklärung. Dies, so der Bürgermeister, mache aber erst Sinn, wenn man Einzelheiten wisse.

Zumindest fasste der Stadtrat einstimmig den Grundsatzbeschluss für eine Mittelschule, im Verbund mit Feucht, Schwarzenbruck und Winkelhaid.
Ebenso einstimmig befürwortet man den Antrag der Grundschule auf Einführung einer gebundenen Ganztagesklasse. Es gab sogar mehr Interessenten als man letztendlich aufnehmen kann. Die Grundschule erfülle alle Voraussetzungen. Der Antrag liegt nun bei der Regierung, die darüber entscheiden muss. Man sei zuversichtlich, dass der Antrag genehmigt werde.

Aus allen Fraktionen kamen Meldungen, dass dies eine gute Sache sei. Horst Topps Spitze in Richtung bayerische Schulpolitik und die Forderung, in die Bildung mehr Geld zu investieren, konterte der direkt angesprochene Kurt Eckstein.
Er wundere sich darüber, nachdem Bayern bei den Pisa-Studien immer vorne dabei sei. „Dann kann doch das bayerische Schulsystem nicht so schlecht sein.“
Einig war man sich, dass die Schulleitung im Stadtrat über die gebundene Ganztagesklasse berichten soll, wenn die Entscheidung gefallen ist.

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