Wieder Ärger mit Schulbussen

Kinder sollten 
zu Fuß gehen

UNTERRIEDEN – Am Freitag kam es in Unterrieden zu einem Zusammenstoß zwischen einem Schulbus und einem Pkw (wir berichteten). Die Kinder im Bus blieben ebenso wie der Fahrer und die Lenkerin des Autos unverletzt. Die Fahrzeuge waren seitlich kollidiert.

Jetzt bekommt der Fahrer des Busses Ärger mit seinem Arbeitgeber, dem Busunternehmen Meidenbauer, weil er die mitfahrenden Kinder aufgefordert hat, den Bus zu verlassen und zu Fuß nach Hause zu gehen.

„Hätte nicht passieren dürfen“

„Das hätte auf keinen Fall passieren dürfen“, sagt Günther Häusler, Pressesprecher am Landratsamt in Lauf, das die Schulbuslinien im Nürnberger Land koordiniert. Außerdem habe es der Fahrer versäumt, unmittelbar nach dem Unfall einen Ersatzbus anzufordern, mit dem die Kinder hätten heimgebracht werden können. Das Landratsamt hat sich inzwischen mit Meidenbauer in Verbindung gesetzt und gefordert, für die Zukunft sicher zu stellen, dass sich ähnliches nicht mehr ereignet. „Wir lassen das so nicht durchgehen“, betont Häusler.

Empörter Augenzeuge

Andreas Zwengauer war Augenzeuge der Vorfälle am Freitag und hat sein Erlebnis bereits auf Facebook geschildert.

Entsetzt sei er gewesen, so der Kommandant der Eismannsberger Feuerwehr, als er hören musste, dass der Busfahrer den Kindern erklärte, nun müssten sie sehen, wie sie aussteigen und selbst sehen, wie sie nach Hause kommen. „Im Bus waren Kinder der fünften und sechsten Klasse, aus Oberrieden und Eismannsberg“, so Zwengauer. „Oberrieden ist einen Kilometer entfernt, Eismannsberg gar vier Kilometer.“ Nun hätten die Kinder über die verschneite Kreisstraße heimlaufen müssen – ein Unding, wie der Eismannsberger betont. „Ohne lange nachzudenken habe ich selbst die zwei Sitzplätze in meinem Auto zur Verfügung gestellt um diese Kinder nach Hause zu bringen und kümmerte mich darum, dass alle anderen Kinder gesund nach Hause kommen“, schildert Zwengauer die Situation.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten