Junge Frau mit Lernbehinderung arbeitet in Städtischer Mittagsbetreuung

Kerstin hat ihren Traumjob gefunden

Traumjob ...: Einen solchen hat sich, nach eigenem Bekunden, Kerstin Schömer, geangelt. Die junge Frau mit Handicap unterstützt das Hauswirtschaftsteam der Mittagsbetreuung der Grundschule, eine Einrichtung der Stadt Altdorf.2016/08/Aussenarbeitsplatz_AltdorfSchoemer_4.jpg

ALTDORF – Traumjobs …, die gibt es. Einen davon hat sich, nach eigenem Bekunden, Kerstin Schömer geangelt. Die junge Frau mit Lernbehinderung aus den Moritzberg-Werkstätten arbeitet jetzt bei der Stadt Altdorf und unterstützt dort das Team der Mittagsbetreuung der Grundschule mit hauswirtschaftlichen Tätigkeiten. „Ich spüle Geschirr, decke die Tische oder sorge für die Getränke“, erzählt Kerstin Schömer, die die Fragen freudig beantwortet. Bei ihren „neuen“ Kollegen ist die hilfsbereite Frau mit Lernbehinderung beliebt: „Kerstin sieht die Arbeit, packt mit an und ist dabei immer gut gelaunt.“

„Ich darf hier sehr selbstständig arbeiten und werde im Kollegenkreis wie auch von den Kindern voll akzeptiert“, sagt die 25-Jährige über ihr neues Arbeitsumfeld.

Formell ist Kerstin Schömer bei den Moritzberg-Werkstätten angestellt. Einmal in der Woche besucht Integrationsbegleiterin Kerstin Tichatschke die Frau mit Handicap, ist Ansprechpartnerin für Kerstin Schömers Belange wie auch für das Team der Mittagsbetreuung.

Kerstin Schömer nimmt darüber hinaus weiterhin einmal monatlich an Fortbildungen der Lebenshilfe teil: „Die Schulungen, beispielsweise wie man Erste Hilfe am Arbeitsplatz leistet oder eine Infektionsschutzbelehrung, ist jedes Mal spannend und wichtig.“

Gelebte Inklusion in Altdorf

Beruflich außerhalb der Moritzberg-Werkstätten durchzustarten, ist erklärtes Ziel für immer mehr Frauen und Männer mit geringerem Unterstützungsbedarf. Dazu gehören seitens der Betreuten Mut und auch Durchhaltevermögen. Und es braucht mutige Arbeitgeber, die Menschen mit Behinderung Chancen eröffnen, in den regulären Arbeitsmarkt reinzuschnuppern.

In Altdorf hat die Arbeit mit behinderten Menschen Tradition. Altdorfs Rathauschef Erich Odörfer freut sich sehr über ein weiteres gutes Beispiel gelebter Inklusion in der Wallensteinstadt.

Inklusion macht Schule: Kerstin Schömer, hier mit den Integrationsbegleiterinnen der Lebenshilfe, Julia Oed und Kerstin Tichatschke, und dem Team der Städtischen Mittagsbetreuung mit Altdorfs Rathauschef Erich Odörfer.
Inklusion macht Schule: Kerstin Schömer, hier mit den Integrationsbegleiterinnen der Lebenshilfe, Julia Oed und Kerstin Tichatschke, und dem Team der Städtischen Mittagsbetreuung mit Altdorfs Rathauschef Erich Odörfer.2016/08/Aussenarbeitsplatz_AltdorfSchoemer_1.jpg

Für Julia Oed, die bei der Lebenshilfe Nürnberger Land die berufliche Inklusion der Werkstattmitarbeiter verantwortet, ist die Entwicklung im Landkreis erfreulich: „Mehr als 20 Beschäftigte mit Behinderung absolvierten im vergangenen Jahr erfolgreich ein Praktikum in Unternehmen des ersten Arbeitsmarktes, eine fünfzigprozentige Steigerung zum Vorjahr. Auch schaffen immer wieder Praktikanten den Sprung in ein sogenanntes festes Außenarbeitsplatzverhältnis.“ Auch Kerstin Schömer absolvierte erst ein Praktikum in Altdorf. Seit einem Jahr sitzt sie „fest im Sattel“, wie sie selbst sagt, und das soll nach ihren Vorstellungen auch so bleiben. Sie freut sich schon jetzt, wenn sie nach den Sommerferien wieder in ihrem Traumjob durchstarten kann.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren