Grünen-Fraktion lehnt Planung ab

Kehrtwende der Grünen

Am Kreisverkehr in der Äußeren Hersbrucker Straße wird es künftig in die Erschließungsstraße zum neuen Baugebiet gehen. Diese mündet schließlich südöstlich in die Riedener Straße. | Foto: Alex Blinten2019/12/Altdorf-Kreisel-Aeussere-Hersbrucker-Strasse-1-scaled.jpg

ALTDORF – Altdorfer Stadtrat bringt den Bebauungsplan für Altdorf Nord auf den Weg. Nach vorheriger Zustimmung lehnt die Öko-Partei die Entwicklung des Gebiets jetzt ab.

Das große Baugebiet Altdorf Nord kann realisiert werden. Für das über 18 Hektar große Areal im Norden der Wallensteinstadt hat der Stadtrat erneut die Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen. Bemerkenswert dabei die Kehrtwende der Grünen, die die Wohnbebauung jetzt ablehnen, nachdem sie im Ausschuss für Stadtentwicklung noch zugestimmt hatten.
Ein Kompromiss sei das gewesen – und in der Rückschau eindeutig falsch, stellt Grünen-Fraktionschef Horst Topp fest. Nach eingehender Prüfung sei man zu dem Entschluss gekommen, den Bebauungsplan für den Altdorfer Norden abzulehnen. Als Alternative sehen die Grünen die Nachverdichtung in der Stadt.

Verweis auf andere Baugebiete

Die Grünen wollen auch nicht den großen Mangel an Wohnraum sehen, der von den anderen Fraktionen immer wieder angesprochen wird. Topp  verweist unter anderem auf die Baugebiete an der Rascher Straße und an der Riedener Straße.

Im Wahlkampfmodus

Genügend Wohnraum in Altdorf? Das sehen CSU, SPD und FW/UNA anders.  „Das kann man doch so nicht stehen lassen“, ärgerte sich CSU-Fraktionssprecher Thomas Kramer über die Ausführungen Horst Topps. Damit präsentierten sich die Grünen einmal mehr als Partei der Besserverdienenden, weil Wohnraum ein knappes Gut ist. „Da muss man sich einfach mal ansehen, wie teuer hier Grundstücke und Wohnungen geworden sind“, ärgert sich Kramer. Und selbst mit dem jetzigen Beschluss für ein neues Baugebiet Altdorf Nord gibt es vorläufig noch keine Entspannung am örtlichen Wohnungsmarkt, weil vor 2025 nicht gebaut werden kann.
Thomas Dietz (FW/UNA) ist auf einer Linie mit Kramer. Auch er erinnert daran, dass junge Familien aus Altdorf wegziehen, weil sie hier keinen Wohnraum finden. „Wir tun doch mit Altdorf Nord schon seit fünf Jahren rum“, so Dietz mit dem Hinweis auf einen Beschluss des Stadtrats aus dem Jahr 2014 zur Aufstellung eines Bebauungsplans.

„Da kam nichts“

Warum kommen die Grünen eigentlich jetzt vor Toresschluss mit ihrer Kritik an Altdorf Nord heraus? Für SPD-Fraktionssprecher Martin Tabor ein ärgerlicher Umstand. „Die Grünen hatten ein Jahr Zeit, Änderungen vorzuschlagen, da kam nichts.“  Altdorf braucht aber dringend Wohnraum, fasst Tabor zusammen.
Dass Altdorf zu viel Bauland ausweist, trifft nicht zu, sagt Bürgermeister Erich Odörfer und führt als Beweis den Flächennutzungsplan (FNP) der Stadt an, aus dem man jetzt 20 Hektar als Bauland eingetragene Flächen wieder herausgenommen hat. Diese Areale stehen im neuen FNP, der demnächst genehmigt wird, als Bauland nicht mehr zur Verfügung.
Das von der Stadt beauftragte Planungsbüro Grosser-Seeger plant für das Gebiet Altdorf Nord 52 Einfamilienhäuser, 54 Doppelhaushälften, 189 Reihenhäuser und 151 Geschosswohnungen, insgesamt Wohnraum für rund 1200 Menschen.
Und so geht es jetzt weiter: Im ersten Quartal des nächsten Jahres werden Fachgutachten erstellt: Verkehrsgutachten, der Schallschutz, Bewertung der Boden- und Grundwasserverhältnisse sowie ein Gutachten für den Artenschutz.

Der nächste Schritt wird dann der Vorentwurf des Bebauungsplans sein, der Ende des zweiten Quartals vom neuen Stadtrat behandelt werden wird.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten