SPD-Landesvorsitzender Florian Pronold beim Europafest

Kampf für ein Europa der sozialen Gerechtigkeit

Ließen es sich gut gehen auf dem Altdorfer Europa-Fest (v.l.): Florian Pronold, Thorsten Brehm, Martina Baumann, Gabriela Heinrich, Angelika Weikert, Andrea Lipka, Martina Stamm-Fibich und Kerstin Pommereit. | Foto: Spandler2016/06/europafest2.jpg

ALTDORF – Abwechslungsreich blieb das Europafest der Altdorfer SPD den ganzen gestrigen Nachmittag, nicht nur, weil man mit den Launen des Wetters umgehen musste, sondern auch weil jede Menge an Information und Unterhaltung geboten war. Zugpferd war in diesem Jahr der SPD-Landesvorsitzende und Parlamentarische Staatssekretär im Bundesbauministerium Florian Pronold.

Traditionell und multikulturell präsentierten sich die Altdorfer Roten ihren Besuchern, darunter eine große Anzahl von Promis aus den eigenen Reihen. Dazu gehörten 2. Bürgermeister Ernst Bergmann, Martina Stamm-Fibich, MdB, Thorsten Brehm, Vorsitzender der Nürnberger SPD, Angelika Weikert, MdL, Unterbezirksvorsitzende Martina Baumann, die Landtags-Kandidatin Andrea Lipka, Gabriela Heinrich, MdB, Ortsvereinsvorsitzende Kerstin Pommereit sowie Stadträte und Genossen aus benachbarten Kommunen. Sie alle wurden vom Fraktionssprecher Martin Tabor begrüßt, der in seiner kurzen Rede den Aspekt der Völkerverständigung des Festes betonte.

„Bei uns hier gibt es keine Grenzen: Weder die Religion, noch die Hautfarbe, die Kleidung oder die Sprache können hier jemanden ausgrenzen“, versicherte er gleich zu Beginn. Unter Anspielung auf die rechten Strömungen in Deutschland und anderen Ländern Europas meinte er, dass es derzeit viele solcher Feste der Völkerverständigung bräuchte. Die Feier in Altdorf sei vielleicht nur eine kleine, aber „sie strahlt aus“, war er sich sicher, denn nur so könne man gegen Fremdenfeindlichkeit und Vorurteile bestehen.

Noch keine politische Kategorie

Florian Pronold schickte seiner Rede voraus, dass für ihn als Jüngeren ein Europa weitgehend ohne Grenzen die Normalität bedeute. Erst die Flüchtlingsdebatte und damit zusammenhängende Aktivitäten und Bewegungen hätten gezeigt, dass in vieler Leute Köpfen Europa als politische Kategorie noch ein ganzes Stück entfernt sei.

In ein paar persönlichen Anmerkungen verdeutlichte er, wie wertvoll und eben nicht selbstverständlich es sei, in einem Land ohne Krieg und Verfolgung aufzuwachsen.

Im Gespräch mit dem Boten warnte er vor den Bestrebungen der CSU, am politischen rechten Rand zu wildern, um populistischen und extremen Parteien wie der AfD das Wasser abzugraben. „Die jüngsten Umfragezahlen zeigen doch, dass das nicht funktioniert“, stellte er fest.  Zum Beispiel das Schüren von Ängsten, was die immensen Zahlen von Familiennachzug angeht, sei maßlos übertrieben. „Die kommen im Moment nur in homöopathischen Dosen“, versicherte er und nannte diese Argumente gleichzeitig zynisch, denn die, die den Familiennachzug verwehren wollen, seien die gleichen wie jene, die es beängstigend nennen, dass in erster Linie junge Männer als Flüchtlinge bei uns ankämen.

Fluchtursachen bekämpfen

Weiter plädierte er dafür, energischer gegen die Schlepperbanden vorzugehen, den Menschen in Not zu helfen und – was ihm sehr wichtig ist – die Länder, aus denen die Menschen fliehen müssen, zu stabilisieren. In diesem Zusammenhang kritisierte er aber auch jene EU-Länder, die sich nicht bereit erklärten, ihren Beitrag hierzu zu leisten, was dazu führt, dass die UN nicht in der Lage sind, die nötige Unterstützung vor Ort zu leisten und die Fluchtursachen zu bekämpfen. „Ich bin in Sorge um Europa“, bekannte er daher. Die EU solle nicht nur die wirtschaftlichen Interessen im Auge haben, sondern auch ein Europa der sozialen Gerechtigkeit werden, wovon man leider noch weit weg sei. Daher seien die Rechtspopulisten auch weiterhin zu bekämpfen, damit ein solidarisches Europa mit offenen Grenzen entsteht, „ein Europa, das zusammenhält“, so der Landesvorsitzende. Das Publikum quittierte den Appell mit großem Beifall, bevor es sich den zahlreichen kulinarischen Angeboten widmete, die wie auch die Tanz- und Gesangspräsentationen ihren Ursprung in vielen verschiedenen Nationen hatten. Für die kleinen Besucher gab es unterschiedliche Möglichkeiten, sich zu beschäftigen, sich von Zauberer Manni unterhalten zu lassen oder ihr Glück am Glücksrad zu versuchen. Wie seit vielen Jahren war auch Dr. Gerhard Beuschel, Kreisvorsitzender der Europa-Union, wieder mit seinem Europa-Quiz anwesend, und für den passenden musikalischen Rahmen sorgte die Jazzband Sidewinder.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler