MIA 2016 brachte viele hochkarätige Künstler nach Altdorf

Großartiger Abschluss mit den Bertholinis

„Das passiert dir nur in Altdorf“: Festivalhelfer Ramadan Ali beschirmte die Musiker, wenn die Sonne blendete und die Musiker verstärkt ins Schwitzen brachte. | Foto: Hornung2016/07/MIA-Bertholinis.jpg

ALTDORF – Am Sonntagnachmittag spielten die acht Musiker der Great Bertholinis das letzte Konzert des MIA-Festivals. Ob es eine Ehre oder eine Bürde sei, den Abschluss eines Festivals zu bilden, so Sänger Steffen Zimmermann alias Todor Bertholini, hänge auch mit der Einstellung der Veranstalter zusammen, damit nämlich, ob diese am liebsten schnellstmöglich abbauen oder noch einmal richtig feiern wollen. Die SoulBuddies und ihre Gäste entschieden sich für Letzteres. Am Ende spielten die Bertohlinis nicht weniger als drei Zugaben.

„The Great Bertholinis“ entstammen – so der Mythos – einer alten Künstlerdynastie aus dem ungarischen Dorf „Átánly“. Die Geschichten der „Brothers & Devils“ dieses Dörfchens hatten sie am Sonntag in Form ihres neuesten Albums im Gepäck. „Ob diese und wie viel dieser Geschichte wahr ist […], ist am Ende egal […]“, sagen sie selbst zu ihrer Bandbiographie. Egal ob sie aus dem weit entfernten Ungarn oder doch aus dem nahe gelegenen Nürnberg angereist waren, zwischen den Altdorfern und den Bertholinis stimmte die Chemie.

Mal melodiös und melancholisch, dann wieder laut und treibend, erzählten sie von kleinen, wichtigen Nichtigkeiten und großen Gefühlen mit den Songs „lost and found“, „apart“, „living dead“ und „endlessly in love“ vom neuen Album. Mit dem hätten sie letzten Sommer schon einmal nach Altdorf kommen sollen. Damals wurde das Konzert wegen ungünstiger Wetterprognosen abgesagt. Sie seien froh, dass es diesmal nicht wieder so weit gekommen sei.

Das achtköpfige Kollektiv bewies, dass es sich sowohl auf feinfühlige Indie-Balladen wie auch orchestralen Polka-Pop versteht. „We are all just living and try to stay alive“, sangen Todor und Oskar fast zurückhaltend, bevor die Band mit dem Song „the waltz and the failure“ das Tempo an- und weitere Tanzende vor die Bühne zog.

Nicht nur die Festivalgäste, auch die Sonne rückte immer näher. Da wanderte ein großer, blauer Sonnenschirm durch viele Hände in Richtung Band. „So etwas passiert dir nur in Altdorf“, freute sich Todor, als er auf die Bühne gereicht wurde. Mit dem Schirm spendete Festivalhelfer Ramadan Ali mal diesem mal jenem Bandmitglied Schatten, je nachdem, wer gerade sang oder spielte – sehr zum Entzücken der Zuschauer.

Bei ihrer dritten Zugabe gaben die Sänger und Gitarristen Steffen Zimmermann und Özgür Kantar, Sebastian Wittig am Banjo, Dirk Sommerfeld am Schlagzeug, Bassist Matthias Heer und Gabriel Dempetic, Wolfgang Riedl und Frank Burgess an Trompete, Saxophon und Posaune noch einmal alles und verschafften der ersten Ausgabe von MIA einen würdigen Abschluss mit tosendem Applaus.

Die Berichte zu weiteren Künstlern und Konzerten des Festivals lesen Sie heute in unserer Print-Ausgabe. Eine Bildergalerie zu MIA2016 folgt in Kürze.

N-Land Julia Hornung
Julia Hornung