Doch keine verregnete Bilanz für 2013

Freibäder blicken größtenteils positiv auf Sommer zurück

Das Naturbad Weißenbrunn verzeichnete einen Besucherrekord – auch wenn auf diesem Archivbild noch keine Gäste zu sehen sind2013/09/Weissenb_Bad_5768.jpg

NÜRNBERGER LAND – Vorbei sind die Zeiten, als man sich nicht entscheiden konnte: See oder Freibad. Vorbei die Zeiten, als das tägliche Schleckereis wegen der Hitze zum Grundnahrungsmittel wurde. Vorbei ist der Sommer. Dieser Tage bäumt er sich jedoch noch einmal auf. Wie lief es für die Bäder im südlichen Landkreis? Hier ziehen sie Bilanz.

In Altdorf hörte man nicht gerade die Kasse klingeln. „Die Saison war durchwachsen“, sagt Betriebsleiter Martin Feilmeyer. Saison und Besucherzahlen lassen sich mit denen der vergangenen Jahre vergleichen. „Es war kein Jahrhundertsommer, aber immerhin ist im August einiges gegangen.“ Er sieht die mäßigen Zahlen nüchtern. „Ein Freibad ist ein Zuschussbetrieb und wir würden immer noch rote Zahlen schreiben, auch bei einem Jahrhundertsommer wie 2003“, meint er. Zudem könne man die Witterung nicht beeinflussen.

Doch es gibt auch Positives zu vermelden. Die warmen Tage im Juni bescherten dem Bad einen Besucherrekord: Am 18. Juni planschten 2000 Gäste im Wasser.

Weitaus mehr Besucher passen ins Feuchtasia. Nach wetterbedingten Startschwierigkeiten im Mai, waren im Juli und August umso mehr Badewillige vor Ort. Kamen im Mai nur knapp 4000 Besucher ins Bad, waren während der Hitzeperiode einmal über 6500 Gäste da. „Nach dem schlechten Wetter waren die Leute sehr sonnenhungrig. Seit dem Jahrhundertsommer 2003 war dieses Jahr neben 2006 das beste“, sagt Freibadleiter Adrian Fota. Nichtsdestotrotz  pflichtet er seinem Altdorfer Kollegen bei: „Zwar nahmen wir an dem ein oder anderen Tag mehr ein, als wir ausgegeben haben. Trotzdem machen wir keine schwarzen Zahlen.“ Gäbe es mehr Parkplätze, liessen sich auch mehr Leute sehen. Denn viele kämen von außerhalb, weil sie die Wasserqualität, die Schattenplätze und den Beachplatz schätzten.

Die Schulkinder hatten in den Sommerferien Glück mit dem Wetter. Bis zum 15. September hat das Feuchtasia auf jeden Fall noch geöffnet, dann wird kurzfristig entschieden, ob die Saison noch weitergeht. „Die Nächte werden immer kälter. Es geht viel Wärme verloren und wir brauchen unheimlich viel Energie, um das Wasser aufzuhiezen“, meint Fota. Sobald das Freibad schließt, beginnen die Vorbereitungen für den Bau einer Sauna, die zukünftig auch während Schlechtwetterperioden Gäste anlocken soll.

Viele Besucher fanden den Weg nach Weißenbrunn. Peter Dietl, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Naturbad Weißenbrunn der Gemeinde Leinburg, geht von einem Besucherrekord seit dem Umbau des Bades vor zwei Jahren aus. Wie hoch die Zahlen im einzelnen waren, sei schwer festzustellen, da die Gäste keinen Eintritt bezahlen müssen.

„Ende Juli war ich im Bad und habe gezählt. Ich bin auf 1000 Leute gekommen“, sagt Dietl. Das Becken regeneriert sich auf natürliche Weise. Die Leistungsfähigkeit ist laut Dietl auf eine durchschnittliche Anzahl von 450 Besucher ausgelegt. Spitzenlast sind etwa 900 Besucher. Die Werte waren an der Grenze, aber nie darüber. „Wir haben mit Sorge auf die Wasserqualität geguckt. Es kann schon sein, dass wir einmal für zwei bis drei Tage schließen müssen, wenn zu lange zu viele Leute kommen. Das kam aber nicht vor“, so der stellvertretende Vorsitzende. Doch auch in Weißenbrunn merkte man die Auswirkungen des Dauerregens, was die Besucher angeht. „Die schönen und heißen Tage haben aber alles wettgemacht“, so Dietl. Er geht davon aus, dass in der Ferienzeit täglich etwa 400 bis 500 Leute im Naturbad planschten.
Das war vor dem Umbau ganz anders. Weil der Bach durch das Becken floss, war das Wasser meist unter 20 Grad. Außerdem sah es nicht besonders schön aus, es war „teilweise grässlich“, so Dietl. Die abschließenden Saisonarbeiten wie Pumpen reinigen oder Pflanzen zurückschneiden, in diesem Jahr beginnen erst Anfang Oktober. Die Badegäste können also noch bis Ende September zwischen Molchen und Fröschen ihre Bahnen ziehen – vorausgesetzt das Wetter spielt mit. Luisa Degenhardt

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