Einstimmiger Beschluss im Stadtrat

Flächennutzungsplan steht

Die Zufahrt zur Kernstadt in der Nürnberger Straße: Im Stadtrat waren sich alle Fraktionen einig, dass sowohl die Stadt wie die Außenorte Entwicklungschancen brauchen. Foto: Alex Blinten2020/02/Altdorf-Nuernberger-Strasse-scaled.jpg

ALTDORF. Ein hartes Stück Arbeit liegt hinter den Altdorfer Stadträten und dem Bürgermeister, die es gemeinsam geschafft haben, noch vor den Kommunalwahlen den neuen Flächennutzungsplan (FNP) für die Stadt zu beschließen. Über zwei Jahrzehnte hatte der bisherige Plan Gültigkeit. Jetzt sind die Weichen für die Zukunft gestellt.

Weniger Wohnbebauungsflächen

Geprägt ist der neue FNP durch eine massive Herausnahme ehemals zur Wohnbebauung vorgesehener Flächen. Mehrere Dutzend Hektar Land hätten nach dem alten Plan auf dem Gebiet der Stadt Altdorf bebaut werden können, ein Umstand, der den Landesentwicklern bei der Regierung in Ansbach überhaupt nicht passte. Auf einer Sitzung des Planungsausschusses für die Metropolregion Mittelfranken machten sie dem Altdorfer Bürgermeister deshalb deutlich: Einen neuen FNP wird es nur mit einer deutlichen Reduzierung der Wohnbauflächen auf Altdorfer Gebiet geben. An diese Vorgaben haben die Altdorfer sich nun gehalten, haben bei den Beratungen über insgesamt 29 Areale in den vergangenen Monaten Kompromisse gefunden und sich auf gemeinsame Beschlüsse verständigt. Im Wesentlichen passt der neue Flächennutzungsplan für die Stadt, so der allgemeine Tenor.

„Die Kommunalpolitik lebt ja von Kompromissen“, stellte Horst Topp für die Grünen zum neuen Flächennutzungsplan fest. Gerade er selbst und seine Fraktion haben sich mit kritischen Nachfragen und Bedenken immer wieder in die Diskussion eingebracht, über Jahre, wie Topp betonte. Und am Ende ging es dann auch „nicht immer so aus, wie wir uns das vorgestellt haben.“ Beispiele sind Ausweisungen von Gewerbeflächen im Altdorfer Westen oder auch das Bebauungsgebiet Altdorf Nord. Die Art, wie das entwickelt wird, sei nicht mehr zeitgemäß, kritisierte Topp. Die Außenorte freilich sollen laut Topp auch Entwicklungsmöglichkeiten haben, größere Baugebiete wollen die Grünen aber nicht mehr ausweisen.

Für FW/UNA Sprecher Thomas Dietz ist es ausgesprochen positiv, dass es dem Stadtrat zum Ende der Legislatur noch gelang, den neuen Flächennutzungsplan aufzustellen. FW/UNA begrüßt es in diesem Zusammenhang besonders, dass man sich auf zwei mögliche Standorte für ein künftiges neues Feuerwehrhaus einigen konnte.

Größenwahn im alten Plan

Der alte Flächennutzungsplan hatte aus Sicht von Ernst Bergmann (SPD) Elemente von Größenwahn. Viel zu großzügig waren darin nach seiner Überzeugung Wohnbauflächen ausgewiesen. „Es ist gut, dass wir das reduziert haben.“ Und es ist laut Bergmann auch gut, dass der Stadtrat den neuen FNP noch vor der Wahl beschließen kann. Bei den Beratungen zum neuen Plan ist zwar nicht alles so gelaufen, wie die SPD sich das gewünscht hätte, „im Wesentlichen passt es aber“, stellt Bergmann fest.

So auch Thomas Kramer für die CSU: Die Diskussionen seien nicht immer einfach gewesen. Wichtig für seine Fraktion, betonte der Fraktionssprecher, seien Entwicklungsmöglichkeiten auch für die Außenorte: „Wir wollen Wachstum nicht nur in der Kernstadt, sondern organisches Wachstum auch in den Außenorten möglich machen.“

Bürgermeister Erich Odörfer erinnerte noch einmal an die Mahnungen des Planungsverbandes Industrieregion Mittelfranken, der auf eine Reduzierung der Wohnbauflächen auf Altdorfer Gebiet gedrängt hatte. Daran haben sich die Altdorfer gehalten, weshalb Odörer optimistisch ist, dass jetzt alles ganz schnell geht: „Die Regierung wird den von uns beschlossenen Flächennutzungsplan durchwinken.“ Gemeinsam habe man tragfähige Lösungen für die Zukunft der Stadt gefunden.

Online und im Rathaus einsehbar

Der bislang gültige, im Jahr 1998 beschlossene Flächennutzungsplan der Stadt Altdorf, ist auf der Webseite der Stadt einzusehen.

In drei Monaten, nach Prüfung des jetzt beschlossenen Nachfolgeplans, wird dieser neue FNP auf der Altdorf Seite den alten Plan ersetzen. Eingesehen werden kann er auch beim Bauamt der Stadt.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten