Land unter im Schleifweg nach sintflutartigen Regenfällen

Feuerwehr? Wasserwehr!

Das Wittmann-Anwesen im Schleifweg war vom Wasser eingeschlossen - bis die Feuerwehr nach mehrstündiger Arbeit die Gullys gereinigt hatte.2017/06/Hochwasser.jpg

LUDERSHEIM – Die anhaltenden Regenfälle haben dafür gesorgt, dass kleinere Abwassergräben zu reißenden Flüsschen wurden und Straßen überfluteten. Stundenlang waren Feuerwehrleute in Ludersheim, in Grünsberg und Feucht mit Pumpen im Einsatz. Vollgelaufene Keller mussten trocken gelegt, Straßen wieder befahrbar bemacht werden.

In Trockenzeiten fließt hier am Ludersheimer Ortsrand kaum Wasser, beim jetzigen Starkregen allerdings entstand hier ein reißender Bach. Foto: Blinten2017/06/Hochwasser1.jpg

Einer der neuralgischen Punkte in Ludersheim ist der Bereich um den Schleifweg. Hier strömt Wasser aus Richtung Stadt – von der Bahn und der A 3 kommend – nach Ludersheim und wird dann in einem 45-Grad-Winkel um die Bebauung herum geleitet.

Drei Jahre Ruhe

In der Vergangenheit gab es im Schleifweg immer wieder voll gelaufene Keller, Garagen standen unter Wasser, Häuser waren nur über Behelfsstege zu betreten. Die Ludersheimer hatten jetzt drei Jahre lang Ruhe und freuten sich schon, dass sich das Hochwasserproblem wohl von selbst erledigt hatte. Doch dann kam der Starkregen in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag. Bereits am frühen Morgen musste die Ludersheimer Wehr ausrücken. Land unter hieß es im Schleifweg. Mit Holzbohlen haben die Feuerwehrkameraden, die zwischenzeitlich von der Altdorfer Wehr Verstärkung erhalten hatten, zunächst den Zufluss aus dem aus Richtung Altdorf kommenden Graben reduziert. Anschließend knöpften sie sich die Abflüsse in der Straße vor. Gully für Gully musste geöffnet, die Siebe herausgenommen, gereinigt und wieder eingesetzt werden. Nach etwa drei Stunden war dann der Spuk vorüber, das bis dahin knietief in der Straße stehende Wasser war wieder abgeflossen. Mit insgesamt 20 Leuten waren die Wehren aus Ludersheim und Altdorf im Einsatz.

Graben frei gemacht

Aus dem Graben fischten die Feuerwehrkameraden jede Menge Material, das den raschen Abfluss des Wassers verhinderte, so dass trotz des anhaltenden Regens nichts mehr in den Schleifweg lief – zur großen Erleichterung der Anwohner, die in der Vergangenheit immer wieder volle Keller und finanzielle Schäden zu beklagen hatten. Monika Roch fand bei einem Hochwasser vor drei Jahren ihren Wagen im Wasser stehen. Später erhöhte sie ihren Carport-Stellplatz mit einem Betonsockel, so dass das Fahrzeug bei jetzigem Hochwasser unbeschädigt blieb.

In Grünsberg musste die Feuerwehr einen Keller auspumpen, in Feucht Straßen frei machen. Als es im Winkelhaider Kindergarten zu einem Wassereinbruch kam, halfen die Mitarbeiter der Gemeinde.

 

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten