Luftbeobachtung am Wochenende

Extreme Waldbrandgefahr: Stufe 4 von 5 erreicht

Der Lorenzer Reichswald ist momentan extrem trocken, die Gefahr von Bränden steigt. Experten suchen deshalb von der Luft aus nach Rauchsäulen. Foto: Kappes2015/07/symbolbildreichswald_New_1435926002.jpg

NÜRNBERGER LAND – Lange hat es nicht geregnet. Dazu kommen die hohen Temperaturen. Die Waldbrandgefahr ist immens gestiegen. Ein Team kontrolliert den Reichswald deshalb von der Luft, um Brände im Keim zu ersticken.

Derzeit liegt die Waldbrandgefahr bei Stufe 4 von 5. Das sei in den vergangenen Jahren häufiger vorgekommen, berichtet Horst-Dieter Fuhrmann, stellvertretender Forstbetriebsleiter des Forstbetriebs Nürnbergs. Wegen der hohen Waldbrandgefahr und der angekündigten Hitzewelle hat die Regierung von Mittelfranken für das kommende Wochenende deshalb eine Luftbeobachtung angeordnet. Voraussichtlich wird die Luftbeobachtung auch an den folgenden Werktagen fortgeführt.

Piloten der Flugbereitschaft der Luftrettungsstaffel Mittelfranken behalten das Areal von der Luft aus im Auge. An Bord des eingesetzten Flugzeugs befinden sich neben dem Piloten je ein Luftbeobachter der Feuerwehr und der Forstbehörden, die die relevanten Waldgebiete aus der Luft auf mögliche Brandgefahren hin absuchen.

Achtlos weggeworfene Zigaretten spielten dabei nicht den größten Risikofaktor. Gefährlicher seien unbewachte Feuer, so Fuhrmann. Selbst am Waldrand könnten durch Funkenflug Brände entstehen. Grillmeister sollten in den nächsten Tagen deshalb besondere Vorsicht walten lassen.

Eine unterschätzte Gefahr stellen parkende Autos da. „Der Katalysator kann sehr heiß werden“, weiß Fuhrmann. „Auf trockenem Gras kann er einen Schwelbrand entzünden.“

Wenn das Team in der Luft einen Brand entdecken, alamiert es per Funk die Feuerwehr und lotst die Einsatzkräfte zur Brandstelle. Am Samstag starten sie vom Stützpunkt Rothenburg, am Sonntag hat der Stützpunkt der Flugbereitschaft in Ansbach-Petersdorf Dienst. Das Team fliegt auf einer festgelegten Route, die von Erlangen-Dechsendorf über Schnaittach, Hersbruck und Allersberg bis nach Pleinfeld führt.

Von dort wird über Abenberg, Nürnberg-Mohrenbrunn, Nürnberg-Buchenbühl und Erlangen-Tennenlohe, mit einer Schleife über Emskirchen, Wilhermsdorf, Heilsbronn und Windsbach wieder zum Ausgangspunkt zurückgeflogen.Auf diese Weise können sie die besonders gefährdeten Waldgebiete wie den Sebalder und Lorenzer Reichswald bei Nürnberg und auch das westliche Mittelfranken aus der Luft gut einsehen und auf mögliche Rauchentwicklung kontrollieren.

Die Kosten des Einsatzes übernimmt die Regierung von Mittelfranken aus Mitteln des Katastrophenschutzfonds.db/Kai M. Kappes

N-Land Kai Mirjam Kappes
Kai Kappes