Leibniz-Chefin übergab 1200 Euro Spendenerlös

Eine Brille für einen Dollar?

Ingrid Hell, Regina Fleischer und Claus Güllich bei der Spendenübergabe (v.l.). | Foto: privat2016/10/EinDollarBrille.jpg

ALTDORF – 150 Millionen Menschen können sich in armen Ländern keine Brille leisten. Der Erlanger Mathematik- und Physik-Lehrer Martin Aufmuth hatte 2010 die Idee, bezahlbare Sehhilfen zu entwickeln. Die Materialkosten für die von ihm entworfene Brille liegen bei nur einem Dollar. Er baute eine Brillenbiegemaschine, die ohne Strom funktioniert und deshalb in Entwicklungsländern leicht eingesetzt werden kann. Inzwischen konnte Martin Aufmuth vielen bedürftigen Menschen mit seinen Brillen helfen und Brillenhersteller vor Ort ausbilden. Die „Ein-Dollar-Brille“ wurde seitdem mit vielen nationalen und internationalen Preisen, u.a. auch von der Siemens-Stiftung, ausgezeichnet.

Die Geographie- und Mathematiklehrerin Hell vom Leibniz-Gymnasium entdeckte die „Ein-Dollar-Brille“ während der „Langen Nacht der Wissenschaften“ an einem Informationsstand auf dem Siemensgelände in Erlangen und war vor allem von den Plakaten mit lachenden Menschen beeindruckt, von Bildern mit Menschen, die zum ersten Mal in ihrem Leben klar sehen und ihre Umgebung völlig neu entdecken konnten.

Am Leibniz-Gymnasium gelang es Frau Hell rasch, die letztjährige Klasse 8b für das Projekt „EinDollarBrille“ zu begeistern. Die Klasse erarbeitete sich in kurzer Zeit mit sehr großem Engagement viel Wissen um die Brille, entwarf Stellwände, einen Schaukasten und entwickelte einen Informationstand, so dass die Brille am Sommerfest des Leibniz-Gymnasiums einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt und Spendengelder gesammelt werden konnten.

Spendenglobus füllte sich

Die Klasse überzeugte, auch mit tatkräftiger Unterstützung der beiden Geographie-Lehrkräfte Walter und Dr. Wagenseil, viele Eltern von der „Ein-Dollar-Brille“. Dank vieler Eltern und Schüler füllte sich der Spendenglobus der Klasse rasch. Man konnte noch zahlreiche weitere Unterstützer für die Brille gewinnen. So veranstaltete die Schülermitverwaltung einen Sponsorenlauf, auf dem Schüler für die „Ein-Dollar-Brille“ und auch für die Fair-Trade-Idee Runde um Runde Gelder erliefen. Dankenswerterweise spendeten die Teilnehmer des Studienseminars sowie Kollegiaten Restgelder von Veranstaltungen, Kursfahrten und Vortragseinnahmen und selbstverständlich auch die Lehrkräfte der Schule für die Sehhilfe.

Kürzlich hat die Schulleiterin des Leibniz die stattliche Summe von 1200 Euro an Projekt-Initiator Claus Güllich übergeben. Regina Fleischer dankte Güllich, den verantwortlichen Lehrkräften und den Schülern für ihren unermüdlichen Einsatz. Güllich überreichte Fleischer eine gerahmte Spendenurkunde, die an der Bilderwand über die geleisteten Projekte der Schule weiterhin an dieses großartige soziale Engagement der Schule erinnern wird. In knappen Worten fasste er die Bedeutung der Brille zusammen und dankte den Schülern und Lehrkräften für ihre erfolgreiche, wirkungsvolle Hilfe.

Schick und federleicht

Im Geographie-Schaukasten am Leibniz-Gymnasium kann man die schicke, federleichte Brille, die aus einem flexiblen, jedoch sehr stabilen Federstahlrahmen besteht, in den die bereits fertig geschliffenen Brillengläser aus Polykarbonat eingesteckt werden, besichtigen und so manches über die Brille lernen.

Nähere Informationen zur „EinDollarBrille“ findet man auch im Internet unter www.eindollarbrille.de.

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