Äußerungen schlagen weiter hohe Wellen

Pöllot entschuldigt sich bei Breu

Dekan Breu hofft, dass der Gastvortrag von Herrn Mazyek störungsfrei verläuft. | Foto: Märtl2016/10/Dekan_Breu_Altdorf.jpg

ALTDORF – Nicht nur in der Wallenstein-Stadt sorgen die Äußerungen des 3. Bürgermeisters Dr. Johann Peter Pöllot zur geplanten Veranstaltung mit dem Sprecher des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, am Reformationstag  in der Laurentiuskirche für Wirbel.

Zwar hat er sich gestern, nachdem seine Titulierung „Islamschweinerei“ öffentlich geworden war, bei Dekan Jörg Breu entschuldigt, zu einer angestrebten und bereits formulierten, gemeinsamen Erklärung ist es aber gestern noch nicht gekommen. Breu: „Die Veranstaltung am Montag wird jetzt so stark durch Pegida und Co verunmöglicht, dass mir von einem so weitgehenden Text abgeraten wurde.“

Dekan Breu bestätigte gegenüber unserer Redaktion, dass Dr. Pöllot bedauert, den Begriff „Islamschweinerei“ verwendet zu haben.

Dieser sei lediglich Ausdruck seiner Erregung gewesen und er distanziere sich von diesem Begriff. Er sei kein Islamfeind und kein Dialoggegner, finde aber grundsätzlich, dass weder der Reformationstag das passende Datum, noch eine Kirche der passende Ort für den Dialog mit dem Islam sei.

Dekan Breu akzeptiert die Entschuldigung von Dr. Pöllot und wird seinerseits auf weitere Schritte gegenüber Dr. Pöllot verzichten und ist mit den kommunalen VertreterInnen gesprächsbereit über die zukünftige Zusammenarbeit.
Dr. Pöllot selbst machte im Gespräch mit unserer Redaktion deutlich, dass ihm in der ersten Aufregung „blöderweise ein Wort entschlüpft ist (Anmerkung der Redaktion: „Islamschweinerei“), das er im Nachhinein  sehr bedauere.

Pegida- und Gegen-Demonstration

Für Montag ist im Umfeld der Veranstaltung in der Laurentiuskirche eine Demonstration des islamfeindlichen Pegida-Bündnisses angemeldet worden. „Genau das wollten wir nicht“, sagte Breu, denn die Veranstaltung der Kirche am Reformationstag sei auch eine Reaktion auf die Pegida-Demo im vergangenen Jahr. Wie damals wird es auch dieses Mal zu einer Gegendemonstration kommen.

Dekan Breu hofft, dass der Vortrag von Aiman Mazyek, der nach dem Festgottesdienst über ein „Miteinander“ statt einem „Nebeneinander“ der Religionen in Deutschland sprechen wird, störungsfrei verläuft.

N-Land Lorenz Märtl
Lorenz Märtl