Der besondere Zauber der „Langen Nacht“

Der Zauber der „Langen Nacht“: der Auftritt von Mimikry verdeutlicht ihn besonders.2012/07/langenacht_New_1341580201.jpg

ALTDORF – Die „Lange Nacht“ ist ein Begriff, den man im Altdorfer Umland nicht näher erläutern muss. Er steht für fröhliches Feiern, gute Stimmung und viel Unterhaltung. Am Samstag ist es wieder soweit. Ein Termin bei dem Alt und Jung im Feldlager auf dem Markt und vor den Toren zusammenkommen. Wo man sich in alte Zeiten zurückversetzt fühlen kann.

Für die lange Nacht der Wallensteinfestspiele wurden auch heuer wieder zahlreiche bewährte Künstler gebucht, die den Unterhaltungsstil der damaligen Zeit gut vermitteln können. Für die Auftritte der Musiker und Gaukler gibt es keine festen Bühnen oder Zeiten.

Dem langjährigen ehemaligen Vorstand des Festspielvereins, Dr. Heinrich Bergmann, dem „Erfinder“ der Langen Nacht, war die Zwanglosigkeit in dieser Nacht besonders wichtig.

Wie zu Renaissancezeiten sollten die Besucher zufällig auf besondere Darbietungen treffen, sollen die Musiker zu den Besuchern an die Biertische kommen. Es soll eine Stimmung erzeugt werden, die auch durch den Schein der Fackeln trefflich verstärkt wird.

Giampiero Lucchini kommt besonders gern nach Altdorf. Für die Lange Nacht, wo er mit einem befreundeten Musiker als „Duosolemio“ auftritt, hat er extra einen anderen Auftritt abgesagt.

„Dopo Domani“ aus Hilgert wird mit Musik auf historischen Instrumenten wie lauten Sackpfeifen oder zarttönenden Schalmeien, Rauschpfeifen oder Drehleier überraschen, wird Gaukelei, Mittelaltercomedy, Feuer und Tanz im Programm haben. Ein besonderer Augenschmaus ist das Tanzweib, das die Gruppe dabei hat.

Die vier Musiker von „Scarazula“ bieten ebenfalls zeitgenössische Musik und haben auch eine Tänzerin dabei. Diese Gruppe aus München hat schon mehrfach an der Langen Nacht teilgenommen und auch private Kontakte zu Altdorf. Der Leiter der Renaissancegruppe, Thomas Gundermann, ist in Altdorf zur Schule gegangen.

Auch „Mimikry“ hat in Altdorf zahlreiche Fans. Die Familiengruppe, die jetzt in Pühlheim lebt, entführt in eine Welt voller Feuer, Fantasie, Zauberei und Poesie. Mimikry überrascht immer wieder durch Maske und beeindruckende Darbietungen. Ausgefeilte Akrobatik beim Feuercircus, Walkacts auf Stelzen und phantasievolle Kostüme begeistern die Zuschauer in ganz Europa.

Die Rußwurstsänger aus Oettingen sind erstmals bei der Langen Nacht zu finden. Die stimmgewaltigen ehemaligen „Wurstverkäufer“ können nicht nur singen, sondern auch musizieren. Die Oettinger Rußwurstsänger trafen sich 1990 als lockerer Stammtisch Damals bat der einstige Metzgermeister Bernhard Raab seine Freunde, doch eine Würstchenbude auf dem Historischen Markt zu betreiben. Da die Würstchen ebenfalls einen historischen Namen haben sollten, überlegten die Stammtischbrüder und kamen auf die Idee, die Bratwürste als „Rußwürste“ unter das Volk zu bringen. Falls mal ein Würstchen etwas länger auf dem Grill lag und dabei etwas zu schwarz wurde, konnte sich keiner der Kunden beschweren. Auf Initiative von Thomas John wurden dazu passend Lieder aus dem Mittelalter einstudiert. Braune Kutten und weiße Kappen waren die historische Arbeitskleidung.

Vor dem Rattenfänger aus Memmingen gruseln sich nicht nur die Kinder. Auf seinem Handwagen zieht er Käfige, Fallen und schwere Ausrüstung hinterher, bei seinen Possen und Späßen hilft ihm „Rocky“, die klügste Ratte der Welt.

Eine weitgereiste Gauklerin und ein etwas tollpatschiger Gauklerlehrling bieten ein Spektakulum im Stil des fahrenden Volks. Die beiden Künstler vom Feuerzirkus Tatjana Bilenko binden mit Jonglage und allerlei Schabernack auch gern die Zuschauer mit ein. Tatjana Bilenko ist diplomierte Zirkuspädagogin.

Die Mitglieder des Fanfarenzugs Narrizella Radolfszell freuen sich schon auf die Teilnahme an der Langen Nacht. Während der Schiller-Aufführung hat die lautstarke Gruppe allerdings Pause. Sie wird aber Spieler und Zuschauer beim Fackelzug vom Universitätshof zum Markt begleiten. Auch die Schöppenstedter Bürgerwehr, die Amberger Stadtwache und die Sehusa-Musketiere aus Seesen geben den Altdorfern die Ehre.

Die anderen Künstler und Musiker werden ab 18 Uhr an wechselnden Plätzen auftreten. Wenn dann ab etwa 23 Uhr der Marktplatz und die Weiher mit Fackeln erleuchtet sein werden, dann haben auch die Feuerkünstler ihre großen Auftritte.

Bis drei Uhr am nächsten Morgen darf gefeiert werden. Ein Sonderzug der S-Bahn fährt um drei Uhr von Altdorf nach Nürnberg.

Viele der Künstler sind auch am Sonntag auf dem Marktplatz präsent.

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