125 Jahre SPD Altdorf

„Demokratie fällt nicht vom Himmel“

Rainer Pohl ist neuer Ehrenvorsitzender der SPD in Altdorf, neben ihm die Vorsitzende Kerstin Pommereit. | Foto: Röser2016/10/SPD_125Jahre__5-2.jpg

ALTDORF – Eine kleine Ausstellung zeigte die Schlaglichter der 125-jährigen Geschichte der Altdorfer SPD und auch die Jubiläumsfestschrift lag aus. Der Nürnberger Oberbürgermeister Maly betonte in seiner Festrede die Grundwerte der Sozialdemokratie, und die Vorsitzende der Altdorfer SPD erinnerte daran, dass Demokratie nicht selbstverständlich ist. Ernst Bergmann hielt die Laudatio auf den neuen Ehrenvorsitzenden der Altdorfer SPD, Rainer Pohl. Für ein komödiantisches Highlight sorgten schließlich „Walder und Gunda“.

Es war ein fröhliches Fest mit dem die Altdorfer SPD ihren 125. Geburtstag feierte. Gefeiert wurden im Altdorfer „Alten Brauhaus“ vor allem die Grundwerte der Sozialdemokratie, auf die Nürnbergs Oberbürgermeister in seiner Festrede auch immer wieder hingewiesen hatte: Solidarität, Freiheit und Gerechtigkeit. Grundwerte, ohne die gesellschaftliches Zusammenleben auf keiner Ebene funktionieren kann. Mit Blick auf rechtsextreme Parteien, die immer wieder absurde Ängste schüren, zitierte der Oberbürgermeister den Philosophen Heinz Bude: „Wer Angst hat, verkennt das Wirkliche, vermeidet das Unangenehme und verpasst das Mögliche.“

Erinnerung an dunkle Zeiten

Die Vorsitzende der Altdorfer SPD, Kerstin Pommereit, betonte in ihrer Begrüßungsrede, dass die demokratische Grundordnung nicht selbstverständlich ist: „Wir müssen jeden Tag dafür arbeiten, denn Demokratie ist nichts was einfach vom Himmel fällt. Manchmal ist das mühsam, manchmal auch zäh, aber der einzige Weg um in Freiheit und selbstbestimmt leben zu können.“ Pommereit erinnerte in diesem Zusammenhang an die dunkle Zeit des Nationalsozialismus, eine Zeit in der auch viele Sozialdemokraten verhaftet wurden, oder ihr Engagement mit dem Leben bezahlten. So war zum Bespiel der Großvater des heutigen SPD-Vorstandsmitglieds Herbert Creutz, Georg Lowig im Konzentrationslager Dachau. Ebenso wie der Großonkel von Creutz, August Meier. Zeitgleich mit Lowig und Meier war auch Karl Maly in Dachau inhaftiert, der Großvater des heutigen Nürnberger Oberbürgermeisters. Onkel und Vater des Altdorfer SPD-Stadtrates Rudolf Lodes wurden von den Nationalsozialisten brutal ermordet.

Neben der Festrede des Nürnberger Oberbürgermeisters war die Ernennung des früheren SPD-Bürgermeisters Rainer Pohl zum neuen Ehrenvorsitzenden ein weiterer Höhepunkt des Festes. Ernst Bergmann würdigte Pohl für seinen unermüdlichen Einsatz für die Stadt Altdorf und für die Altdorfer SPD. „Es ist mit Sicherheit nicht selbstverständlich, dass ein ehemaliger Bürgermeister bis heute hilft, die Dreieckständer zu bestücken und immer mit anpackt, wenn es etwas zu tun gibt. Dafür danken wir dir!“, so Bergmann.

In der „Lupe“ geblättert

Zuvor führten „Walder und Gunda“ humoristisch durch die Geschichte der Altdorfer SPD. Sie blätterten durch alte Ausgaben der „Lupe“, die Zeitung der Altdorfer SPD und hoben die ein oder andere Geschichte heraus. Fast alle erinnerten sich an eine Geschichte besonders: An den sehr umstrittenen Abriss des Röderschulhauses in der Röderstraße.

Das Jubiläum führte zahlreiche politische Mandatsträger aus Altdorf und ganz Mittelfranken ins „Alte Brauhaus“: Neben dem Ehrengast Dr. Ulrich Maly waren dabei: Der stellv. Landrat Norbert Reh, der frühere Bezirkstagspräsident und Schwaiger Bürgermeister Fritz Körber, die Altdorfer SPD-Stadtratsfraktion mit ihrem Vorsitzenden Martin Tabor. Der CSU-Fraktionsvorsitzende Thomas Kramer, die Grünen-Stadträte Margit Kießling und Eckart Paetzold, der Stadtrat der Freien Wähler, Adalbert Loschge, die SPD-Kreisräte Andrea Lipka und Georg Schweikert, die Grünen Kreisrätin Gabriele Drechsel, der stellv. Bezirksvorsitzende der SPD-Mittelfranken Marcel Schneider und der Berger SPD-Bürgermeister Helmut Himmler. Die SPD-Bundestagsabgeordneten Gabriela Heinrich, Martina Stamm-Fibich und Carsten Träger, Pfarrerin Ursula Kronenberg und Pfarrer Albert Börschlein. Der Vorsitzende der Nürnberger SPD, Thorsten Brehm ließ es sich ebenfalls nicht nehmen nach Altdorf zu kommen, ebenso wie deren Geschäftsführer Rüdiger Löster. Aus dem Landtag waren Stefan Schuster und Horst Arnold anwesend.

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