„Das war nicht zulässig“

ALTDORF – Gute Nachrichten für die Klasse 4 c an der Altdorfer Grundschule: Nach den Ferien werden die Jungen und Mädchen einen Vertretungslehrer bekommen. Eltern brauchen dann nicht mehr in der Schule als „Hilfslehrer“ anzutreten – was im übrigen gar nicht zulässig ist, wie ein Vertreter der Regierung von Mittelfranken jetzt im Gespräch mit der Redaktion erläuterte.
Den Einsatz eines Lehrers aus der mobilen Reserve für die Altdorfer 4. Klasse bestätigten auf Nachfrage sowohl Norbert Kriegelstein vom Schulamt Nürnberger Land als auch Bernhard Mestel von der Regierung in Ansbach. Auch für eine erste Klasse, deren Lehrerin ausgefallen ist, und für die zunächst keine Ersatzlehrkraft zur Verfügung stand, wird nun aus dem Kontingent der Reserve-Lehrer eine Vertretungslehrkraft kommen.
In der Klasse 4 c und in einer weiteren 1. Klasse hatten die Eltern befürchtet, bis zum Ende des Schuljahrs aushelfen zu müssen. So jedenfalls waren zunächst die Signale aus der Schule und vom Schulamt. Das Kontingent der mobilen Reserve sei erschöpft, es gebe viele Krankheitsfälle und keine Aussicht, zusätzliche Lehrkräfte einzustellen, hieß es. Woraufhin sich die Eltern darauf einigten, mit arbeitslosen Lehrkräften Kontakt aufzunehmen und in Eigeninitiative über den Förderverein der Schule eine Lehrkraft zu bezahlen.  
Dass jetzt alles ganz schnell ging und doch Lehrkräfte aus der mobilen Reserve für Altdorf zur Verfügung stehen, erklärt Bernhard Mestel von der Regierung von Mittelfranken mit der veränderten Lage beim Krankenstand der Vertretungslehrer. Einige Pädagogen seien wieder arbeitsfähig, so dass nun auch Lehrer für Altdorf zur Verfügung stehen.
Dass Eltern als Hilfslehrer in der Schule eingesprungen sind, sei im übrigen nicht erlaubt, so der für Organisation und Personal der mittelfränkischen Volksschulen zuständige Mitarbeiter der Regierung. „Unsere Personaljuristin hat alles geprüft und sowohl dem Schulamt als auch der Schule mitgeteilt, dass das Ganze nicht statthaft ist“, so Mestel. Die Schule hätte stattdessen andere Maßnahmen ergreifen müssen, wie etwa die Aufteilung der Klasse auf andere 4. Klassen oder die Bildung von Arbeitsgemeinschaften. „Aber man hätte die Eltern nicht bitten dürfen, hier mitzuhelfen, das war falsch.“
Der Altdorfer Schulleiter Peter Vogel wollte dabei für seine 4 c in der schwierigen Situation nur die aus seiner Sicht beste aller schlechten Lösungen und organisierte den Einsatz der Eltern nicht im Alleingang, sondern sprach ihn mit dem Schulamt in Lauf ab, wo man ihm grünes Licht gab. 
Personalengpässe gebe es immer wieder, sagt der Ansbacher Referent, im Nürnberger Land sei es in jüngster Zeit aber besonders problematisch gewesen. Dabei sei der Altdorfer Fall mit dem Einsatz von Eltern als Hilfslehrer „ein absoluter Einzelfall“ in Mittelfranken. Als solcher hat er aber für ziemlichen Wirbel gesorgt. Nachdem die Landtagsabgeordneten Weikert und Beyer (beide SPD) in der Angelegenheit nachgehakt hatten, landete er am Ende auf dem Schreibtisch von Kultusminister Spaenle.

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