Spenden für verletzte Altdorferin

Come home, Katharina

Katharina Preu aus Altdorf besucht in den USA eine Krankenpflegeschule, um anderen Menschen zu helfen. Jetzt ist die 27-Jährige selbst auf Hilfe angewiesen.2020/11/Altdorf-Katharina-Preu-Krankenhaus-1.jpg

ALTDORF/ SALT LAKE CITY – Während ihres USA-Aufenthalts stürzt die Altdorferin Katharina Preu mit dem Motorrad und erleidet dabei ein schweres Schädel-Hirn-Trauma. Ihre Familie will sie zurückholen. Doch der Ambulanzflug kostet bis zu 100 000 Euro. Jetzt sollen Spenden den Rücktransport ermöglichen.

Katharina Preu ist ein aufgeweckter, lebensfroher Mensch. Ursprünglich kommt sie aus Altdorf, lebt aber bereits seit mehreren Jahren in den USA im Bundesstaat Utah. Dort arbeitet sie als Nanny für eine Familie mit sechs Kindern, darüber hinaus ist sie Guide und Reitlehrerin in den Bergen und arbeitet zusätzlich im Krankenhaus, um sich ihr Studium zur Krankenschwester zu finanzieren.

Doch vor kurzem hat das Leben der 27-Jährigen eine dramatische Wendung genommen. Am Samstag, 10. Oktober, machte Katharina Preu mit ihrem Freund Cameron eine Motorradtour in den Canyons nahe Utahs Hauptstadt Salt Lake City. Auf dem Heimweg kam es zum Unfall: Direkt vor ihr hatte ein Auto die Fahrspur gewechselt, beim Versuch zu bremsen kam Preu von der Spur ab und stürzte mit ihrer Maschine schwer. Ihr Freund Cameron, der hinter ihr fuhr, konnte rechtzeitig bremsen und leistete als erfahrener Rettungsassistent erste Hilfe. Rund 45 Minuten nach dem Sturz wurde die bewusstlose Altdorferin in den Operationssaal gebracht.

Schwerste Kopfverletzungen

Wie sich herausstellte, zog sich Katharina Preu trotz Schutzkleidung und Helm ein schweres Schädel-Hirn-Trauma zu, außerdem trug sie ein gebrochenes Schulterblatt, ein gebrochenes Schlüsselbein, eine Bänderverletzung am Fuß sowie mehrere Schürfwunden davon.

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Da die erste Operation nicht die gewünschten Ergebnisse erzielte, musste sie noch einmal operiert werden. Wegen der zunehmenden Schwellung des Gehirns wurde der Altdorferin ein Teil des Schädelknochens entfernt, die Ärzte legten sie für einige Tage in ein künstliches Koma. Die Hirndrainage wurde durch einen sogenannten Shunt ersetzt, der helfen soll, den Hirndruck auf einen Normalwert zu reduzieren. Darüber hinaus wurde ein Luftröhrenschnitt gesetzt und ein Nahrungsschlauch durch die Bauchwand gelegt.

In den folgenden Tagen machte Katharina Preu Fortschritte, dank einer Sprechkanüle kann sie äußern, wenn sie Schmerzen hat oder etwas benötigt. Seit zwölf Tagen befindet sie sich nun auf der Normalstation. Doch der Weg, den die Altdorferin noch vor sich hat, ist lang und steinig. „Die Ärzte sagen, dass wir sehr viel Zeit und Geduld brauchen und uns nicht von den ständigen Höhen und Tiefen beunruhigen lassen sollen“, lässt ihre Familie verlauten.

Auch die anhaltende Corona-Pandemie erschwert die Unterstützung der Angehörigen vor Ort immens. Nachdem Schwester Johanna und Mutter Frederike in die USA reisten, um an Katharinas Seite zu stehen, wurden Besuche im Krankenhaus, wie auch in Deutschland, untersagt beziehungsweise sehr stark eingeschränkt. So darf derzeit nur Mutter Frederike Preu in das Krankenhaus und ihre Tochter besuchen.

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Keine Versicherung, kein Ambulanzflug

Um die junge Frau bei ihrer Rehabilitation bestmöglich unterstützen zu können, möchte die Familie Katharina zurück nach Deutschland holen. Der Haken: Da sie seit mehreren Jahren in den USA lebt, verfügt sie aktuell über keine Krankenversicherung in Deutschland – und somit auch nicht über die Möglichkeit, die Kosten des nötigen Ambulanzflugs übernehmen zu lassen. Die Preus bleiben auf den Kosten sitzen. Wie Katharinas Bruder Julius auf Nachfrage mitteilt, liegt das günstigste Angebot „bei weit über 50 000 Euro“ und reicht „bis zu 100 000 Euro“. Um diese finanzielle Hürde nehmen zu können, haben die Preus nun eine Spendenkampagne ins Leben gerufen. Dabei kann jeder, der die Altdorfer Familie in ihrem Vorhaben unterstützen möchte, einen frei wählbaren Betrag spenden und so seinen Teil zur Realisierung der Rückholaktion beitragen.

Mehr als 26 000 Euro beisammen

Bis Redaktionsschluss am Dienstag kamen bereits 26 479 Euro zusammen, 376 verschiedene Spender haben der Familie Summen zwischen zehn und 750 Euro zukommen lassen. „Wir freuen uns über jeden kleinen und natürlich auch großen Betrag, um die Flugkosten für Katha decken zu können, damit sie mit ihrer lebhaften, positiven und einzigartigen Art unser aller Leben bereichern kann“, schreibt die Familie aus Altdorf und bedankt sich bei allen, die sie bereits unterstützt haben oder dies noch tun werden.

Info
Die Spendenkampagne ist im Internet unter www.gofundme.com zu finden. 

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