Atdorfer Stadtrat vertagt Entscheidung

Baugebiet kommt nicht voran

Wohnen in Altdorf-Nord? Der Startschuss für das Wohnbaugebiet ist noch immer nicht gefallen. | Foto: Spandler2019/04/Altdorf-Kreisverkehr-Hersbrucker-STrasse.jpg

ALTDORF. 19 Hektar umfasst das größte geplante Baugebiet in Altdorf. Und bietet Wohnraum für mehr als 900 Bürger. Doch die Planer kommen mit dem Bebauungsplan einfach nicht voran.

Ausführlich hat das Planungsbüro Grosser-Seeger aus Nürnberg dem Stadtentwicklungsausschuss Rahmenbedingungen und Varianten für das Gelände vorgestellt. Weil die Planer die Fragen zum Umlegeverfahren nicht nachvollziehbar darstellen konnten und deshalb noch Zahlen nachliefern müssen, vertagten die Stadträte die endgültige Entscheidung. Den Planern gaben sie mit auf den Weg, sich im weiteren Verfahren erst mit dem Vermessungsamt zu beraten, um die Umlegungsmodalitäten zu klären.

Geplant ist Wohnraum für 920 bis 990 Einwohner, entstehen soll ein Mix aus Geschosswohnungsbau, Reihen-, Einzel- und Doppelhäusern. Die Grundstücksgröße für ein Einfamilienhaus dürfte sich zwischen 425 und 900 Quadratmetern bewegen. Diese Grundstücksgrößen boten reichlich Anlass zur Diskussion.

„Wer soll sich das denn leisten?“

Dr. Peter Wack (FW/UNA) waren die Parzellen zu groß: „Wer soll sich denn dort ein Grundstück für 900 Quadratmetern leisten können bei diesen Preisen?“ Ihm war die vorgesehene Planung eindeutig zu locker, was Eckart Paetzold (Bündnis 90/Grüne) genau so sah. „Wir brauchen mehr Geschossbauweise, auch unter dem Aspekt der Flächenschonung“, gab er zu bedenken und dachte dabei insbesondere an junge Familien mit kleinen Kindern.

Außerdem regte er an, mehr Wohnstraßen im Siedlungsgebiet anzulegen. Diesem Vorschlag folgten mehrere seiner Ratskollegen, und auch die Architektin wies darauf hin, dass ansprechend gestaltete Straßen und wegbegleitende Grünzüge große Gärten ersetzen könnten. Dr. Bernd Eckstein (CSU) konnte Paetzolds Argumentation nicht folgen. Durch dichtere Bauweise werde das Gebiet nicht attraktiver und nicht grüner, fand er und erinnerte daran, dass man es ja für einen sehr langen Zeitraum plane.

Nachverdichtung vs. Attraktivität

Ganz einig wurde man sich in der Diskussion zu diesem Thema nicht. Ursula Weser (SPD) beharrte auf dem Argument, der Wohnraum müsse auch bezahlbar sein. Eckstein deutete an, so viel Wohnungen bräuchte man ja auch wieder nicht.

Bürgermeister Erich Odörfer versicherte, man werde sowieso stark nachverdichten. Und Daniela Bock vom Planungsbüro argumentierte, dass es ja möglicherweise nur ganz wenige Grundstücke mit 900 Quadratmetern geben werde.

Abschließend stimmten die Räte nicht über die Bebauungsalternative ab, sondern darüber, dass sie der Planung grundsätzlich zustimmen, aber einen neuen Entwurf mit den eingearbeiteten Zahlen der Umlegung sehen möchten.

Die Planer lobten indes die vorzügliche Lage des Areals durch die Anbindung an beide Autobahnen und die S-Bahn. Gleichzeitig wiesen sie allerdings auf Lärm- und Entwässerungsprobleme hin. Laut Planerin Bock werden nun ausstehende Fachgutachten bewertet, dann werde die Rahmenplanung angepasst und anschließend ein Bebauungsplanvorentwurf erstellt.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler