Symposiums-Teilnehmer von Festspielszene begeistert

Auf den Spuren des Studenten

Die Studenten des Wallensteinfestspielvereins und Pedell Fuchs sind auch außerhalb der Festspielzeit in glänzender Spiellaune, wenn es die außergewöhnliche Situation erforderlich macht. | Foto: Märtl2017/04/wal_symp_altdorf_4.jpg

ALTDORF – Für die Teilnehmer des internationalen Symposiums „Wallenstein. Mensch. Mythos. Memoria.“ der FAU Erlangen-Nürnberg war der Besuch in Altdorf nicht nur eine willkommene Abwechslung im dicht gedrängten Programm sondern ein Besuch an historischer Stätte. Man stand vor dem Wallenstein-Haus am Marktplatz, an dem noch heute eine Gedenktafel daran erinnert, dass hier einst der Student Wallenstein wohnte und erlebte im Hof des Wichernhauses, der ehemaligen Universität als einen besonderen Höhepunkt eine Studentenszene aus dem Festspiel. Die Akteure präsentierten sich in glänzender Spiellaune.

Die Studentenschar mit Wallenstein (Sebastian Kögel) und Pedell Fuchs (Wolfgang Werthner) vermittelten aus dem Stand die Spielfreude, die der Schirmherrn von 2012 und Initiator des Symposiums, Hans-Peter Schmidt, in den letzten Tagen immer wieder angesprochen hatte.

Dass zu diesem Samstag auch das Wetter passte und die internationalen Gäste bestens gelaunt waren, trug außerdem dazu bei, dass man die Atmosphäre im historischen Hof der ehemaligen Altdorfina in vollen Zügen genoss.

Im Wichernhaushof wurde mit einer Studentenszene aus dem Heimatspiel, die der Festspielverein zu Ehren der Gäste zeigte, an Wallensteins wilde Studentenzeit in Altdorf erinnert.2017/04/wal_symp_altdorf_1-1.jpg

 

Aber nicht nur an der ehemaligen Universität zeigten die Gäste Interesse. Wolfgang Rösch und Rolf Waldmüller-Hoch führten – historisch gewandet – in zwei Gruppen durch die Wallensteinstadt und verrieten an den exponierten Stellen viel Wissenswertes.

Weil der Zeitplan drängte und so viele Fragen offen blieben, fand Bürgermeister Erich Odörfer eine pragmatische Lösung: er lud die illustre Professoren- und Wissenschaftlerschar für 2018 zu den Wallensteinfestspielen ein, um das Wissen über Altdorf weiter zu vervollkommnen und die Festspiele in vollen Zügen zu genießen.

Festspiele seit 1894

Festspielvereinsvorstand und 2. Bürgermeister Ernst Bergmann erinnerte daran, dass es die Wallenstein-Festspiele seit 1894 gibt. Das Volksstück „Wallenstein in Altdorf“, verfasst  von Franz Dittmar, wurde am 12. August 1894 uraufgeführt. Dittmar habe darin historisch belegbares aus Wallensteins kurzer, aber aufregender Studentenzeit in Altdorf 1599/1600 verarbeitet, aber auch der dichterischen Freiheit Lauf gelassen. Wallenstein sei auch als Feldherr nie nach Altdorf zurückgekommen.

Warum die Altdorfer das nach wie vor alle drei Jahre machen? Ernst Bergmanns entwaffnende Antwort: „Ich weiß es nicht, aber ich bin froh, dass sie das tun.“ Vom Festspiel und dem Lagerleben, so sein Fazit,  gehe eine integrative Kraft aus, die das Miteinander enorm fördere.

Beim anschließenden Empfang der Stadt im Betsaal des Wichernhauses – dem ehemaligen Auditorium der Altdorfina – nutzte 1. Bürgermeister Erich Odörfer die Gelegenheit, den Dank an die Personen auszusprechen, die das Symposium, das sich ausschließlich mit Wallenstein befasst, inszenierten: das Professorenteam der FAU, Dr. Birgit Emich, Dr. Dirk Niefanger, Dr. Georg Seiderer sowie Dominik Sauerer, Hans-Peter Schmidt von der Stiftung Nürnberger Versicherungsgruppe, Direktorin Hannelore Wünsche und Silke Kempe-Ruß vom Wallensteinfestspielverein.

Landrat Armin Kroder bezeichnete die Wallensteinstadt als „ein besonderes Juwel“ des Landkreises und der Metropolregion, auf das man stolz sei.

Dem tschechischen Honorarkonsul Hans-Peter Schmidt bescheinigte er für Altdorf, den Landkreis und die ganze Region ein außergewöhnliches Engagement. „Nachhaltig und beharrlich“ verfolge er Themen, die er sich vornehme. Kais Karl IV. und Wallenstein wären aktuelle Beispiele.

Für die Rummelsberger begrüßte Volker Deeg die Gäste und unterstrich das gute Miteinander von Wichernhaus, Stadt und Festspielverein. Er lobte den guten Geist, der von den Festspielen ausgehe und auch eine integrative Wirkung habe, nachdem zwischenzeitlich auch Bewohner mitspielen.  Worte des Dankes kamen abschließend von Prof. Dr. Georg Seiderer, der die Art und Weise der Vorbereitung und die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit den Beteiligten über einen längeren Zeitraum ganz besonders hervor hob. Er sprach von einem Gemeinschaftswerk, auf das man gemeinsam stolz sein könne.

Dann genoss man kulinarische Ochsen-Schmankerl und ließ den Abend in gemütlicher Runde ausklingen.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren
N-Land Lorenz Märtl
Lorenz Märtl