Altdorfer Polizei legt neue Zahlen vor

Alufolie gegen Autodiebe

Diebe haben es vermehrt auf Fahrzeuge mit dem Schließmechanismus Keyless-Go abgesehen. | Foto: Adobe Stock2019/04/NL-Keyless-Go-Adobe-Stock.jpeg

ALTDORF -Weniger Straften und die beste Aufklärungsquote seit zehn Jahren: Die Polizei legt eine beruhigende Kriminalitätsstatistik vor. Sorgen bereitet den Beamten jedoch die Zunahme bei Diebstählen von Fahrzeugen mit dem Keyless-Go-System.

Man geht zu seinem Auto, steigt ein, drückt den Startknopf, fährt los. Ohne den Schlüssel in der Hosentasche auch nur berührt zu haben. Keyless-Go nennt sich die Technik, die das möglich macht. Doch längst hat sich der vermeintliche Komfort als gravierende Schwachstelle der meist teuren Fahrzeuge herausgestellt. Denn Diebe greifen das Funksignal des Schlüssels ab, entschlüsseln oder verlängern den Code und fahren davon. Unauffälliger waren Autos noch nie zu stehlen.

Entsprechend schwierig gestalten sich laut Altdorfs Polizei-Chef Reimund Mihatsch die Ermittlungen. Im Dienstbereich seiner Inspektion wurden im vergangenen Jahr acht hochwertige Fahrzeuge mit Keyless-Go-Technik gestohlen.

Dabei lassen sich Code und Schlüssel relativ einfach schützen. Hängt der Schlüssel nicht am Schlüsselbrett, sondern liegt in einem Metallkästchen oder wird er in Alufolie eingewickelt, kann nichts passieren. „Wir leben im 21. Jahrhundert. Und die Lösung ist, den Schlüssel in Alufolie zu wickeln? Da muss es andere Lösungen geben“, meint Mihatschs Stellvertreter Matthias Link. Polizei, Hersteller und Versicherer befinden sich in Gesprächen zu dem Problem. „Wie schnell technische Veränderungen vorgenommen werden, liegt allerdings an den Herstellern“, sagt Mihatsch. Bleibt vorerst also nur Alufolie.

Tankbetrüger suchen Rastanlage heim

Insgesamt kam es in 2018 zu 1927 Delikten im Bereich der Polizeiinspektion (PI) Altdorf, das entspricht 3,2 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die meisten Straftaten wurden in Schwarzenbruck begangen (871). Schuld daran ist die Rastanlage Feucht an der A9. Sie liegt nämlich auf Schwarzenbrucker Gemeindegebiet. Dort haben – auf den ersten Blick – vermehrt Tankbetrüger zugeschlagen. Mihatsch spricht von einer „explosionsartigen Entwicklung“. Rund 280-mal wurde die Polizei verständigt, doppelt so häufig wie in den Jahren zuvor.

Erst zapfen, dann zahlen: An der Rastanlage Feucht halten sich viele Reisende nicht daran. Im Schnitt begeht jeden dritten Tag ein Autofahrer Tankbetrug. Foto: Geist | Foto: Geist2019/04/Feucht-Rasthof-Tankstelle-Tanken-Zapfsaeule-1.jpg

Erklären können diese Entwicklung Mihatschs Kollegen von der Feuchter Verkehrspolizei. Es habe an der Tank- und Rastanlage offenbar einen Wechsel im Management gegeben. In den Jahren vor 2018 sei bei Tankbetrügern etwas geschludert worden. Und nun, in 2018, sind zahlreiche Altfälle angezeigt worden, um die Verjährungsfrist nicht zu reißen.

Nichtsdestotrotz gehen zahlreiche Fahrer trotz Videoüberwachung das Risiko eines Tankbetrugs ein. Im Inland sei das Risiko, erwischt zu werden, durchaus hoch, erläutert Link. Doch ob im Ausland die Ermittlungen aufgenommen werden, sei ungewiss. „Und die A9 ist nunmal die Transitstrecke schlechthin.“

Wallenstein und die Graffiti-Serie

Die PI erzielte im vergangenen Jahr eine Aufklärungsquote von 69,9 Prozent. Damit liegt sie sowohl über dem Landes- als auch über dem Mittelfranken-Schnitt und deutlich über dem Wert des Vorjahres (61,7 Prozent). Mihatsch freut sich freilich über diese Zahl, räumt aber ein, dass sie auch der Aufklärung mehrerer Serien geschuldet ist. Während der Wallensteinfestspiele beispielsweise gab es knapp 30 Schmierereien und Graffitis im Stadtgebiet, die sich als Serie herausstellten und aufgedeckt wurden. „Und schon geht die Quote sprunghaft nach oben“, sagt Mihatsch.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist im Freistaat wie auch in Mittelfranken zurückgegangen. Im Bereich der PI Altdorf gab es 28 Einbrüche (einer mehr als 2017), wobei es elfmal beim versuchten Einbruch blieb.

Mihatsch geht davon aus, dass die Bevölkerung inzwischen für das Thema sensibilisiert ist und Häuser und Wohnungen mit entsprechender Sicherheitstechnik ausgerüstet hat.

N-Land Christian Geist
Christian Geist