Alte Heizungspumpen sind große Stromfresser

Stellten die Aktion vor: Michael Schmidt (1. Bürgermeister), Manfred Liebel (Solarstammtisch Burgthann), Harald Liebel (N-ERGIE), Helmut Leonhardt (v. l. n. r. ). Foto: Dennerlein2012/02/heizpumpe_New_1329832501.jpg

WINKELHAID – Engagierte Bürger aus Winkelhaid, Agenda 21 Schwarzenbruck, Bürgersolar Feucht, Energiestadt Altdorf und der Solarstammtisch Burgthann haben die Aktion „Heizungspumpen-Tausch“ angeregt. Dazu fand eine gut besuchte Veranstaltung im Rathaussaal von Winkelhaid statt.

Als Hausherr und Moderator begrüßte Bürgermeister Michael Schmidt die Zuhörer. Er stellte die Referenten Harald Liebel von der N-ERGIE Aktiengesellschaft in Nürnberg und Manfred Liebel vom Solarstammtisch Burgthann sowie die beiden Ideengeber aus Winkelhaid, Helmut Leonhardt und Peter Pflügner vor, die die Initiative des Landratsamtes Freising in Sachen Energiesparen im Heizungskeller gemeinsam mit der Agenda 21 Schwarzenbruck, Bürgersolar Feucht, Energiestadt Altdorf und dem Solarstammtisch Burgthann aufgriffen. Unterstützt wird die Aktion von der Raiffeisenbank Altdorf-Feucht eG, der Sparkasse Nürnberg und der Innung Sanitär- und Heizungstechnik.

Im Anschluss erläuterte Helmut Leonhard wie es zu der Initiative der „Engagierten Bürger Winkelhaids“ kam.

In seinem Vortrag erläuterte der Energiesparexperte der N-ERGIE, Harald Liebel, die Möglichkeiten, im Haushalt aktiv Energie zu sparen. Der Energieverbrauch, so Liebel, sei natürlich abhängig von der Haushaltsgröße. Die Hauptkosten beim Stromverbrauch, berichtete der Referent, würden vor allem im Bereich Büro, TV/Audio, Küche und beim Licht anfallen. Er gab wichtige Stromspartipps wie z. B. Computer so zu programmieren, dass sie bei längerer Nicht-Nutzung automatisch in den Energiesparmodus gefahren werden und noch viele weitere wichtige Energiespartipps im Haushalt.

Ein weiterer wichtiger und einfach zu realisierender Spartipp ist der Einbau einer geregelten Heizungspumpe. Der unbeachtete Stromfresser im Keller, die ältere Heizungspumpe, kann durch eine moderne, energiesparende Hocheffizienzpumpe ausgetauscht werden, so Liebel.

Die Neuinstallation bringt eine deutliche Verringerung des Stromverbrauchs und damit eine Entlastung der Umwelt und des privaten Geldbeutels.

Als Beispiel erläuterte der Energie-Spezialist, dass eine ungeregelte, ältere Heizungspumpe bei einer durchschnittlichen Laufzeit von ca. 5000 Stunden (dass entspricht etwa einer Heizzeit von Oktober bis April) einen jährlichen Stromverbrauch von 425 kWh erzeugen würde. Eine geregelte Hocheffizienzpumpe dagegen würde nur ca. 9 kWh pro Jahr benötigen. Dieses Rechenbeispiel zeigt, dass es sich durchaus rechnt, die alte Pumpe auszutauschen.

Manfred Liebel vom Solarstammtisch Burgthann brachte in seinem Vortrag vor allem seine ganz persönlichen positiven Erfahrungen mit dem Austausch einer Heizungspumpe mit ein. Er beschrieb eingehend das Prinzip der „alten“ Heizungspumpen so: „Niemand fährt Vollgas und regelt dabei die Geschwindigkeit mit der Bremse!“.

Austausch lohnt sich

Die Zirkulationspumpen der neuen Generation hingegen würden immer nur so viel Druck machen, wie der Heizungskreislauf aktuell benötige und das spare mächtig Energie. Er berichtete von seinem persönlichen Pumpentausch: „Meine Pumpe wurde im Jahr 2010 ausgetauscht. Zeitbedarf deutlich weniger als eine Stunde und das Ganze völlig ohne Dreck und Schmutz!“ Sein jährlicher Bedarf wich zwar um etliches von dem Beispiel der N-ERGIE ab, war jedoch mit einem Jahresbedarf von 40 – 50 kWh immer noch wesentlich unter dem Verbrauch einer herkömmlichen älteren Pumpe.

Viele Fragen tauchten schon immer wieder während der einzelnen Kurzreferate auf, die als konkrete inhaltliche Fragen entweder sofort besprochen oder für die anschließende Diskussionsrunden hinten angestellt wurden. So konnte zum Beispiel von den Referenten, fachkundigen Zuschauern und einem anwesenden Heizungsfachmann der Unterschied zwischen einer alten mechanisch ungeregelten undeiner neuen elektronisch geregelten bzw. Hocheffizienzpumpe geklärt werden. Auch über die Haltbarkeit der neuen Pumpen wurde diskutiert ebenso darüber, ob ein so genannter hydraulischer Abgleich, der zusätzliche Kosten zu dem, von den Innungsbetrieben angebotenen Festpreis verursachen würde, nötig sei. In diesem Zusammenhang wurde auch eine eventuelle „Verschlammung“ der Heizung diskutiert, die aber, so die Fachleute, nur dann auftrete, wenn Sauerstoff in die Heizungsrohre gelange und dies sei eigentlich nur bei Kunststoffleitungen von Fußbodenheizungen eventuell der Fall. Eine kritische Stimme aus dem Publikum zur generellen CO2-Ersparnis wurde ebenso laut, die aber auf weitgehendes Unverständnis stieß, da man mehrheitlich der Auffassung war, dass ein geringer Stromverbrauch auch gleichzeitig einen geringeren CO2-Ausstoß bedeute. Es wurde ebenso viel über Anzahl der Heizkörper, Verbrauch, Heizungsgröße, Heizzeiten usw. diskutiert. Hinzu kam die Frage, ob die Effizienz überhaupt gegeben sei, wenn zum dem Einbau der Pumpe mit 325 Euro noch eine Schlammsperre und ein hydraulischer Abgleich hinzukomme. Eine Zuhörerin brachte es aber auf den Punkt, in dem sie äußerte, dass es letztendlich doch jedem selbst überlassen sei, ob, wie und von wem er einen Pumpentausch durchführen lasse. Wichtig sei für sie, dass die Energieersparnis und der Umweltschutz im Vordergrund stünden. Außerdem betonten Helmut Leonhardt und Manfred Liebel, dass sie bei ihrem Pumpenaustausch auch keinen hydraulischen Abgleich vornehmen ließen und alles trotzdem reibungslos und zufriedenstellend funktioniere.

Michael Schmidt machte abschließend als Moderator noch ein Mal deutlich, dass es eigentlich keine bessere Möglichkeit gebe schnell und mit äußerst überschaubaren Mitteln Geld und Energie zu sparen. Die modernen gesteuerten Pumpen (etwa zehn Watt Stromaufnahme) würden eine Ersparnis von 130 bis 150 Euro im Jahr ermöglichen. Die Innung der Heizungsinstallateure, so Schmidt würden einem Investor den Einbau einer neuen Pumpe einschließlich Mehrwertsteuer, Anfahrt und fünf Jahren Garantie (im Rahmen der Garantiebestimmungen der Hersteller) für zirka 325 Euro versprechen. Dies bedeute, dass sich die Investition bereits im dritten bis vierten Jahr amortisiert habe.Er wies aber auch noch ein Mal ausdrücklich darauf hin, dass, wie von einem Zuschauer berichtet, auch ein Selbsteinbau möglich sei. Zudem könne man sich ja vorab von unterschiedlichen, auch nicht Innungsbetrieben, ein Angebot erstellen bzw. den Austausch der Pumpe vornehmen lassen.

Attraktive Verlosung

Die fünf Gemeinden, die sich an der Aktion beteiligen, verlosen jeweils drei Preise. Daran beteiligen können sich alle Bürger, die im Rahmen dieser Aktion in der Zeit vom 1. Februar bis zum 31. Juli einen solchen Pumpentausch vornehmen und dies auch dem Rathaus melden. 1. Preis ist die Übernahme der gesamten Kosten des Austauschs, 2. und 3. Preis sind Zuschüsse von 150 bzw. 50 Euro. td/9292

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