Teuerstes Bauprojekt überhaupt

Altdorf gönnt sich 10-Millionen-Halle

Zehn Spaten Sand gefällig? Ab sofort laufen die Arbeiten für die neue Mehrzweckhalle in Altdorf, die im Dezember kommenden Jahres fertig sein soll. Foto: Alex Blinten2019/06/Altdorf-Spatenstich-Mehrzweckhalle-min.jpg

ALTDORF. Neue Sportstätte entsteht an der Grundschule auf dem Gelände des ehemaligen Verkehrsübungsplatzes.

Spatenstich für das teuerste kommunale Projekt, das die Stadt Altdorf je geschultert hat: Rund 10 Millionen Euro kostet die Mehrzweckhalle, die auf dem Gelände des ehemaligen Verkehrsübungsplatzes an der Grundschule entstehen soll. Wenn die Planer ihren Zeitplan einhalten, kann das Bauwerk bereits im Dezember nächsten Jahres eingeweiht werden.

Bürgermeister Erich Odörfer griff gemeinsam mit Vertretern der planenden Firma Baur Consult, des Bauunternehmens Fuchs und mit Mitarbeitern aus dem Rathaus zum Spaten. Startschuss also für ein Bauwerk, dessen Preis noch vor einem Jahr im Stadtrat für Irritationen gesorgt hatte. Damals erfuhren die Altdorfer Bürgervertreter, dass der Bau ihrer neuen Mehrzweckhalle rund 10 Millionen Euro kosten würde. Kurz zuvor hatten sie in Rothenburg eine nahezu baugleiche auch von Baur Consult errichtete Halle besichtigt, die die Rothenburger noch für 7,6 Millionen hatten bauen können. Warum also sollte es in Altdorf so viel teurer werden?

Zweistelliger Millionen-Betrag

Die Planer wiesen seinerzeit darauf hin, dass die Ausschreibungen in Rothenburg bereits 2014 hinaus gegangen waren und die Baupreise seitdem immens gestiegen sind. Deshalb liegt man in Altdorf jetzt im zweistelligen Millionen-Bereich. Allein schultern muss Altdorf die hohen Baukosten nicht, der Freistaat übernimmt rund 2,5 Millionen der Gesamtkosten.

„Ich hoffe, dass die jetzt angesetzten 10 Millionen Euro am Ende gehalten werden können“, betonte Bürgermeister Erich Odörfer, der den Bau der Mehrzweckhalle als Meilenstein für die Stadt bezeichnet. Altdorf bekommt damit tatsächlich eine große Veranstaltungshalle mit Tribünen für 420 Zuschauer. Mit einer Extra-Bestuhlung findet ein bis zu 600-köpfiges Publikum Platz im Gebäude. Der Innenraum ist so groß, dass darin nach Angaben der Planer 23 Einfamilienhäuser untergebracht werden könnten. Exakt eingepasst in das Grundstück des ehemaligen Verkehrsübungsplatzes wird die Halle mit einem Geschoss ins Erdreich „vergraben“ und passt sich dementsprechend konfliktfrei an die Umgebung an. Die Mehrzweckhalle wird nach ihrer Fertigstellung Schulen und Vereinen zur Verfügung stehen. Sie wird barrierefrei mit einem Aufzug gebaut.

Dass es mit Planung und Zuschussanträgen einwandfrei klappte, liegt laut Bürgermeister Odörfer auch an der guten Kooperation zwischen Planungsbüro und Stadtverwaltung.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten