Aktionstag Gesundheit im Wichernhaus

ALTDORF —  Dekorationen, wie man sie im Wellness-Bereich sehen kann, haben einen Tag lang die historischen Gebäude des Wichernhauses Altdorf verändert. Farbenfrohe Tücher wehten zwischen den Arkaden, aus dem Torhaus schwebten Wolken von Wohlgerüchen und am Gang vor der Verwaltung luden gemütliche Sitzecken zum Verweilen ein. Entspannung und Gesundheitstests waren angesagt – und zwar für die Mitarbeiter.
Ausgedacht hatte sich all diese Aktionen der „Steuerkreis Gesundheit“ des Wichernhauses der Rummelsberger. Verwaltungschefin Renate Schwarz ist Projektleiterin, Martina Zapf von der Mitarbeitervertretung ist für die Koordination zuständig und Ärztin Claudia Danner begleitet das Projekt aus medizinischer Sicht. Susanne Heckel garantiert die Konformität beim Qualitätsmanagement, Uwe Niederlich kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit, Karlheinz Bayer und Klaus Brückner vertreten den Projektpartner AOK, Konrektor Herman Hebeler ist Vertreter der schulischen Mitarbeiter, Jürgen Zeltner Ansprechpartner für die Werkstätten. Alle ziehen an einem Strang nach dem Motto: „Einem Betrieb gehe es nur gut, wenn es den Mitarbeitern gut geht“.
Diakon Volker Deeg, der Leiter des Wichernhauses, und Andreas Kasperowitsch, Rektor der Schule für Körperbehinderte, zeigten sich sehr angetan von Idee und Projekten. Deeg betonte, dass man mit der AOK einen Partner mit großer Erfahrung gewinnen konnte. Alle Angebote seien unter dem Aspekt der eigenen Gesundheit und nicht leistungsorientiert zu sehen, erläuterte Renate Schwarz.
Die betriebliche Gesundheitsförderung ist als langfristiges Projekt angelegt. Davon profitieren sowohl die Beschäftigten als auch die Organisation. Drei Hauptziele hat man sich gesetzt: die psychische Belastung verringern, das Gesundheitsverhalten verbessern und die Betriebsorganisation optimieren – und dazu muss der Bedarf ermittelt werden.
Die AOK, die dieses Projekt zusammen mit dem Wichernhaus plante und organisierte, wertet über ihr wissenschaftliches Institut einen umfangreichen Fragebogen aus, den die Mitarbeiter während des Tages ausfüllen konnten.
Alle Angaben werden dabei vertraulich behandelt. Die Leitung des Wichernhauses erhält nur das Gesamtergebnis. Aufgrund dieses Fragebogens werden dem Haus dann Verbesserungsvorschläge unterbreitet und konkrete Gesundheitsangebote gemacht. Beim Aktionstag wurde dieser umfangreiche Fragebogen gern ausgefüllt.
Das Wichernhaus in Altdorf entschied sich im Frühjahr 2007, das Thema Gesundheitsförderung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die Tagesordnung zu setzen. Gemeinsam wurden Maßnahmen entwickelt und Belastungsschwerpunkte der Mitarbeiter herausgearbeitet. Renate Schwarz war selbst erstaunt und erfreut, wie viele Aktionen man in so kurzer Zeit anbieten konnte. Hauptziel dieses ersten Tages war es, die Mitarbeiter neugierig zu machen und die Unterstützung für die geplanten Gesundheitszirkel zu verschiedenen Themen zu sichern.
Als Themen, die zunächst in den Vordergrund gestellt werden sollen, wurden genannt: Angebote für psychisch belastete Mitarbeiter, Bewegung, Gesundheits-Check, Blutdruck, Diabetes, Zeitmanagement, und Flüssigkeitshaushalt. Motivation und Anregungen sollten die Besucher aus den Angeboten im Wichernsaal, im Betsaal, im Torhaus und in der Bibliothek mitnehmen.
Anregungen gab es in Hülle und Fülle. Da betrieben Schüler und Schülerinnen eine kleine Teestube mit gesunden Getränken, vollwertigen Broten aus der Bäckerei Wehr und schmackhaften, natürlich auch gesunden, Aufstrichen.
Da wurden Saft und selbst erzeugte Marmeladen aus dem Schülerladen angeboten, es gab Äpfel als Mahlzeit zwischendurch und eine Körperfettmessung durch Christine Platt, die Ernährungsberaterin der AOK. Die Ernährungsberaterin demonstrierte anhand einer beispielhaften Ausstellung gute und weniger gute Einkaufskörbe für den täglichen Bedarf und fragte bei einem Quiz das neu erworbene Wissen gleich ab. Im Wichernsaal konnte man erst einmal das richtige Sitzen auf einem Bürostuhl testen, bevor man Blutdruck messen ließ oder sogar eine Grippeimpfung erhielt. Wie man bequem Leute aus dem Rollstuhl in die Badewanne hebt, konnte getestet werden. Warteschlangen gab es vor dem Cardio-Scan, wo ein persönliches Elektrocardioporträt erstellt wurde, das die Stressbelastung aufzeigte. Interessierte konnten innerhalb weniger Minuten ihren Herzrhythmus und den Herzstress dreidimensional darstellen lassen.
Abgestimmt auf die Messergebnisse wurde durch Sportfachkräfte gleich ein individuelles Trainings- und Sportprogramm zusammengestellt.
Mittel gegen Stress wurden vor Ort gleich drei Mal angeboten. Entspannung durch Yoga, Entspannung nach Jacobsen und chinesische Massagen. Auch diese Angebote wurden rege genutzt.
Wer alles noch vertiefen wollte, konnte sich am Büchertisch von Lilliput schlau machen. Volker Deeg, Renate Schwarz und Klaus Brückner waren voll zufrieden mit dem ersten Gesundheitstag und dem Interesse der Wichernhausmitarbeiter:
„Der Steuerkreis Gesundheit hat gute Arbeit geleistet, wir werden dieses Projekt langfristig weiterverfolgen, denn es wird unsere Mitarbeiter auf einen guten Weg zu einem höheren Gesundheitsbewusstsein bringen“, so Diakon Volker Deeg, der Leiter des Wichernhauses.

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